Dienstag, 28 Mär 2017
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Stiftungsbrief für die Pfarrkirche in Zelking
 
 
 (*) Wier Gottfrid von Gocz gnaden byschof ze Pazzawe, veriehen offenlich vnd tven chunt allen den, die disen brief sehent oder hoerent lesen, die nu lebent vnd hernach chunftig sind, daz wir dem edeln ersamen Albern von Celking, seiner havsvrowen, vrowen Minczla vnd iren eriben von wesundern gnaden ze lieb haben tan, daz wier di chirchen dacz Celking, die vor ein czuechirchen vnd ein toechter gewesen ist, hincz der pharrchirchen ze Melch, von derselben pharrchirchen ze Melch wesundert vnd ausgenomen haben also, daz dacz Celking fuerbaz ein svedrew pharchirchen sein schol vnd schullen sich füerbaz alle pharrleich recht da ergen vnd daz (der ehegenant – das Original hat hier eine durch drei Zeilen gehende Lücke, die eingeschalteten Worte sind aus einer Abschrift genommen) pharrer daselb sein narung gehaben mug, schol dazue ewichleichen gehoeren der tzehent auf dem Anczenperig vnd in der Aelb (Arb?) vnd auf der Haevsler gueter ze Wildenstain vnd ze Anczenperig auf einer hofstat, di dient vier vnd tzwainczig phenning, vnd der tzehent ze Celking vnder dem haus vnd Dreytzehen schilling phenning, di der vicari oder der verweser von der chirchen tze Celking jarchleich dem pharrer vnd der pharr ze Melch verdient hat, vnd drey schilling phening auf dem mayerhof vnder dem haws tze Celking vnd dreizzig phenning gelts auf einer hofstat, di leit dacz Celking in dem Dorff, da diweil der Warnagel aufgesessen waz, vnd sechtzig phenning jarchleich tze laeychauf von den payden tzehleuten, daz allez emalen tze der chirchen gen Melch hat gehoert vnd nu fuerbaz tze der pharrchirchen gein Celking gehören vnd dienen schol, vnd daz allez (hat der ehege)nant Alber von Celking, sein hausvrowe Minczla vnd ir eriben der pharrchirchen tze Melch widerlegt vnd wol widerchert von irer (aygen haab mit) den gueten vnd mit dem gelt, di hernach geschriben stent: dez ersten mit drin phunden geltz auf tzwayn lehen tze Oed (Pfarre St. Leonhard am Forst), dacz Spilberch (Spielberg bei Melk) auf drin Lehen mit dem akcher, den diweil inne hat Albel der smid, vierdhalb phunt gelcz, vnd auf einer hofstat pei der Erlaff (Erlauf) sechtzig phenning geltz, da diweil der Mayster aufgesezzen waz, daz schol allez ewichleich vnd ledichleich tze einer widerlegung der pharrchirchen tze Melch sein mit allen den nuczen vnd rechten, di datzue gehorent vnd als si se herpracht haben vnd inne gehabt also, daz si all fürbaz hincz den gueten chain ansprach, vogtey, scherm vnd anderlay chain recht haben schullen, Vnd ob den pharrer oder di pharr tze Melch vm diselben guet fuerbaz mit rechten icht chrieg angieng oder mit ansprach, den schullen se dem pharrer ze Melch vnd sein goczhaws auzrichten an allen iren schaden. Ez schol auch tze der pharrchirchen dacz Celking daz chirchvolch gehoern, daz nu tze stund vnd emaln daczue gehoert hat vnd schol der pharrer nicht verrer greiffen. Se schullen auch fuerbaz di pharr tze Melch oder den pharrer, wer der sei, an ir hab, wi di genant sei, vnd an iren tzehenten weder mit hinlazzen oder mit besten, noch mit dahaynerlay sachen irren. Ez ist auch tze wizzen, wann der pharrer ze Celking gestirbet, so schol der vorgenant Alber, sein hausvrowe oder ire eriben aynen, der datzue gehoert, presentiren oder füerpringen vns oder vnsern nachchomen, der tze den tzeiten byschof ze Pazzawe ist; dem schullen wier denn leychen vnd in westaeten. Darvber ze einem waren vrchvend vnd tze einer ewigen sicherhait geben wier disen brief, versigelt mit vnserm vnd vnsers capitels anhangunden insigeln, mit dez rat vnd gunst dise sach gewandelt ist. Der geben ist tze Sand Poelten, am Samptztag nach Luzie, do man tzalt von Christi gepuerd dreutzehenhundert jar, darnach in dem sechs vnd viertzkisten jar (* Originalpergament, beide Siegel verloren; [ehem.] Herrschaftsarchiv in Matzleinsdorf. An der Rückseite Aufschrift des 16. Jahrhunderts: Freyprief vnd gnadtprief von pischoff Gotfrit von Passaw vber die pharkhirchen zu Zelkhing, so vormals ain zunftkhirchen [richtig Zukirche] vnd ain tochter gewesen ist. Ist geben im 1346. jar. Regest bei Keiblinger, Melk, IIa, 15 (GB, Band 17/2001, Seite 566/567).



Geschichte des Bisthums St. Pölten
(Teilentnahmen, Zelking/Matzleinsdorf betreffend)


§. 19.

Pfarreien und Klöster im Sprengel von St. Pölten im X. und XI. Jahrhundert.


Von der Erlaf (Erlauf) bis an die Melk und tief hinein in die Thäler der Alpen Nieder=Oesterreichs erstreckte sich die Pfarre Steinakirchen ...
An Steinakirchen grenzten in nord=östlicher Richtung die uralte Pfarre Melk und südlich die von
Hürwen (Hürm), welche beide das ganze weite Gebiet zwischen Melk und Bielch (Pielach) umfaßten. In diesem finden sich in der nachfolgenden Epoche die Pfarreien: ..., Zelking, ... (Seite 167)


§. 23.

Das österreichische Interregnum. Die Thätigkeit der Bischöfe Otto, Petrus Gottfried und Werner von Passau.


