Dienstag, 28 Mär 2017
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Grabplatten



Im Erdgeschoss zum Turmaufgang kleiner, einfacher Marienaltar sowie rechts an der Wand Grabplatte aus hellgrauem Marmor (78 x 147 cm) – die Inschrift ist teilweise sehr schwer bis nicht mehr erkennbar. Der noch lesbare Teil bezeugt u. a. einen Andreas Manner (aus Matzleinsdorf) sowie drei Wappen mit Zimier (links 1 und 4 ein Einhorn, 2 und 3 ein Fisch); das mittige Wappen zeigt einen (schwer) erkennbaren Löwen; das rechte Wappen ist nicht mehr identifizierbar.



Die „weiße“, schwer lesbare Marmorplatte


Ganz vorne ist auf einem weißen (?) Marmor die Inschrift eingehauen (jetzt im Turmaufgang, rechts an der Mauer angebracht):
 
Wer ich jetzt bin auch du wirst werden 
 weil wir herkomen von der Erden
gedenckh daran gib dich darein
aein mal muß es gestorben sein
Allhier Ruhet Gott seeliglich weilant 
des Edlen und Gestreng Herrn Johann Asching (sic)
der Röm. Kay. May. Dienner und Hern auf Matzel 
storf seel. hinderlasene Ehefraw Ursula ein gebor 
ne RamplßHofferin welche den Letzten January 
(sic) (1)646 Jar. auß disen Zergenglichen und Myselich
en Leben ohne allen Zweifl in die Ewige freudt und
Seeligkeit ist abgefordert worden. Zu ehren
Hat Herr Andreas Manner auf Matzlstorff
Barbara Elisabetha sein Ehefraw geborne Asch
ingerin dieser seine in Gott Ruheten Fraw
Schwiger und Ihrer Fraw Mutter den Stain
 auf dises ihr Ruepellein machen und Legen La
sen der Gott der Almechtig und allen Christ
glaubigen die ewige Ruhe und eine Froliche 
Auferstehung Verleihen wolle Amen.


Darunter drei Wappen: Mitten Manner, rechts (dem Beschauer links) Aschinger, links Rampelshofer. Der Schild des ersten Wappens ist schon in der Geschichte des Edelhofes beschrieben; auf dem Schilde sind zwei offene, gekrönte Turnierhelme, auf jedem derselben ein geschlossener Flug, wovon der zur Rechten mit dem Löwen, der zur Linken mit dem geharnischten Manne belegt ist. Das Wappen der Aschinger zeigt im ersten und vierten Felde des Schildes ein links sehendes Einhorn, im zweiten und dritten einen mit einem Fische (Äsche) belegten Querbalken; auf dem offenen, gekrönten Helm ein wachsendes Einhorn zwischen zwei Adlersflügeln. Die Rampelshofer führen im ersten und vierten Felde des Schildes eine Gämse, im zweiten und dritten zwei schrägrechts gezogene Balken; auf dem offenen gekrönten Helm die Gämse zwischen zwei Büffelhörnern.

Vor dem Volksaltar befindet sich eine Grabplatte aus rotem Marmor (86 x 173 cm).
Allhier  
Liget begraben der  
Edl Gestrenge Herr  
Antonius Joseph
   
Fiechtl
gewester Rendschreiber
der Herrschaft Zelcting
 welcher durch
einem pferd- 
fahl unweit Matzlstorf
in 32-gsten
Jahr seines al-
 ers daß zeitliche gesegnet
en 21. September 
ANNO
1736


Die Grabplatte im Chorraum von Anton Josef Fiechtl


Der dritte, etwas kleinere, graue Stein, ohne Aufschrift, Jahreszahl und Wappen, bezeichnet wahrscheinlich das Grab der Antonia Mitterbacher, Gemahlin des Joseph Cajetan Mitterbacher, Verwalter zu Zelking und Matzleinsdorf, gestorben den 11. Februar 1773, von der es gewiss ist, dass sie in der Kirche begraben wurde (heute nicht mehr vorhanden).

Bei dem Frauenaltar liegt eine Kehlheimer Platte von der Größe der gewöhnlichen Pflastersteine, worauf ein so genanntes Kleeblatt-Kreuz eingraviert ist. Nach der Angabe des Gedenkbuches soll hier ein Priester beerdigt sein; wahrscheinlich ein Schlosskaplan, dergleichen mehrere sich zeitweise hier aufhielten. Die Pfarr-Protokolle zu Melk (seit 1656) geben keine Auskunft.

