Dienstag, 28 Mär 2017
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Die Zelkinger Kohlengrube

 
Stolleneingang (Mundloch genannt)
Davon hatte vermutlich keiner in der Gemeinde etwas gewusst und diese konnte „nur“ Braunkohle beinhalten.
Noch in den 60er-Jahren wurden Probegrabungen vorgenommen (es gab noch längere Zeit offene Gruben zum sehen), aber aus Unwirtschaftlichkeit wurden diese eingestellt.
Dieser Bereich (meiner Meinung nach) konnte sich nur rechts, nach dem halben Ortsgebiet, der heutigen Mankerstraße hin zum Ortsende von Zelking Richtung St. Leonhard am Forst gegeben haben, da sich im Gelände Ausbuchtungen befinden, die es ursprünglich hier nicht gegeben haben konnte.

Straßenseitige Ansicht vom Haus Jell (an der linken Seite des Vorbaues brach die Erde bereits zweimal kreisförmig ein. Es dürfte sich aber um Unterspülungen gehandelt haben).
Beim Haus Franz Jell  Mankerstraße 30 gibt es (und nur hier!) eine Quelle (in der Nähe befanden sich die Quarzwerke Zelking, wo bis Anfang der 80er Jahre Sand abgebaut wurde) die bräunliche Ablagerungen hinterlässt, während im ganzen Ortsgebiet kalkhältiges Wasser vorhanden ist.
Das Haus selbst wurde kurz nach 1900 gebaut und befindet sich auf gewachsenem Boden (rund um das Haus konnten mittels Ortungen keine Stollen festgestellt werden). 


Das Bauerngut „Althaus“ (um 1950)
An einigen Stellen auf der Wiese zwischen dem „Althaus“ (sehr alte Bezeichnung für den Bauernhof der Familie Peham) und „Hochbauer“ (Hausname für das zu höchst gelegene Bauernhaus in Zelking, Familie Reiter), treten von Zeit zu Zeit kreisförmige Setzungen im Gelände auf, die immer wieder mit Erdreich aufgefüllt wurden (suchte man auch hier nach Kohle?). 
Bei Bauernhaus „Althaus“ befand sich ein Hohlweg der aufgeschüttet wurde; es war dies die frühere Ortsstraße. Die derzeitige, durch den Ort führende Bundesstraße 215 dürfte erst nach dem Abbau, bzw. Rekultivierung (?) entstanden sein!
„Althaus“ dieser Name steht in Verbindung mit der ersten um 1000 (?) erbauten Burganlage und dürfte der ehemalige Meierhof gewesen sein. Auf dem daneben befindlichen Bergrücken hoch über der „Bauer-Mühle“ (derzeitige Besitzer Familie Plutsch) welche einstmals eine Mühle mit Sägebetrieb war, erkennt man noch im Gelände einen Burgstall (Stelle, wo einstmals eine Befestigung vorhanden war).
Erstveröffentlicht in: Sagenhaftes Melktal, 2004,  Seite 78/79 (mit Ergänzungen 2009)

Braunkohleabbau in Zelking
Mundloch mit Herrn Alois Eder
Meine Vermutung wo einstmals dieser Abbau stattgefunden haben könnte, bestätigte sich im Juni 2004. Durch das Abbaggern für einen Anbau am Haus der Familie Eder, Mankerstraße 23, wurden auch Teile des hinter dem Haus befindlichen (ansteigenden) Gartens angeschnitten und der obere Teil von einem Stollengang sichtbar. An der linken Seite war der Stempel noch aufrecht stehend erhalten, während der Stempel an der rechten Seite gefehlt hat. Wegen dem (der) fehlenden  Stempel(n) wurden die waagrechten Rundhölzer, genannt Kappe oder Friste, durch den Erddruck rechts heruntergedrückt.
 
Skizze (Schnitt) mit Beschreibung der verwendeten Hölzern, die zur Absicherung der darunter arbeitenden Knappen dienten von Herrn. Johann Steinbichler, Bergknappenverein 4843 Ampflwang im Hausruck (OÖ) zVg!
Auf dem gut erkennbaren (Quer)Rundholz konnte man sogenannte „Schwarten“, das sind Ungesäumte Bretter von ca. 7/8 cm Stärke, in der Längsrichtung aufliegend, sehen. Diese schützten so die Knappen vor herunterstürzendem Erdmaterial. Der mit Wasser angefüllte sichtbare Teil, reichte noch etwa 6 m in den Hang hinein.
Unter der österreichischen Erzherzogin Maria Theresia wurde mit dem Abbau von Braunkohle (auch hier in Zelking) begonnen, der spätestens Mitte des 19. Jahrhunderts geendet hatte.