Durch Alberts (Domdechant Albert der Böhme, ein Sohn Herzog Heinrichs des Frommen von Schlesien) Bemühungen wurde, nachdem Konrad seiner Würde entsagt hatte, Berthold von Sigmaringen und Peittingau zum Bischofe gewählt, der auch im nämlichen Jahre noch sein Amt antrat (Daß man in Oesterreich von Konrad's Episcopat nichts wußte, bezeugt auch eine Urkunde Ludwig's von Zelking aus dem Jahre 1252, worin Berthold der unmittelbare Nachfolger Rudiger's genannt wird. Urkundenbuch von Ober=Oesterreich III, Seite 191).
Kaiser Friedrich säumte längere Zeit, Oesterreich in die Verwaltung des Reiches zu nehmen, und erst 1247 kam der von ihm bestellte Verweser (Verwalter), Otto der Jüngere von Eberstein, nach Oesterreich. Zwar erkannten die meisten einflußreichen Geschlechter, wie die Kuenring, Liechtenstein, Zelking, Sunnberg, Meissau und andere den Grafen von Eberstein als Verweser Oesterreichs an, doch ließen sie sich dadurch in ihren wilden Raub= und Feldzügen nicht beirren. (Seite 210/211)

Außer diesen (...) Pfründen (Einnahmen eines Kanonikers, die sich aus dem Kirchenamt ergaben)gehören in das XIII. oder in das erste Decenium des nächstfolgenden Jahrhundertes: ...; Zelking, wo im Jahre 1296 der Pfarrherr Heinrich lebte; ... (Seite 232/233)
Papst Martin IV. schrieb 1282 aus gleichen Anlasse wie früher (die Päpste) Innocenz und Alexander eine Steuer aus, und ließ sie durch seinen Legaten (Gesandten) Theodorich von Orvieto einheben. Derselbe gerieth mit dem Stifte Melk in Unannehmlichkeiten wegen des jährlichen Exemptions=Zinses (Derselbe betrug jählich einen Gulden), der durch mehrere Jahre nicht abgeliefert war, und drohte demselben mit Bann (Ausschluss aus der Kirchengemeinschaft) und Interdict (Verbot gottesdienstlicher Handlungen). Doch die Mönche von Melk, im Bewußtsein ihres Rechtes, indem der Rückstand dieser Abgabe durch die Saumseligkeit der päpstchlichen Steureinheber selbst hervorgerufen war, fanden an den Aebten  von Seitenstetten, Göttweig und Mariazell, sowie an dem Propste von St. Pölten, dem Pfarrer Berthold von Ruprechtshofen, dem österreichischen Ministerialen Ludwig von Zelking und dem Ritter Friedrich von Sichtenberg Freunde, welche die 1291 ergangenen Beschwerdeschrift des Stiftes wegen der Uebergriffe der päpstlichen Legaten als Zeugen fertigten. (Seite 239)



§. 26.

Literarische Thätigkeit des Clerus, in dieser Epoche.


So nennt uns das älteste Nekrologium von Melk als Freunde und Wohlthäter des Hauses den Bischof Theobald, die Weltpriester Dietrich, Gebhard und Walter, die Grafen Sighard und Heinrich von Schala, den Vogt des Stiftes Friedrich von Perg, die Edlen Werner von Zelking, Otto von Minnbach, Engelbert von Chambe, Otto von Stein und viele andere. (Seite 255/256)


§. 27.

Die Bischöfe des XIV. und XV. Jahrhunderts und ihr Wirken.


Während Godfrid die Diözese Passau leitete, wurden im heutigen Sprengel St. Pölten auch wieder mehrere neue Pfarreien errichtet. So trennte er 1346 Zelking von Melk. (Seite 266)


§. 28.

Die Pfarreien in dieser Epoche.


Auch am rechten Donauufer zählten die Parochien (Pfarren - zu St. Pölten): ..., Zelking, ... (Seite 298), Mutzesdorff (Matzleinsdorf? wo 1350 ein Pfarrer Simon genannt wird), ... (Seite 301)
Aus den folgenden Jahrhunderten haben sich zwei Pfarrverzeichniße der Diöcese Passau erhalten, von welchen das erste im Jahre 1429 über Befehl des Bischifs Leonhard von Layming errichtet wurde.
Auch in Beziehung auf die jeeder Decanie unterstehenden Pfarreien blieb das alte Verhältniß bestehen, nur zählen, wie es der natürlichen Lage auch angemessen ist, die Pfarreien: ..., Zelking, ... (Seite 302).
Das Decanat Mautern umfaßte außer den oben angeführten aus dem Verbande des Decanates Stein geschiedenen Pfarreien noch die der früheren Decanie St. Pölten. Als neue Seelsorgestationen erscheinen: ..., Matzleinsdorf (Wahrscheinlich von den Edlen von Zelking im XIV. Jahrhundert schon erbaut und
dotirt [dotiert = ausgestattet]. Als Patron erscheint der Pfarrer von Melk). (Seite 303). 


§. 33.

Einführung und Fortschritte des Protestantismus auf den Besitzungen des Landadels.


Die Einführung und verhätnißmäßig schnelle Verbreitung des Protestantismus in Oesterreich erklärt sich vorzüglich durch das energische Auftreten der einflußreichen Gutsbesitzer aus dem Adelstande. Viele Edelleute bekannten sich gleich Anfangs zur lutherischen Religionserneuerung, welche ihnen größere Freiheiten in den religiösen Uebungen gestattete und in Kirchensachen alle Macht einräumte.
Viele Adelige schickten ihre Söhne nach norddeutschen Universitäten (Wittenberg, Leipzig, Tübingen), von wo diese die genaue Kenntniß der neuen Lehre und lutherischen Prädicanten (Prädikant = evangelischer Prediger der Reformatioszeit) mit nach Oesterreich brachten. Auf den Schlößern und Gütern der Adeligen fanden letztere als Lehrer, Beamte, Verkünder des Evangeliums eine Anstellung und wirkten im lutherischen Sinne (An der Universität zu Wittenberg studirten 1540
1590 Adelige aus den Familien Järger, Auersperg, Zelking, Starhemberg, Hardegg, Polhaim usw.). (Seite 325)

Bartholomäus von Starhemberg hielt bereits 1555 einen evangelischen Pfarrer aus seinem Schloße zu Rapotenstein, und Ludwig von Starhemberg ließ auf seiner Herschaft Oberpielach einen evangelischen Tempel bauen. Rudiger von Starhemberg († 1581) stellte an seinen Patronatskirchen zu Zelking und Schönpichl (Schönbühel) protestantische Prediger an. (Seite 333)

Unter dem Patronate des Hanns Christoph von Zelking wurde 1562 ein lutherischer Pfarrer zu Groß=Gerungs angestellt. (Seite 334)


§. 38.

Die evangelischen Prädicanten.

Im Umkreise der Diöcese St. Pölten befanden sich um das Jahr 1580 an folgenden Orten lutherische Prädicanten: ..., Zelking, Josias Udenius, (Geburtsort) Schwarzburg. (Seite 395/396)


§. 42.