In einem Vertrag vom 15. September 1739 zwischen dem Abt Adrian und dem Konvent zu Melk und der Josepha, geborenen und verwitweten Gräfin von Sinzendorf, und Sigismund Rudolph Grafen von Sinzendorf als Vormündern der Pupillen (Halbwaisen) Wenzels Grafen von Sinzendorf über verschiedene herrschaftliche Gerechtsame (Ansprüche, die durch Gesetze oder Herkommen begründet sind) wurde unter anderen Punkten eine Klage des Stiftes vom Jahr 1709 über verweigerte Kirchenrechnung als ganz abgetan erklärt und in Ansehung des Begräbnisses ausgemacht, dass die Verstorbenen des Dorfes Matzleinsdorf, der Neuhaus- oder Geißmühle und der zwei Häuser im Mösel im Gottesacker zu Matzleinsdorf, alle übrigen Pfarrkinder aber zu Melk begraben werden sollten. – Im Jahre 1760 waren wieder Streitigkeiten zwischen dem Stifte und der Herrschaft Zelking wegen Aufnehmung der Kirchenrechnung, Verwaltung des Kirchenvermögens, Sperre der Kirchenlade, Ausleihung der Kirchenkapitalien und dergleichen.


Überschriftstitel aus einer Kirchenrechnung vom Jahre 1840 die Pfarrkirche Matzleinsdorf betreffend



Die Friedhofkapelle


  
Das kapellenartige Gebäude mit der kapellenförmigen Nische im Friedhof

Auf dem Gottesacker neben der Kirche sind in der kapellenförmigen Nische, welche ein Kruzifix und die Statuen der Mutter Gottes und des Evangelisten Johannes enthält, die Leichensteine von drei hiesigen Seelsorgern mit folgenden Inschriften:
† R. P. ANDREAS RAGOTZY, Silesius e Goschütz, natus 28. Febr. 1770, Professus Mellic. 1795. Sacerdos 1797 huius loci Parochus ab anno 1820, quo munere fideliter functus, laboram lassus vita cesset 14. Martii 1827. Cuius anima requiescat in pace!

R. P. BERNHARDUS PAPIER, Bohemus e Welleschin, natus 26. Nov. 1768, Professus Mellic. 1792, Presbyter 1793, strenuus in hac vinea Domini operarius ab anno 1827, ad mercedem aeternam vocatus est 2. Sept. 1829. Lux pepertua luceat ei!

† R. P. CHRISTIANUS BOGENGRUBER, Styrae in Austria natus 28. Dec. 1801. Mellicii Professus 1826, Sacerdos 1827, gregem hanc a mense Augusti 1850 rexit pastor bonus, 10. Juni 1856 defunctus, magnum suis desiderium reliquiens. Pie JESU, dona ei requiem! 


Grab von den Stiftspatres Engelbert Schilling und Ildefons Paschk, welche einstmals die Pfarre Matzleinsdorf seelsorglich betreut hatten



Johann-Schima-Gedenkstein


Ein Granitblock an der südlichen Mauer des Friedhofs (bei der Erneuerung der Friedhofsmauer an die derzeitige Stelle versetzt) in Gestalt einer Pyramide (deren abgestumpfte Spitze einstmals ein einfaches Kreuz trug) verdient als ein rührender Beweis von edler Gesinnung, die sich auch in den unteren Volksklassen kundgibt, bemerkt zu werden.
Die Aufschrift „Ruhe seiner Asche“ besagt, dass die sterblichen Überreste Schimas verbrannt wurden. Ob die Asche in seine Heimat gebracht wurde, entzieht sich der Aussage.

Johann Schima 
aus Böhmen, 27 Jahre alt    
Steinmetz bei der Westbahn
Wurde am 20. März 1857 am
Hirschberg (*) von diesen Stein
Erschlagen.
RUHE SEINER ASCHE 


Seine biederen Kameraden gestalteten ihn (den Granitblock) zu einem christlichen Denkmal um.
Sie selbst haben nämlich in ihren Feierstunden (in ihrer Freizeit) den Stein, der dem armen Arbeiter sein junges Leben raubte, zum Grabmahl geformt und die Inschrift eingehauen (I. F. Keiblinger)!
(* Hier ist der Hiesberg gemeint! Seitlich unterhalb vom
Weiße Steingab es einstmals auch einen Steinbruch)