Dienstag, 28 Mär 2017
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Pfarrhof Matzleinsdorf


Eine Erwähnung des ersten Pfarrhofes findet 1544, aber bereits als baufällig statt (Geschichtliche Beilagen, Band 16, 1998, Seite 133). Der Bau des neuen, am 19. April 1784 auf Kosten der Kirche (mit einem Beitrag von der Filialkirche in Maierhöfen) begonnen, wurde 1785 vollendet. Der Pfarrer hatte inzwischen im Herrenhaus oder Edelhof gastliche Aufnahme gefunden.


 
Der Pfarrhof, dessen Eingangstür das Melker Stiftswappen (zwei gekreuzte Schlüssel) und die Jahreszahl 1785 trägt, wurde bei der Erhebung der Kirche zur Pfarrkirche errichtet.


Bei dem feindlichen Einfall der Franzosen 1805 wurde der Pfarrhof geplündert und der Opferstock der Kirche aufgebrochen, aber ansonsten nichts entwendet. 1809 erlitt die Kirche durch Plünderung und Verwüstung einen Schaden von 1470 Gulden Bankozettel (Keiblinger, Band II, S. 321).


 
Pfarrhofrenovierung


Vor Ende 1996 begann man durch den Seelsorger des Stiftes Melk, Pater Stephan (kam am 1. September 1996 nach Matzleinsdorf), mit der Renovierung des etwas heruntergekommenen Pfarrhofes. Die Kosten teilten sich das Stift Melk (als Inkorporationsträger), die Diözese St. Pölten und die Pfarrgemeinde.



Der Eingangbereich des Pfarrhofes


Bereits am 5. Oktober 1997 wurde der Pfarrhof aus Anlass eines Erntedankfestes von Abt Burkhard Ellegast gesegnet und seiner Bestimmung übergeben (Melker Mitteilungen Nr. 164, März 1998, Seite 154/155).



Aus den Melker Pfarren                                           
Mag. Anton Eder (1997)

Pfarre Matzleinsdorf: Pfarrhofrenovierung

Seit 1. September 1996 ist die Pfarre Matzleinsdorf Pater Stephan Holpfer OSB als Seelsorger anvertraut. da die Pfarre bis dahin KR Pf. Edmund Warchol von der Diözesanpfarre Zelking aus mitbetreut hatte, lag der Pfarrhof in Matzleinsdorf über Jahrzehnte in einem Dornröschenschlaf und der Zahn der Zeit nagte zusehends an ihm.
Mit der Einsetzung Pater Stephans bestand die Notwendigkeit, das Gebäude komplett zu restaurieren. Die Vorbereitungen für dieses Projekt wurden sofort in Angriff genommen.
Neben dem Stift Melk als Inkorporationsträger und der Diözese St. Pölten hatte auch die Pfarrgemeinde für ein Drittel der Kosten aufzukommen. Dies bedeutete insofern eine gewaltige Herausforderung, als die Pfarre über keinerlei finanzielle Mittel verfügte.
Ein Teil dieser Kosten wurde durch Eigenleistungen aufgebracht. Über 1500 Arbeitsstunden wurden von freiwilligen Helfern geleistet. Von besonderem Vorteil war die Tatsache, dass der Polier des Stiftes Melk, Herr Spanseiler, Pfarrgemeinderat in Matzleinsdorf, die Bauaufsicht übernahm. Die Arbeit für „unseren Pfarrhof“ war für viele Beteiligten, nicht nur bei der Gleichenfeier, ein schönes Gemeinschaftserlebnis.
Auch der Erlös aus den vom Pfarrgemeinderat mit Erfolg organisierten Pfarrball und Pfarrfrühschoppen floss dem Projekt Pfarrhof zu. Neben der politischen Gemeinde Zelking-Matzleinsdorf trugen viele private Spender ihr Schärflein dazu bei. Pater Stephan gelang es etliche Firmen als Sponsoren zu gewinnen. Auch der Hobbyfußballclub Matzleinsdorf organisierte ein Benefizturnier zugunsten des Pfarrhofes.
Im Frühjahr wurden die Bauarbeiten in Angriff genommen. Zunächst wurde das Gebäude trocken gelegt und nach und nach wurde aus der Baustelle ein stilvolles, mit viel Liebe zum Detail renoviertes Gebäude, auf das alle stolz sein können.
Am 5. Oktober 1997 wurde der Pfarrhof anlässlich des Erntedankfestes von Abt Burkhard Ellegast gesegnet und seiner Bestimmung übergeben. Neben den Kanzleistunden ist der Pfarrhof offen für Ministrantenstunden, Pfarrgemeinderatssitzungen, Bibelrunden, Veranstaltungen des Kath. Bildungswerkes etc.
Die Wiederbelebung des Pfarrhofes bedeutet eine große Bereicherung für unser Dorf. Allen Beteiligten, insbesondere Pater Stephan, sei für ihr Engagement herzlich gedankt
(Entnommen aus: Melker Mitteilungen März 1988/Nr. 164, Seite 154/155).