Unter Ferdinand.


(Die Gegenreformation 1619 bis 1700, Seite 343)

Das Filialkirchlein St. Wolfgang wurde durch die Inhaber Englstein  dem Gotteshaus Zwetl (Zwettl) gewalttthätig vorbehalten; ebenso das Filial (die Filialkirche) Weißkirchen (Weißenkirchen) im Thale Wachau durch Herrn von Zelking dem Stifte St. Florian.
Hanns Wilhelm Herr von Zelking ließ bei der Melkerischen Filialkirche Mätzelsdorf (Matzleinsdorf) nach Absterben des katholischen Zechmeisters von dessen Wittib (Witwe) die Kirchenschlüssel heimlich anfordern und ins Schloß Zelking bringen, so daß am Patrociniumsfeste des hl. Bartholomäus vom katholischen Pfarrer kein Gottesdienst gehalten werden konnte und die zahlreichen Wallfahrer abziehen mußten. (Seite 446)


§. 46.

Die Leiden des dreißigjährigen Krieges. Schweden=Invasion.
 


Der dreißigjährige Krieg – traurigen Andenkens – war ein Raub= und Eroberungskrieg. Die Religion diente den kriegsführenden Theilen lediglich als Deckmantel ihrer schnöden Motive. (Seite 486)

Die kaiserlichen Truppen, welche zur Rettung erschienen, lagerten sich in der Umgebung von Ibs (Ybbs) und Melk und plünderten die Schlösser des protestantischen Adels: Zelking, Schallaburg, Albrechtsberg, Bielach (Pielach). (Seite 288)

Priester und Cleriker ließen sich Tag und Nacht zu kriegerischen Diensten gebrauchen und trafen so gute Vertheidigungsanstalten, daß die feindlichen Horden (Tartaren)es nicht wagten einen Angriff zu unternehmen, sondern herumspähend sich seitwärts nach Matzleindorf wendeten, welches Thal sie über Zelking und gegen St. Leonhard am Forst hinein mit dem Blute niedergemetzelter Bewohnern befleckten. Das Beispiel der Melker bewirkte, daß auch die benachbarten Schlösser Albrechtsberg, Schallaburg, Zelking, Hohenegg, Goldegg, Kilb, St. Leonhard am Forst usw. sich gegen die türkischen Streifzügler zum Widerstande rüsteten.  (Seite 507)
(Teilentnahmen aus: Geschichte des Bisthums St. Pölten. Herausgegeben von Dr. Anton Kerschbaumer. I. Band: Vorgeschichte. Wien, 1875)



Der heilige Erhard

Laurentius von Rom (* evtl. in Osca (Spanien) oder Laurentum; † 10. August 258 in Rom) war römischer Diakon zur Zeit des Papstes Sixtus II. und starb als Märtyrer. Er wird in mehreren Kirchen als Heiliger verehrt. Sein Fest in der römisch-katholischen, der orthodoxen, der anglikanischen und der evangelischen Kirche ist der 10. August, in der armenischen apostolischen Kirche der 11. August (wikipedia.org).

 
Der konkrete Anlaß, wenigstens dreihundert Jahre nach seinem Ableben den Heiligen in einer Vita zu ehren, war die Anwesenheit Papst Leo IX. in Regensburg, der nicht nur die Gebeine des heiligen Wolfgang erhob, sondern diese in der damaligen Zeit einer Heiligsprechung gleichkommenden Ehre auch den Reliquien des heiligen Erhard angedeihen ließ. Sicherlich gaben die zahlreichen Wunder und Gebetserhörungen am Grab Erhards den entscheidenden Anstoß zu seiner Kanonisation; aber es könnte auch noch eine zweite Komponente dazukommen. Papst Leo IX. war als Bruno Graf von Dagsburg ein gebürtiger Elsässer; Erhard soll in den Vogesen der Legende nach sieben Klöster gegründet und die heilige Odilia, die Stifterin der Klöster Odilienberg und Niedermünster am Fuße des Odiliemberges im Elsaß, von ihrer Blindheit geheilt haben. Daher wäre es durchaus denkbar, daß in der Vita die Beziehungen Erhards zum Elsaß so stark in den Vordergrund geschoben wurden, um damit auch dem Papst eine Ehre zu erweisen (Seite 38).
 

Ist schon die Vita des heiligen Emmeram in Bezug auf Zeit- und Ortsangaben nicht sehr ergiebig, um wieviel weniger die des heiligen Erhard.
Die zweite Version, er sei öfters in das Elsaß gereist, ist wohl die wahrscheinlichere. Doch warum kam Erhard nach Baiern? Wohl kaum als missionierend durch die Lande ziehender Wanderbischof, vielmehr, daß er gezielt von dem Baiernherzog Theodo ins Land gerufen worden war (Seite 41).

Vom Tod Erhards und seiner Beisetzung in Regensburg erfahren wir nur aus der sonst wenig ergiebigen Vita des heiligen Albartus, welcher der Überlieferung nach Bischof des irischen Bistums Cashel und wie Hildulf ein Bruder Erhards gewesen sein soll. Doch ist hier die Interpretation mit „leiblicher Bruder“ noch weitaus fragwürdiger als bei Hildulf (Seite 42).

„Die Ausgrabung erfolgte in voller Kenntnis der Lage des Grabes an der richtigen Stelle… Die Öffnung und Umgestaltung des Begräbnisses ist mit anderen Worten der jetzt sichtbar und nachweisbar gewordene feierliche Erhebungsvorgang des Jahres 1052 in Gegenwart von Papst und Kaiser“. Die an sich schon lückenlose Beweisführung wurde durch das Urteil der Anthropologen nur noch bestätigt. Bei den aufgefundenen Reliquien ergab der Befund, daß es sich um die Gebeine eines im Alter von etwa 70 bis 80 Jahren verstorbenen Mannes „mediterranen“ Typs handelte.
Bringt man nun die schriftliche und die schriftlose Überlieferung in Einklang, so ergibt sich im Großen und Ganzen ein ziemlich klares Bild, das zwar einige Trübungen aufweist, die sich jedoch kaum jemals werden aufhellen lassen. Erhard war aus dem Süden Frankreichs gekommen, den er unter dem zunehmenden Druck der Araber verlassen hatte, gelangte über das Elsaß nach Regensburg, um hier das Amt eines Hof- oder Landesbischofs zu übernehmen (Seite 43).

