Diverses

Wer unter anderem betrat das Gemeindegebiet von Zelking-Matzleinsdorf?

Wer unter anderem betrat unser Gemeindegebiet?
(via Straßen, Donau, Schienenwege und Luftraum)
 
Die Nibelungen


Rüdiger von Bechelaren begrüßt die Nibelungen (Motiv aus der Nibelungensage)
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG

 
(*) Rüdiger (auch Rüdeger) von Bechelaren, wirbt 13 Jahre nach Siegfrieds Tod bei Gunther um die Hand Kriemhilds für Attila (Etzel), den Hunnenkönig. Er leistet Kriemhild einen Treueid, der ihn später dazu zwingt, gegen die Burgunder (u. a. den mit seiner Tochter verlobten Giselher) zu kämpfen. Rüdiger und Gernot töten in diesem Kampf einander. Bechelaren ist Pöchlarn in Niederösterreich, an der Mündung der Erlauf in die Donau.
 
Bezüglich der Kampftechnik zu Pferde waren die Hunnen den Europäern weit überlegen: Wie alle zentralasiatischen Reiterhirten beherrschten sie die Technik des Parthischen Manövers, bei der in vollem Galopp nach hinten geschossen wurde. Die besten Bogenschützen trugen bunte Bänder in ihren langen Zöpfen. Mit den Hunnen kam eine revolutionäre Erfindung nach Europa: stabile Sättel mit eingearbeiteten Steigbügeln. Die Römer kannten zwar auch leichte Sättel, aber keine Steigbügel. Durch den stabilen Halt und die Steigbügel war die hunnische Reiterei in der Lage, beidhändig vom Pferde aus zu kämpfen, da sie dieses nun mit den Schenkeln lenken konnten. Zwar führten auch die Europäer einen eingeschränkten Kampf zu Pferde, doch sie bevorzugten den Kampf von Mann gegen Mann.
(* Entnommen aus dem Internet)

Die Nibelungen in der Wachau

 

Als die Burgunden  ihrer Königstochter auf der Fahrt ins Heunenland zu König Etzel (Attila) das Geleit gaben, kamen sie auch nach Melk. Hier hielt man kurze Rast. Der Burgherr von Melk, ein Lehensmann des Hunnenkönigs, Astold geheißen, ließ den Gästen einen Willkommen- und Labetrunk in goldenen Gefäßen reichen, den man ihnen an die Straße brachte, die gegen Mautern führte. Da einst der des Weges Unkundige nur beschwerlich reisen konnte, geleitete man die Burgunden bis nach Mautern, wo den Gästen keine Gefahr mehr drohte. Durch die Wachau ritt vorne Astold mit fünfhundert Mannen Rüdigers von Bechelaren, denen die künftige Königin auf einem weißen Zelter mit „Güldener Schabracke“  („goldene Satteldecke“) folgte. Ihr zur Seite ritt deren Oheim (Onkel) Bischof Pilgrim von Passau zur Rechten und Rüdiger von Bechelaren zur Linken. Dahinter folgten hundert schöne Maiden (junge Mädchen), der Königin Hofstaat, nach Jugendart in munterem Geplauder Pläne schmiedend, sodaß sich manche bereits als glückliche Braut oder gar Frau eines hunnischen Fürsten oder Königs sah. Den Zug beschloß als Nachhut Markgraf Eckewart mit fünfhundert gewappneten (bewaffneten) Reisigen.

Plauderten die Mägdelein, so ritt dagegen Kriemhilde still und verschlossen ihres Weges. Dem begleiteten Oheim fiel dies auf und er fragte seine Nichte darum, was ihr Herz so bedrücke. Er meinte, er hätte sich eine glückliche Braut wohl anders vorgestellt. Doch Kriemhilde offenbarte ihre geheimsten Gedanken dem Oheime nicht, denn dieser hätte als Priester die Rachegedanken nicht gutgeheißen. Darum sprach sie: „Zürnet mir nicht ob meiner Schweigsamkeit, denn ich bin in Sorge, ob ich recht tue, einen Heiden zu ehelichen. Wohl hat König Etzel vor langen Jahren die Taufe empfangen, ist aber seiner Völker wegen, deren nur wenige an das Christentum glauben, wieder Heide geworden.“ Da lobte der Bischof seine Nichte ob ihrer frommen Gesinnung und meinte, ein gutes Weib vermöge gar viel über den Mann, und es könnte mit Gottes gnädiger Beihilfe leicht sein, daß sie den König samt seinen Völkern dem wahren Glaube gewänne.
Dem stimmte auch Rüdiger zu, äußert sich aber dahin, es gäbe auch in der Wachau für den Heidenbekehrer der Arbeit in Hülle und Fülle, denn „Wisset, viel edle Königin, in diesem Tale herrschen noch mächtig alte Götter, Agez, der fürchterliche Stromgott schlägt zur Winterszeit die holde Isa, das Donauweibchen, in Fesseln; auf jenen hochragenden Felsen, der Aggstein geheißen, sitzt die Nixe Raan und lockt durch ihren Gesang die Fischer ins Verderben (ähnlich der Loreley-Sage!); auf den Wogen tanzen ihre neun Töchter verführerischen Reigen; einst trug hier der Riese Wate, dem der Watstein heilig ist, seinen und Wachhildens Sohn Wieland über den Strom (eine frappierende Ähnlichkeit mit dem „Christusträger“,  Christophorus genannt!), auf daß er bei den Zwergen des Schwerterschmiedens kundig werde; Frau Holle späht in den Gehöften nach den Spinnerinnen; im Gewittersturme braust Wodans wilde Jagd durch ragende Schluchten, im Aggswald stehen Opfersteine, nicht nur vom Tierblut gerötet.“