Erstveröffentlichung (Teilentnahme; die nach neuesten Erkentnissen in der Homepage ergänzt wurden!) in: Sagenhaftes Melktal 2004, Seite 13.
Herbert Trautsamwieser beschreibt meine „Entdeckung“ in seinem Buch: Der Nibelungengau 2004, Seite 30/31.

Die Braunkohle kann beim Abbau tatsächlich bis 52% (!) Wasser beinhalten. Eine Anfrage an die Montanistische Universität in Leoben, bestätigte den hohen Wassergehalt in der frisch abgebauten Braunkohle, deren Heizwert um 2300 kcal/kg beträgt.
In „Kleine Landeskunde von Niederösterreich“ von Adalbert Oberleitner (1947) wird auf Seite 20 „Am Ostrande des Dunkelsteiner Waldes hat das Meer einst eine dünne Braunkohlenschicht abgesetzt“ erwähnt!
Wolfgang Häusler in: Land zwischen Donau und Schöpfl, Seite 208. Die den Melker Sandschichten eingelagerten kleinen Braunkohleflöze wurde schon früh abgebaut. Die Glanzkohle war besonders für Schmiedezwecke brauchbar.
Im Bereich von Quarzsand kann es Braunkohlevorkommen geben. Schon vor einem längeren Zeitraum, wurde beim Brunnengraben im Matzleinsdorfer Ortsteil Mösel „schwarzes“ Wasser ans Tageslicht geholt – ein weiteres Zeichen von Kohlevorkommen?

Bergbau in Niederösterreich
Literatur über Braunkohlevorkommen in Zelking
7.1.6. Zelking
Das Braunkohlevorkommen von Zelking liegt in jenen Tertiärabfolgen, welche westlich des Melkflusses rund 3 km Südöstlich von Pöchlarn gelegen sind.
Historischer Überblick und Geologischer Rahmen
Aus dem Tagebuch von P. PARTSCH (1831):
„Bei Zelking wurde schon mehrmals von Spekulanten ein Kohlen- und Alaunbergwerk betrieben.
Das Flöz soll angeblich 3 Schuh mächtig sein, dazwischen eine Lage von Alaunhältigem Schieferton.
Unter dem Flöz liegt blauer, plastischer Ton, gleichartige Schichten dürften auch im Hangenden der Kohle liegen, da solche Tone an einer höher als das Mundloch gelegenen Stelle obertags für Ziegelerzeugung abgebaut werden. Über diesen Tonen liegt gelber Quarzsand (Melker Sand).

Bohrung Nr. XXXVI im Freischurf Nr. 1414 bei Zelking
 
1,26 m Dammerde
3,05 m Sand, gelb
2,98 m Schieferton
0,48 m Kohle
0,53 m Mittel
0,53 m Kohle
0,24 m schiefrige Kohle
3,58 m Letten, sandig
2,74 m Tegel, blau
0,76 m Sand, weißblau
1,33 m Sand, aschgrau
0,79 m Sand licht
0,40 m Sand, weiß
3,24 m Sand, gelb, fein
3,32 m Sand, dunkelgelb, grobkörnig
Gesamttiefe 27,76 m“.
Weitere montangeologisch relevante Details fehlen.Die die Kohle beinhaltenden Sedimentenabfolgen sind mit Sicherheit dem Komplex der Melker Sande zuzuordnen wie es u. a. aus dem von E. KNOBLOCH (1977) beschriebenen Pflanzenresten abzulesen ist:Daphnogene bilinica (UNGER) KVACEK et. KNOBLOCH fossile Blätter mit gut erhaltener Kutikula, jedoch selten.
Kohlenqualität, Kohlenvermögen, Untersuchungswürdigkeit
Über die Qualität der Zelkinger Kohle liegen keine Analysenwerte vor.
 