Sein Todesjahr ist völlig unbestimmbar. Da Erhard, wie schon angeführt, hochbetagt starb, wäre es durchaus angängig, daß er seinen Täufling, die heilige Odilia, deren Todesdatum um 720 angesetzt wird, überlebt hat; nur ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auszuschließen, daß er das Jahr 739, das Jahr der bonifatianischen Kirchenorganisation erlebt hat.
In einem wohl auf Veranlassung Wolfgangs im Scriptorium von St. Emmeram angefertigten Sakramentar wird Erhard als „episcopus et confessor“ unter dem 8. Januar angeführt, ein Datum, das auch heute noch als der Tag seines Gedächtnisses gilt (Seite 44).

Eine zweite Welle der Erhards-Verehrung setzte ein, als Bischof Heinrich II. von Regensburg am 24. Dezember 1280 das Grab Erhards nochmals öffnen ließ. Dabei entnahm man dem Sarkopharg das Haupt und einen Arm des Heiligen, „damit sie, wegen der Verehrung des Volkes, mit Silber und Edelstein verziert, bei besonderen Festlichkeiten vorgeführt werden können“.
Nach der Graböffnung durch Bischof Heinrich II. von Regensburg nahm vor allem der Reliquien-Kult starken Aufschwung. Vermutlich sollte die Abgabe von Reliquien ebenso dazu dienen, das stark verschuldete Stift wieder zu sanieren, wie die Ausstellung von Ablaßbriefen.
Der Besuch des Erhards-Grabes scheint über Jahrhunderte hinweg sehr rege gewesen zu sein, denn alsbald entwickelte sich in der Woche des 8. Jänner der „Erhardi-Markt“ (heute nicht mehr bestehend), … (Seite 45).

Eine der bekanntesten Gebetserhörungen, zumal sie ihren literarischen Niederschlag in einer Erhards-Vita gefunden hat, ist die des Konrad von Megenberg.
Die älteste ikonographische Darstellung des heiligen Erhard ist jene im sogenannten Utakodex, einem Evangeliar, das um 1020 im Auftrag der 1025 verstorbenen Äbtissin von Niedermünster, Uta von Kirchberg, angefertigt worden war, und heute in der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek in München aufbewahrt wird (Seite 50/51).
(Teilentnahmen aus: Lebensbilder aus der Geschichte des Bistums Regensburg, 1. Teil, Regensburg 1989; Der heilige Erhard [Bischof von Regensburg], Beitrag von Paul Mai, Seite 38
51)

 

Votivgabe

Diese, am Altartisch des Hochaltares angebrachte Votivgabe könnte als Dank nach einer Genesung
(die durch Krankheit oder einen Unfall verursacht wurde?) angebracht worden sein.
Das Jahr und vom wem es angebracht wurde, konnte nicht erruiert werden



(Unter Glas) Linker silberner Fuß 8,5 x 3,0 cm; mit Inschrift: „Gott sey Dank!“ wurde am 14. Jänner 2005 wiederum montiert, da er schon seit der Renovierung als „abhanden gekommen schien.“ Größe des aus Zinn bestehenden (vergoldeten?) Rahmen 10,8 x 4,5 cm
 

 
Skizze der Gruftanlage im Chorraumbereich
 


Gruftplan vom ehemaligen Pfarrkirchenratsvorsitzenden-Stellvertreter, Herrn Leopold Stattler († 17. Dezember 2011)
 
 
 
Baubeschreibung der Kirchenpflasterung des Presbyteriums
(und der Gruftausmessungen)
vom 20. Oktober 1992 in der Pfarrkirche von Zelking

 

Das alte Pflaster, welches auf weichem Kalkmörtel verlegt war, wurde entfernt, da es teilweise schon durchlöchert (stark abgetreten) und zersprungen war. Trotz vorsichtiger Entfernung konnten von den etwa 70 m² nur circa 15 m² in gutem Zustand entfernt werden.
 
 
Die Bänke waren teilweise noch brauchbar, aber mauerseitig total vermorscht und eine Wiederverwendung daher unmöglich. Im Bodenbereich wurde circa 30 cm tief der Unterbau abgetragen, welcher aus sandigem und lehmigem Material bestand; dabei kamen fünf Grüfte mit den jeweiligen Gewölben zu Tage. Bei diesen Arbeiten wurden zwei Grüfte durch Entfernen eines Gewölbeziegels (die Ziegel waren jeweils liegend verlegt) geöffnet und nach Einsicht in diesen anschließend wieder sorgfältig zugemauert. Es befanden sich zwei Särge, vermutlich aus Metall, im Inneren dieser Gruft. Der Innenraum kann durch Abheben der Marmorplatte, welche circa 12–15 cm Stärke aufweist und vermutlich auf einem Steinfundament ruht, erreicht werden. In der anschließenden zweiten Gruft befand sich ein Sarg, vermutlich aus Holz bestehend. Da aber die Öffnung zu klein war, konnte man es nicht genau erkennen!

Es wurde die gemauerte Fläche (Gewölbebereich) des Presbyteriums mit Rollschotter und etwa 7 cm Unterbeton versehen, worauf das (neue) Kehlheimer Pflaster verlegt wurde. Eine von mir erstellte Skizze soll es ermöglichen, alle Grüfte ohne weiteren größeren Aufwand zu erreichen (durch Aufschneiden entlang der Marmorplatte wäre eine Entfernung dieser daher jederzeit möglich!). Die Angaben in meiner Skizze sind immer Gruftmittig angegeben. Der Ausgangspunkt ist der Altar (ohne Stufen) und seitlich von der Innenseite der Außenmauer angegeben! Die Grufthöhe beträgt maximal 1,50 m; die Oberkante der Gewölbeziegel liegen etwa 15–20 cm unterhalb der Oberkante der Pflasterung. Im Scheidbogenbereich gab es Ansätze von zwei Grüften (eingestürzt oder teilweise zugeschüttet); aber unterhalb der anderen Marmorplatten gab es nur Erd- bzw. aufgeschüttetes Material und keine weiteren Grüfte/Gruftgänge!

Leopold Stattler, Vorsitzender-Stellvertreter des Pfarrkirchenrates († 17. Dezember 2011
 
 
Ortung der Kupfersärge
 


Fünf feuervergoldete Kupfertafeln (aus den Jahren 1626, 1634, 1638, 1644 und 1655 stammend), die sich in den Grüften und später hinter dem Hochaltar befanden, befinden sich seit ca.1985 im Diözesanmuseum von St. Pölten
 
 
 

Marcel Mazella und Ralf Brand bei der Gruftortung vor dem Hochaltar (*)
 
 
Die Herren Marcel Mazella und Ralf Brand (Höhlen- und Karstforschung & OMEGATEAM aus D-06618 Naumburg) konnten am 30. April 2005 bei einer Ortung mittels eines Metalldetektors zwischen Hochaltar und Volksaltar (* links zur Mitte hin) mindestens zwei Kupfersärge und an der rechten oberen Seite des Gruftdeckels (im Chorraumbereich) einen Metallsarg bestätigen.
 
Ansonsten konnten im restlichen Kirchenraum keine weiteren Spuren von Metall geortet werden. Eine Grablegung von Urban Herrstorffer (Mittelgang, † 1597) war eine Erdbestattung. Am 25. Oktober 2007 fand auch eine Begehung im Mittelgang mittels Wünschelrute durch Herrn Baumeister Kurt Vogelauer (Waidhofen an der Ybbs) statt. Sein Ergebnis: Neben Urban Herrstorffer befindet sich eine Frauenperson (beide in Bleisärgen) beigesetzt.
Die Gruft befindet sich daher nicht nahezu in der gesamten Länge, wie es im DEHIO Niederösterreich Teil 2, M–Z 2003, Seite 2791, beschrieben steht.
 
 
 
Inventur und Diözesaninspektion in der Pfarrkirche Zelking

 

Inventuraufnahme durch Frau Ulrike Kirner
(bei ihrer Inventur am 30. Juli 2007)


1.) Wie Sie wissen, dient ein Pfarrarchiv dazu, den aktuellen Bestand an Kunstgegenständen, Objekten des liturgischen Gebrauchs und teilweise auch an Einrichtungsgegenständen einer Pfarre, unter Berücksichtigung des konservatorischen Zustandes, zu dokumentieren und auch zu sichern. Veränderungen und Abgänge müssen im Inventar verzeichnet bzw. dem Diözesankonservator gemeldet werden. Das Inventar für die Pfarre Zelking ist bereits vor einiger Zeit fertig gestellt worden und liegt nun zur Abholung durch den Herrn Pfarrer oder einem Bevollmächtigten in unserem Sekretariat bereit. Es sollte also künftig kaum mehr möglich sein, dass Objekte „einfach so verschwinden“.
 

2.) Das Inventar enthält ein Datenblatt mit Foto von der Ewiglichtampel in der Turmkammer. Auch die 2 noch vorhandenen klassizistischen Altarleuchter sind datenblattmäßig erfasst, mit dem Hinweis, dass die restlichen Leuchter der Garnitur nicht mehr auffindbar waren.

3) Zu Ihrer Anfrage bezüglich des Hochaltarbildes habe ich nur eine Vermutung: Da an der Vater-Tochter-Gruppe im Vordergrund ursprünglich Anstoß genommen wurde, wie Sie ja bereits herausgefunden haben, wird das Bild wohl nachträglich übermalt und aus der Tochter ein Sohn gemacht worden sein. Ob sich das auch quellenmäßig belegen lässt oder am Bild eine Übermalung feststellbar ist, kann ich Ihnen nicht sagen. Für Forschungsarbeit bleibt im Rahmen einer Inventarstellung naturgemäß keine Zeit. Übrigens habe ich Ihre Beobachtung zur Unstimmigkeit im Gemälde im entsprechenden Datenblatt des Inventars vermerkt.

Ich hoffe, ich habe damit Ihre Fragen, soweit sie in meiner Kompetenz liegen, beantwortet. Unser neuer Diözesankonservator, Dr. Wolfgang Huber, der ab 1. November im Amt ist, wird künftig der zuständige Ansprechpartner für solche Anliegen und Beschwerden sein.


Herr Diözesankonservator Dr. Wolfgang Huber bei seiner 1. Inspektion (in) der Pfarrkirche Zelking,
am 23. 11. 2009
 
 
 
 Diözesankonservator Dr. Huber vor dem Marienaltar
 
 
 
Sehr geehrter Herr Pichler!
 
Danke für Ihre Mitteilungen. Ich habe am Donnerstag  die Vertreter der Pfarre dahingehend informiert, dass eine Entsorgung kein adäquater Umgang mit Kirchengut ist, was auch einigermaßen deutlich war. Ich möchte – auch mit einer angedachten Restaurierung und eines entsprechenden Konzeptes – aufklärend wirken und nicht  gleich drohend und verachtend, wie Sie es anscheinend von mir fordern. Ich bin gerne zu einer Zusammenarbeit bereit, jedoch mit allen Betroffenen. Diese ständigen Vorwürfe und Polemiken führen doch letztlich auch nicht weiter.

Mit  freundlichen Grüßen
Wolfgang  Huber


Sehr geehrter Herr Pichler!

Wie ich seit Donnerstag (18. 2. 2010) weiß, wurden die Leuchter tatsächlich entsorgt, was entsprechend vermerkt und weitergeleitet  wird.

Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Huber

 
 
 
Hochaltarentwurfsbild
 
 
(*) Hl. Erhard als Beschützer der Versöhnten, Genesenden, Kranken und Sterbenden von Theodor Petter (bez.: CT. Petter 5. Nov. 1844“), Gemälde, Öl auf Hartkarton, 31 x 17,5 cm. Provenienz: 2002 aus Salzburger Privatbesitz für das Diözesanmuseum erworben.


Hochaltarentwurfsbild für die Pfarrkirche Zelking
 
 
Dieses Abbild wurde freundlicherweise seiten des Diözesanmuseums St. Pölten zur Verfügung gestellt.
Hier erkennt man eindeutig, dass der Vater eine Frau (seine Tochter!) begrüßt, daher schuf Petter das Altarbild ursprünglich nicht wie es heute noch in der Pfarrkirche zu sehen ist (siehe unter *), sondern es dürfte irgendwann doch übermalt worden sein, da man kaum annehmen kann, dass das Entwurfsbild ausgestellt war, an dem der Pfarrer Röhrich einst Anstoß genommen hatte.

Es hätte noch Erklärungsbedarf, warum Theodor Petter das Entwurfsbild mit Tochter, das Hochaltarblatt aber doch mit Sohn gemalt hatte!