 

Stützhölzer, die beim Abbaggern des ehemaligen Stollens ans Tageslicht befördert wurden
Da auch keine verlässlichen Angaben über die Erstreckung des Tertiärs bzw. der Kohle vorliegen, sind Angaben über das Kohlenvermögen nicht zulässig. Angesichts der geringen Kohlenmächtigkeit sind auch solche Überlegungen kaum zweckmäßig. Untersuchungen sind aus diesem Grunde auch keinesfalls anzustreben.
Teilentnommen aus: Leopold Weber & Alfred Weiß BERGBAUGESCHICHTE UND GEOLOGIE DER ÖSTERREICHISCHEN BRAUNKOHLEVORKOMMEN. ARCHIV FÜR LAGERSTÄTTENFORSCHUNG DER GEOLOGISCHEN BUNDESANSTALT, Band 4, Wien, 1983, Seite 216 – freundlicherweise von Herrn Dr. Roman Groiß (Melk/Wien) zur Verfügung gestellt

4.8. Sandgrube Zelking
(vgl. F. RÖGL & R. ROETZEL, 1980)
Profilbeschreibung
(*) Die Sandgrube Zelking liegt unmittelbar an der Diendorfer Störung und wird gegen den südlich der Grube anstehenden Granulit durch einen ungefähr Ost-West streichenden mittelsteilen Bruch (340/65) begrenzt.
Wie zahlreiche Schlagbohrungen in der Grube zeigen, beginnt die Sedimentfolge  über einer dunkelroten Verwitterungskruste des Kristallins mit pelitischen Ablagerungen. Die Mächtigkeit dieser Pielacher Tegel nimmt dabei innerhalb der Grube gegen den Bruch von 2 m auf ca. 10 m zu. Diese Pelite, die am Bruch steilgestellt sind fallen mit den darüber lagernden Sandhorizonten 27 und 10 flach (3°
10°) gegen den Bruch (180200) ein. Die hangenden Sande lagern dagegen horizontal. Mächtigkeitszuname und Einfallen der liegenden Sedimentanteile gegen den Bruch und die Steilgestellten Sedimente am Bruch lassen eine synsedimentäre Absenkung des Untergrundes während der Ablagerung der Pielacher Tegel vermuten.
Die hangenden Anteile der Pielacher Tegel (3) wechsellagern mit siltigen Mittelsanden (1). Darüber folgt über einem Relief ein siltiger Feinsand (27) mit Molluskenschillhorizonten und Grabgängen vom Typ Ophiomorpha und anschließend ein im cm-Bereich geschichteter siltiger Feinsand-Mittelsand (10) mit welligen Schichtflächen (Rippelmarken?) und Grabspuren von Polychaeta.
In diese sandige Schichtfolge ist eine tiefe Erosionsrinne eingesenkt. Die Rinnensedimente sind meist schlecht sortierte, teilweise schräg geschichtete Grob-, Mittel- und Feinsande (6
9, 28, 3031, 3335). Die Horizonte sind meist durch deutliche Reliefs voneinander getrennt.
Über den Rinnensedimenten werden wieder besser sortierte, rasch wechselnde Fein- und Mittelsande mit Grobsandlagen und -linsen abgelagert, in denen oft Grabgänge von Polychaeta zu finden sind (13
23). Das Hangendste  der Grube bilden mächtige siltige Feinsande (24, 36) mit Ophiomorpha und Grabgängen von Polychaeta und schließlich Siltfeinsande (37).
Sehr deutlich in Zusammenhang mit der Nordost-Südwest verlaufenden Diendorfer Störung stehen im Bereich Zelking-Matzleinsdorf Eingemessenen Brüche. Das Einfallen ist meist mittelsteil (50^
85°) gegen Nordwest (294344) und Südost (120174). Die Streichrichtung ist daher nahezu parallel zur Diendorfer Störung. Eine zweite Hauptstörungsschar verläuft ungefähr Ost-West. Wie die Aufschlüsse beim Bau des Donaukraftwerkes Melk zeigten, liegt das Donaubett West Melk in einem solchen grabenartig abgesenkten und sedimentgefüllten Bruchsystem. Auch der, die Grube Zelking im Süden begrenzende Bruch gehört zu diesem System (O. SCHERMANN, 1966).
(* Teilentnahme aus: ROETZL et al: Faziesenentwicklung des Oligozäus in der Molassezone zwischen Krems und Wieselburg – Herausgeber: Geologische Bundesanstalt 126, Wien 1983, Seite 165/166. Freundlicherweise von Herrn Dr. Roman Groiß zur Verfügung gestellt)
 
Kohle dürfte in Niederösterreich nicht vor der Mitte des 18. Jahrhunderts als Brennstoff Verwendung gefunden haben. Ihr Vorhandensein ist schon viel länger bekannt, jedoch konnte sie sich qualitativ gegenüber der Holzkohle nicht durchsetzen.
 