 
Bei der kleinen Ölskizze handelt es sich um den Entwurf für das Hochaltarbild in der Pfarrkirche von Zelking, das vom Wiener Historienmaler Theodor Petter (**) stammt und laut Signatur 1845 entstanden ist. Den Auftrag dafür erhielt Petter noch vom Pfarrer Josef Leutmötzer († 1845), (*der nachfolgende Pfarrer Ambros Röhrich (1845–1851 Pfarrer in Zelking) wollte dagegen die Einweihung [hiermit kann nur das heutige Hochaltarblatt, aber mit der reumütigen Tochter gemeint sein] des Bildes verhindern, weil er an der links im Vordergrund dargestellten Gruppe der Versöhnten Anstoß nahm und sie sogar als unanständig bezeichnete). In dieser Angelegenheit wandte sich der Künstler in einem Schreiben (Diözesanarchiv St. Pölten: Konsistorialakten Zl. 3990 ex 1846) an Bischof Anton Buchmayer und erklärte darin den inhaltlichen Zusammenhang der als unanständig empfundenen Gruppe (**). Petter fügte hinzu, dass bei der laufenden Kunstausstellung in Wien von dem aus neun Professoren bestehenden Komitee keinerlei Beanstandung gemacht wurde. Vielmehr wurde das Bild (***) im Laufe der zwei Monate der Ausstellung sowohl vom Allerhöchsten Hof als auch von vielen tausenden Menschen sowohl von geistlicher als auch von weltlicher Seite gesehen und als gelungen erkannt. Auch in den Beurteilungen der öffentlichen Zeitschriften komme nicht die leiseste Andeutung vor, die der Ansicht des Herrn Pfarrers beipflichte. Schließlich erbat sich der Künstler vom Bischof die Genehmigung zur Einweihung des Bildes, die mit bischöflichem Antwortschreiben vom 21. November 1846 an den Herrn Dechant Joseph Steiner in Haunoldstein delegiert wurde (Konsistorialakten Zl. 3661 ex 1846).

(* Entnommen aus: C. R. Y. Festschrift zum 75. Geburtstag von Weihbischof Dr. Heinrich Fasching, St. Pölten, Bischöfliches Ordinariat 2004, S. 472, Beitrag von Herrn Diözesankonservator Dr. Johann Kronbichler. Auf dem abgebildeten Entwurfsbild ist eindeutig eine weibliche Person abgebildet, daher könnte das Hochaltarbild nachträglich übermalt worden sein oder es wurde von Haus aus eine männliche Gestalt eingefügt!).
(** Theodor Petter, * 29. Mai 1822 in Spittelberg (Wien); † 15. Oktober 1872 in Wien, war ein österreichischer Maler; er wird auch mit Theodor Josef oder Josef Theodor laut Internet beschrieben.
(** Ein Vater findet seine verlorene reumütige Tochter wieder)
(*** Hier dürfte das jetzige Hochaltarbild gemeint sein)

 

 (**) Auf dem HA-Blatt (Hochaltarbild) aber empfängt der Vater eine Person mit Bart, daher kann es nur (s)ein Sohn sein

 

Alte Ansicht, vermutlich um 1900 mit dem schönen, ehemaligen Luster (*).
Über der Kanzelschalldecke Engel mit Kelch und Hostie.
Rechter Seitenaltar mit der ehemaligen Nepomuk-Statue.
Einige der hier abgebildeten Bilder sind auch nicht mehr vorhanden!
 
 
 
 (*) Der große Luster wurde um 1950 entfernt und war eine Spende vom ehem. Kunstschlosser Heinrich Kalina aus Wien (laut Frau Hedwig Strauß, Zelking).
 
 
 
 Renovierungen
 
 
Im Jahre 1947 erfolgte eine Innenrenovierung. Dacherneuerung und Turmdeckung (laut einer im Turmdach befindlichen Beschreibung) durch die Firma Felkl aus Melk im Oktober 1953 (wegen der Firmung im Mai 1954 durch Dr. Franz König, damals noch Bischof-Koadjutor von St. Pölten). Die Auftragserteilung erfolgte durch Hochwürdigen Herrn Pfarrer Leopold Lang
 
 
 
 Eindeckung des Turmes mittels Dachziegeln (1954)

Kardinal Franz König (* 3. August 1905 in Warth bei Rabensten; † 13. März 2004 in Wien)
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG
 
Pfarrer Leopold Lang (mit Barett), * 17. Mai 1900, † 4. Jänner 1981

Dankschreiben von „Altpriester“ KR Edmund Warchol

Kupferblecheindeckung


Neudeckung des Daches sowie kupferne Turmeindeckung, neue Kehlheimer Platten, Stuhlbänke in barocken Formen, Luster., Ausmalen usw. Kostenaufwand: 5,500.000 Schilling.

Umfangreiche Innen- und Außenrenovierung: Eine große Sanierung fand noch unter dem „Altpriester“ Edmund Warchol von
1986 bis 1994 (Innen- und Außenverputz, Farbgestaltung) statt.

Im Dachstuhl befindet sich eine Fledermauskolonie (Kleines Mausohr) – seit der Renovierung (1986–1994) stark geminderter Bestand!



Pf. Edmund Warchol als 80-jähriger Jubilar (1994)
 
Konsistorialrat Edmund Warchol (geboren am 20. November 1914) war seit 1971 bis zu seinem Tode am 6. Oktober 2000 (der ehemalige Diözesanbischof Dr. Kurt Krenn und andere Priester zelebrierten am 14. Oktober das Requiem) als Priester für die Pfarre Zelking tätig.



Ewig-Licht-Ampel, mit Fastentuch 2004 – „AugenBlicke des Friedens!“ (Internet)


Vor Ostern 2006 wurde die Ewig-Licht-Ampel abgenommen und im Glockenturm „deponiert“.


Die im Turmobergeschoß „liebevoll“ deponierte Ewig-Licht-Ampel


Die Erweiterung des Friedhofs mit „moderner“ Betonmauer erfolgte 1995.

Entfernung des Speisgitters Dezember 2000, welches 1870 unter Pf. Leopold Haindl angeschafft wurde (H. A. 8/1976).
Generalvisitation in der Pfarre Zelking am 1. Mai 2004 durch den ehem. Loosdorfer Pfarrer, Dechant Raimund Breiteneder.
„Nachsanierung“ (Turm usw.) Spätsommer/Herbst 2004.
 
 
Südwestliche Ansicht unserer Pfarrkirche


Die südliche Friedhofsmauer (zwischen altem und neuem Friedhof befindlich) wurde im Sommer 2006 teilweise abgetragen (hatte unterschiedliche Höhen bzw. lockeres Mauerwerk) und wurde mit alten und neuen Steinen auf gleiches Niveau gebracht bzw. mittels neuer Steinplatten abgedeckt. Die Sanierung erfolgte August bis Oktober 2006.




 „Kyrill“ und die Pfk. Zelking
 
 
Beschädigungen im Firstbereich (Langhausdach) durch Sturm „Kyrill“
 
 
Vom Donnerstag, den 18. Jänner auf Freitag, den 19. Jänner 2007 wurde durch den über Österreich hinwegfegenden Sturm „Kyrill“ das Bramac-Dach von der Parrkirche beschädigt. Vor allem waren Firstziegel, aber auch Dachziegel heruntergerissen worden.
 
 
Fastentuch 2007
 
 

2007 wurde ein modernes und ansprechendes Fastentuch von Herrn Manfred Hartmann mit dem Titel „Leuchtendes Kreuz“ (aus
 
2004) in den Pfarrkirchen Zelking und Matzleinsdorf angebracht



Dienten solche (ehemaligen) Beichtzettel als Erinnerung/Kontrolle?

 
 
Beichtzetteln aus der Pfarre Zelking 1967 und 1969(?)

 

 
 Eine 1954 stattgefundene Restaurierung der Madonna mit Kind, wird in einem Antwortschreiben seitens des Bundesdenkmalamtes an das Pfarramt folgend beschrieben:

 
 9684/54
 
 
An das hochwürdige Pfarramt Zelking
Niederösterreich

Das Bundesdenkmalamt gestattet sich mitzuteilen, daß am Freitag, den 29. X. die gotische Madonnenstatue aus der Pfarrkirche Zelking durch Herrn Kanzleidirektor Dauberger mit dem amtlichen Lastwagen nach Restaurierung zurückgestellt wird. Die Restaurierungsarbeiten waren nicht ganz einfach, es mußten Teile der Falten, Arm und Fuß des Jesukindes, die Krone und anderes ergänzt werden. Auch die Fassung war so schadhaft, daß weitgehende Erneuerung motwendig war. Die Restaurierung ist jedoch zufriedenstellend ausgefallen.
 
Wien, am 27. Oktober 1954

Der Landeskonservator:
Unterschrift (unleserlich)

(Abschrift aus einer Kopie)

 
Zelking am 9. November 1959
 

Erklärung zur Anschaffung der Läutmaschinen u. Turmuhr!

 
Seit mehreren Jahren findet sich niemand in Zelking der die Kirchenglocken läuten würde. Kinder u. alte Leute sind zu schwach dazu, andere stehen in der Arbeit. So läute ich als Pfarrer die Glocken. Das ist aber mit großen Opfern u. Schwierigkeiten verbunden, da ich sehr oft in der Schule oder auswärts bin. Am Morgen zur hl. Messe kann ich nicht im Meßornat auf den Turm steigen, die Ministranten sind zu schwach dazu und Mesner haben wir auch keinen, dazu ist unsere Pfarre zu klein. Nur Sonntags haben wir einen Mesner. So hat der Pfarrkirchenrat beschlossen Elektro-Läutmaschinen anzuschaffen. Es ist dies wahrlich kein Luxus. In jeder Kirche rings um uns, außer Matzleinsdorf, haben sie bereits das elektr. Glockengeläute.         Seit 1954 steht unsere Turmuhr. Ich glaube, sie war schon 500 Jahre alt. Ich habe mich viel darum bemüht, aber es war nichts mehr zu machen. Es war schade um jedes Geld, das man für Reparaturen ausgab. So hat der Pfarrkirchenrat sich auch bewegen lassen, eine elektr. Turmuhr anzuschaffen. Die ganzen Sorgen lasten natürlich jetzt auf mir. Die Firmen wollen ihr Geld. Ich habe schon drei Mal in der Kirche für diesen Zweck gesammelt; es sind eingegangen 1.840 S. Was ist das, wenn eine Rechnung schon auf 25.815 Schilling lautet. In dieser Woche kommt die Uhr. Die soll auch wieder gleich bezahlt werden. Die Firma Schauer sagt, sie kann keine Kredite geben. Sechstausend S. habe ich schon bei der Bestellung anzahlen müssen. Mein ganzes, was ich besaß, habe ich der Pfarre vorgestreckt.

Da ich in den vergangenen Jahre mein ganzes Ersparnis der Pfarre Zelking geschenkt habe, so habe ich derzeit nichts mehr. Vor einigen Jahren haben wir eine große Dachreparatur gehabt die 50.700 Schilling gekostet hat. Diese Summe habe ich ganz allein gedeckt. Die Pfarre hat den Marienaltar renovieren lassen, das hat 27.000 Schilling gekostet. Dazu hat auch die Creditanstalt-Bankverein 5.000 Schilling gespendet. Im Jahr 1950 habe ich den Pfarrhof in Zelking ganz neu umbauen und renovieren müssen, weil er zum Teil umgefallen war, das hat 170.00 Schilling gekostet. Auch diese Kosten habe ich als Pfarrer ganz allein getragen und habe geschuftet und mich geplagt wie ein Tier. Herr Generaldirektor brauchen nur Ihre Angestellten fragen, die kennen mich gut und haben mich schuften gesehen, nur daß der Pfarrhof für moderne Seelsorge brauchbar ist. Die Jugend aus dem Erholungsheim der Creditanstalt benützt ja zu ihren Unterhaltungen diese pfarrlichen Seelsorgsräume. Ich freue mich immer, wenn sie sich im Pfarrhof so wohl fühlen und stehe gerne bereit zu ihren Diensten.

Abermals will ich wieder mein Bestes tun, aber ich bin mit Kraft und Mittel am Ende und so bitte ich vielmals Sie, Herr Generaldirektor Erich Miksch meiner zu gedenken und die Kirche Zelking mit Ihrer Liebe und Güte nicht zu vergessen. Mit vereinten Kräften läßt sich manches schaffen.


In dankbarer Ergebenheit unterzeichnet Pfarrer Leopold Lang
(Unterschrift)

Abschrift aus einer Kopie

 
 
St. Pölten am 4. Juli 1962
 
 Bischöfliches Ordinariat St. Pölten

An das röm.-kath. Pfarramt ZELKING
 
Gegenstand:
Auf das Ansuchen vom eing. 10. 4. 1962 ist von der S. Paenitentiaria in Rom unterm 16. Juni 1962 Nr. 4591/62 folgendes Reskript eingelangt.
 