Holzkohlenmeiler
Im 18. Jahrhundert wurde zwischen Stein- und Braunkohle noch nicht unterschieden. Die hier (in Grünbach und Umgebung) und am Rande der Hohen Wand geschürften Kohlen zählen zu den besten, während die übrige im Alpenvorland gewonnene als Glanz- bzw. Schmiedekohle zwar noch zur Steinkohle zählt, aber wesentlich brüchiger ist. Hingegen sind die an den Rändern des Alpenvorlandes gewonnenen Braunkohlen zumeist mit Schwefel und Alaun verunreinigt und sehr brüchig, sodaß man sie schon wegen des üblen Geruchs kaum für Hausbrand und Gewerbe verwenden kann. Versuche einer Entschwefelung misslangen mehrfach, und die Brikettierung blieb in Niederösterreich lange unbekannt und wurde erst spät genützt. Daß man im 19. Jahrhundert in erster Linie diese schlechte Qualität entdeckt hatte und förderte, behinderte die Verbreitung der Kohle als Brennstoff trotz vieler staatlicher Ermunterungen sehr. So wie bei der Eisengewinnung besaß das Aerar (Ärar, vom lateinischen aerarium, ist eine alte, heute nicht mehr verwendete Bezeichnung für das materielle/immaterielle Staatsvermögen – der heutige Begriff dafür ist Fiskus) auch bei Kohle einen geringfügigen Anteil, der aber die meiste Zeit verpachtet war.
 
Unter anderem wurde auch in Zelking (1768) Braunkohle abgebaut und 1831 erweitert, detto 1785 in Matzleinsdorf bei Melk
(* Teilentnahmen aus Seite 84).


771 Zelking südwestlich Melk L Qu (Quarz)
1768 Ks, Franz, Wenzel u. Philipp Grafen von Sinzendorf, auch Alaun- und Vitriolsiederei,
1825 Ks. und Alaun, Gewerke Franz Sales Cessner, in Althaus, auf dem Grunde des Leopold Riedl,
1831 erw.;
1825 Ks; Johann Anton Starck, St. Barbara-Stollen, in Althaus,
1848 gelöscht,
1901 St,
1961 Quarz-Sandgrube, Dr. med. O. (Otto) Hansmann, Jahresförderung 66337 t Quarzsand, s. auch Melk               
WSA, 146, 314 b
(Seite 238)

Entnommen aus: Studien und Forschungen vom Niederösterreichischen Institut für Landeskunde, Band 10. herausgegeben von Helmut Feigl. Vorträge und Diskussionen des 6. Symposions des Niederösterreichischen Instituts für Landeskunde Pitten, 1. bis 3. Juli 1985


Unter Maria Theresia (* 13. Mai 1717 in Wien; † 29. November 1780 in Wien), regierende Erzherzogin von Österreich (sie war nie Kaiserin von Österreich!), Königin von Ungarn und Böhmen (1740
1780) wurde daher auch in Zelking begonnen, Braunkohle usw. abzubauen.
Maria Theresia als reife Frau
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG



Geologisches aus jüngster Zeit
(* Zelking betreffend)
 
Zelking, April 2009

 
Da es in den letzten Jahre am südlichen Ortsende von Zelking oberhalb der Mankerstraße auf verschiedenen Grundstücken Erdfälle (Einsturzlöcher im Boden) gegeben hat, beauftragte die Gemeindeverwaltung ein geologisches Gutachten um die Ursache dieser Massenbewegungen festzustellen.
 