„Beatissime Pater,    Rector ecclesiae paroecialis titulo Sancti Erhardi, in Zelking, intra fines dioecesis Sancti Hippolyti, ad pedes Sanctitatis Tuae provolutus, humillime petit ut christifedeles, confessi ac sacra Synaxi refecti, Indulgentiam plenariam die 2 augusti vel, si iustis de causis id expedire ipse iudicaverit, die dominico proxime insequenti, toties consequi valeant quoties praedictam ecclesiam pia mente visitaverint ibique sex Pater, Ave et Gloria ad Summi Pontificis mentem in unaquaque visitatione devote recitaverint.
Et Deus, etc. 16 iunii 1962.
Sacra Paenitentiaria Apostolica benigne annuit pro gratia iuxta preces, a d   s e p t e n n i u m Contrariis quibuslibet non obstantibus.“

Als Taxe wurden S 85,- vorgeschrieben, die mittels beiliegendem Erlagschein anher zu überweisen sind.
 

 
 
(Unterschrift)                     (Unterschrift)
 
 Kanzler                          Generalvikar   
 
 
 
Stempel vom Bischöflichem Ordinariat
 
 
 
(Abschrift aus einer Kopie)

 
 
 

(*) St. Pölten am 4. Juli 1962
 
 
 
Bischöfliches Ordinariat St. Pölten
 
 
An das röm.-kath. Pfarramt Zelking
 
Gegenstand:
Reskript = Rechtsentscheidung (im Einzelfall) auf das Ansuchen (siehe oben) von der Sancta Penetentiaria in Rom (Sündenstrafen-Nachlaß-Kongregation)

„Beatissime Pater (frei übersetzt wohl Allerseeligster Mitbruder!)

Der Leiter der Pfarrkirche mit dem Ehrennamen des heiligen Erhard in Zelking innerhalb der Grenzen der Diözese St. Pölten bittet, vorgebracht zu Füßen seiner Heiligkeit, demütigst, daß Christgläubige, Beichtiger (wörtlich: Bekenner), gebessert durch das Sakrament der Buße vollkommenen Ablaß erhalten am 2. August (1962) oder falls er entscheiden sollte, aus triftigen Gründen anders (sic!) obwohl id) loszusprechen, am nächstfolgenden Sonntag, so oft sie die genannte Kirche betreten, sie frommen Sinns besuchen, dortselbst sechs Vater unser und Ehre sei Gott auf Meinung des Papstes bei jedem einzelnen Kirchenbesuch andächtig sprechen, und Gott sei Ehre und Anbetung!
 
16. Juni 1962:
 
 
Die Heilige Apostolische Sündenstrafen-Nachlaß-Kongregation hat mit Gnadenkraft wohlwollend (iuxta meint:) vollinhaltlich den Bitten zugestimmt für sieben Jahre.“
Contrariis quibuslibet non obstantibus: sofern nicht entgegenstehende Sachverhalte vorliegen ad mentem Summi Pontificius auf Meinung des Papstes Johannes XXIII. 1958–1963 (Paul VI. 1963–1978).

(*) Dankenswerterweise übersetzt von Herrn Dr. Helmut Müller/Kefermarkt

 
 
 
Papst Johannes XXIII.
 
 
(*) Johannes XXIII. (* 25. November 1881 in Sotto il Monte; † 3. Juni 1963 in der Vatikanstadt) – bürgerlicher Name Angelo Giuseppe Roncalli – wurde am 28. Oktober 1958 als Nachfolger von Pius XII. zum Papst gewählt. Er wird auch der „Konzilspapst“ oder wegen seiner Bescheidenheit und Volksnähe im Volksmund il Papa buono („der gute Papst“) genannt. Er wurde am 3. September 2000 von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen.
 
 

Papst Paul VI. (wikimedia.org)
 
 
(*) Papst Paul VI. (bürgerlich Giovanni Battista Enrico Antonio Maria Montini; * 26. September 1897 in Concesio bei Brescia; † 6. August 1978 im päpstlichen Sommersitz Castel Gandolfo) war von 1963 bis 1978 nach kirchlicher Zählung der 261. Papst der Kirchengeschichte (* beide Daten stammen und Bild stammt aus dem Internet)

 
 
 Der Ablasshandel und die Folgen
(Kirchenspaltung)


Am 5. Dezember 1443 erblickte Giuliano della Rovere, der spätere Papst Julius II. (von 1503–1513 auf dem Stuhle Petri) das Licht der Welt. Allerdings war er sehr Jähzornig und nahm die Fastenregeln nicht ernst, sondern er  bevorzugte Thunfisch, Garnelen sowie Kaviar und trank dazu auch die teuersten Weine. Er hatte zahlreiche Affairen mit Frauen (mit seiner Dauerkonkubine zeugte er drei Töchter) und starb schließlich an der „Franzosenkrankheit“. Obwohl er kein Kirchenmann war, ging er als Förderer der damals größten Künstler (wie zum Beispiel Michelangelo, ...) in die Geschichtsbücher ein. Er gab den Auftrag, die alte Peterskirche abzubrechen. Sein Baumeister Donato Bramante hatte dazu schon die Pläne angefertigt und die römische Bevölkerung war darüber entsetzt; so bekam er den Beinamen „Maestro rovinante“ ( „Meister der Zerstörung“). Schon am 18. April 1506 legte man den Grundstein für den heutigen Petersdom. Da viel Geld dafür von Nöten war (und auch die luxeriöse Hofhaltung des Papstes kostete Unsummen), so erfand Julius II. eine lukrative Geldquelle und erließ  Ablässe (dieser konnten nicht nur in Italien käuflich erworben werden). Die Ablasszetteln waren der Stein des Anstoßes für die Kirchenspaltung durch Martin Luther!


Firmungen (und Visitationen)


(*) Firmungen in der Pfarrkirche Zelking seit Anfang 1900: 13. Mai 1914
Dr. Johannes Rössler, Bischof von St. Pölten; 17. Mai 1934 – Michael Memelauer, Bischof von St. Pölten; 6. Mai 1954 – Dr. Franz König (Bischof-Koadjutor von St. Pölten); 11. Mai 1966 – Bischof Dr. Franz Žak (Bischof in St. Pölten); 2. Mai 1972 – Dr. Franz Žak (57 Kinder); ? Dr. Alois Stöger (Weihbischof von St. Pölten); 1. Mai 2004 – Dechant Raimund Breiteneder (ehemaliger Pfarrer in Loosdorf).
Die Firmungsmatriken in der Pfarre Zelking (4/1 HD 8/8) beginnen mit der ersten Firmung am 6. Juli 1857 (* Diözesanarchiv St. Pölten)
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