Geologische Verhältnisse

Der betroffene Ortsteil von Zelking  befindet sich in der Molassezone am Rande der südlichen Fortsetzung der Böhmischen Masse.
Zudem laufen zwei bedeutende lokale, tektonische Bruchlinien durch.
Die Sedimente vom Molassemeer wurden hier im strandnahen Bereich auf den kristallinen Gesteinen vom Hiesberg abgelagert.
Bei den Molassesedimenten handelt es sich um die Melker Sande und um Tone mit Vorkommen von Braunkohle und Alaun. Die kristallinen Gesteine sind durch stark tektonisch zerlegten Granulit vertreten, welcher am westlichen Ortsrande aufgeschlossen ist. Das Gestein ist dermaßen tektonisch zerlegt, dass man von einem Kataklasit sprechen muss.
Die Melker Sande sind u.a. in der „Kellergasse“ gut aufgeschlossen. Es handelt sich um hellgraue, quarzreiche, gut verfestigte Sande, die sehr standfest sind.
Die Begehung der betroffenen Grundstücke zeigte, dass ein Teil eines Hanges  oberhalb der Mankerstraße  in Bewegung ist (davon zeugen Rutschbuckel, Rutschterassen, schiefe oder abgerissene Gartenmauern, schief und krumm gewachsene Bäume). Es handelt sich dabei um eine sehr langsame Bodenbewegung, das so genannte Kriechen. Man kann sogar die Abrisskante einer Paläorutschung  sehen. Im Hang sind zahlreiche Vernässungszonen und kleine Quellaustritte zu beobachten.
In einem  Drainageschacht  wurde beobachtet, dass dort Wasser rinnt und rotbraune Verfärbungen vorhanden sind.  Auch der Bach zeigt Quellzutritte mit rostbraunen Verfärbungen.
 
 
Schadensverlauf und Schadensursachen
 
 
Seit 1981 ereignen sich immer wieder Erfälle, der jüngste Anfang März 2009.  Dieser Erdfall hatte einen Durchmesser von 3 m und eine Tiefe von 1 m.  
Der im Loch aufgeschlossene Boden besteht aus einem braunen, schwach tonigen, schluffigem Sand, der sich kneten lässt und das Verhalten eines bindigen Bodens zeigt.
Es gibt schriftliche Aufzeichnungen zum  unterirdischen  Abbau von Braunkohle und Alaun in Zelking  im 18. Jahrhundert. Laut Auskunft der Bergbaubehörde in Wien gibt es keine Bergbaukartenwerke zu diesem ehemaligen Abbau.  Die Lokalität der Stollen konnte jedoch folgendermaßen geklärt werden: Beim Hausbau in der Nachbarschaft wurde 2004 das Mundloch eines Stollens gefunden und fotographisch dokumentiert. Auch dort hat es später genau oberhalb des entdeckten Stollens auch einen Erdfall gegeben.
(* Die Veröffentlichung obiger Daten wurden freundlicherweise seitens der Gemeindeleitung am 25. Mai 2009 stattgegeben!)


Alaun


Alaun ist ein im Reinzustand farbloses, kristallines und in Wasser leicht lösliches Salz der Schwefelsäure. Wegen seiner gerbenden und beizenden Eigenschaften war Alaun von der Antike bis etwa 1850 eines der wichtigsten und begehrtesten Hilfsstoffe zur Gerbung von Leder. Es diente auch der Papier- und Textilherstellung bzw. wurde Alaun auch vielseitig in der Heilkunst angewandt.
Die Ägypter (aber auch die Römer) nutzten Alaun bereits als Flammschutzmittel für Holz.
Alaun wurde auch als Deodorant benutzt. „Er entfernt den Gestank unter der Achsel sowie auch den Schweiß.“  (Plinius, Naturkunde 35, 52)


Kataklasite


Das sind Gesteine, deren Mineralaggregate und Gesteinsbestandteile durch mechanische Beanspruchung oder dynamische Rekristallisation verkleinert wurden.
(Beide Beschreibungen sind aus dem Internet)



Paläorutschung


Eine Paläorutschung ist eine Rutschung, welche mindestens einige Hundert Jahre alt ist.


 
Quarzsandabbau in Zelking
 
 

Dieser Elefantenkopf befand sich in einer heute längst nicht mehr vorhadenen Nische,
die im Zuge des oberirdischen Abbaues verschwunden ist



„Thors Hammer“

 
Seit?
Abbau der Quarzsande und die Errichtung der („Sandgasse“) Kellergasse.
Um 1920 Kauf von Teilflächen im ehemaligen Abbaugebiet durch Hansmann Senior und der Beginn des kommerziellen Abbaues.
1920iger bis  40iger Jahren  Abbau ausschließlich im Untertagebau.
Der Transport nach Pöchlarn zur Westbahn erfolgte mittels Ochsengespanne.
1949  Übernahme des Werkes durch Dr. Otto Hansmann.

 

Blick aus dem ehemaligen „Hansmann-Stollen“
(auf die ehem. Waschanlage und dahinter das Büro)

 
1950 (oder 1951) Werksgründung als GesmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung). Beginn des obertägigen Abbaues (Tagbau); um diese Zeit entstand auch die (hölzerne) Wasch- und Klassieranlage. 

 
                                     
Der ehem. „Leonhartsberger-Stollen“
(befand sich gegenüber dem
„Hansmann-Stollen“)
 

In den 60ziger Jahren Bau einer Trockenanlage – dies brachte einen Aufschwung des Werkes durch Abnahme von Sanden nicht nur durch die Glasindustrie, sondern auch durch Gießereien, so dass im Bahnhof in Melk eine Verladerampe errichtet wurde, auch wurde in dieser Zeit das Büro, das Laboratorium und das Flotationsgebäude gebaut.
Ca. ab 1960  Abbau im westlichen Teilgebiet.     
Ca. Ende 1970 Rekultivierung des westlichen Teilgebietes.
1971 Beginn der Kooperation mit deutschem Gesellschafter.
1975 Übernahm
e des Werkes durch die Quarzwerke GesmbH (ausscheiden aus dem Betrieb von Dr. Hansmann). Um diese Zeit entstand auch die Erweiterung der Betriebsanlagen und die Errichtung des Schlamm-Absetzbeckens („Pool of Zelking“).
Bis ca. 1980 Ende des Abbaues im östlichen Bereich.
Anfang 1990 Auslaufen des Abbaues in Zelking.
1999 Stilllegung des Werkes.
2000 Abbau der Betriebsanlagen.

 

Das ehemalige Bürogebäude der Quarzwerke Zelking

 
2001 Beginn der Rekultivierungsarbeiten.
Ende 2004 Geplanter Abschluss der Rekultivierungsarbeiten.
 
 
Sande und deren Verwendung
 
 
Haus und Garten: (In Säcke verpackt) Kinderspielsande, Sande zur Rasenpflege und Bodenauflockerung, diverse Bau- und Fugensande, Filtersande für den Swimmingpool.

Wasseraufbereitung: (Spezielle Quarzsandsorten für) Trinkwasseraufbereitung, oder zur Reinigung von Brauchwasser (DIN 19623).

Allgemeines: Mitte des vorigen Jahrhunderts wurde in Zelking begonnen, Quarzsande für die Bau-, Glas- und Gießereiindustrie aufzubereiten. Um 1970 machte eine steigende Qualitätsanforderung den Neubau einer leistungsstarken Aufbereitungsanlage notwendig, aber gleichzeitig neigten sich die Rohstoffvorkommen dem Ende zu; sodass schon viele Jahre Sand per LKW‘S in das (ehem.) Werk in Zelking gebracht wurden.
Die Quarzwerke Österreich GmbH ist ein nationales Unternehmen einer europäischen Unternehmensgruppe – zur Gewinnung, Aufbereitung und Veredelung von mineralischen Rohstoffen wie Quarzsande und Feldspat.
Nach reinigen der Sande und der Reibwäsche in einer Attritionsanlage gelangt der Rohstoff zur Vor- und Hauptentschlämmungsstufe und wird dann durch Aufstromklassierern nach Korngröße sortiert.
In einer anschließenden Flotationsanlage wird mit Hilfe einer chemisch-physikalischen Reaktion der Feldspat vom Quarzsand getrennt. Die chemische Zusammensetzung wird mit Hilfe eines Röntgenspektrometers überprüft.
Den aus Quarzsanden hergestellten Glasfaserprodukten wie z. B. Tennisschläger, Surfbretter, Autokarosserien usw. kennt man den Rohstoff „Quarz“ nicht an.
Die Entscheidung für den Standort Melk erfolgten aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und Organisation.
Der Transport in das neue Werk benötigt anstelle von 27 km nur mehr 7 km Anfahrtsweg. Die CO 2-Emissionen wurden um 50 % reduziert.
Erstveröffentlichung (Teilentnahme) in: Sagenhaftes Melktal (2004,) Seite 137/138



„Höhlenmalerei“ (eingeritzt in einem Sandkeller vorgefunden)



Freiliegender „Wurzelstrang“