 

Ansichtskarte von 1910 mit dem Watstein und eingleisige Bahntrasse der Donauuferbahn (bei Dürnstein)
Die Bahnstrecke wird oft fälschlicherweise als Wachaubahn beschrieben
Die Landschaft rechts und links der Donau (zwischen Krems und Melk) wird als Wachau bezeichnet!

 Denkmal von König Richard Löwenherz und dem Sänger Blondel, anstelle vom ehemaligen Watstein

Entsetzt über soviel Heidentum in der Stromenge, bekreuzigt sich der Bischof und murmelte ein absagendes Gebet.
Unter solchen und ähnlichen Gesprächen gelangten die Reisenden ins lichte Mautern und nach etlichen Stunden in die Burg Traismauer, wo sich der Bischof von seiner Nichte trennte, um nach Passau zurückzukehren, nachdem er ihr noch väterliche Mahnungen gegeben hatte.
Segenswünsche begleiteten Kriemhilde auf ihrem weiteren Weg ins Land der Heunen (Nach Josef Wichners „Wachausagen“, Seite 7).
Entnommen aus: Geschichten und Sagen des Kremser Bezirks, (um 1955), 225. Sagenbeitrag, Seite 195/196

(*) Attila Sohn des Mundzuk, war von 434 (als Mitherrscher zusammen mit seinem Bruder Bleda) bzw. 444/45 (als Alleinherrscher, da er seinen Bruder ermordete) bis zu seinem Tode (453), König der Hunnen
Bechelaren
Pöchlarn (Niederösterreich) befindet sich an der Mündung der Erlauf in die Donau
Etzel
Dieser mittelhochdeutsche Name des zweiten Gatten der Kriemhilde, bezieht sich auf (den Hunnen) Attila
Burgunden
Das Volk oder der Stamm der Burgunden, auch Burgunder, wird den Ostgermanen zugerechnet. In der Spätantike begründeten sie an der Rhône ein eigenständiges Reich, das im 6. Jahrhundert im Frankenreich aufging
Frankenreich
Ein, zwischen dem 5. und 9. Jahrhundert, in West-, Süd- und Mitteleuropa befindliches Königreich
Heunenland
Frühere Bezeichnung für ein Gebiet, in dem das Volk der Hunnen lebte
Hunnen ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe zentralasiatischer Reitervölker mit nomadischer, später halbnomadischer Lebensweise. Ihre genaue Herkunft und Ethnizität ist nicht genau bekannt bzw. in der modernen Forschung umstritten. Ebenso ist unsicher, ob der Begriff Hunnen eine klar umrissene Gruppe von Stämmen bezeichnete. In der modernen Forschung wird vielmehr oft angenommen, dass der Name eher als prestigeträchtige Bezeichnung für eine heterogen zusammengesetzte Gruppe zu verstehen ist. Fest steht nur, dass die in spätantiken Quellen als „Hunnen“ bezeichneten Stämme um die Mitte des 4. Jahrhunderts n. Chr. im Raum zwischen den Flüssen Don und Wolga lebten und schließlich nach Westen vorstießen, wobei sie nicht unter einheitlicher Führung agierten. Sie fielen ab 375/76 n. Chr. mit dort unbekannter Reiterkampftechnik in Europa ein und spielten in der spätantiken Geschichte noch bis ins späte 5. Jahrhundert eine bedeutende Rolle. Allerdings zerstreuten sich die Hunnen nach dem Tod Attilas 453 und dem Zerfall seines Reichs wieder weitgehend
Hunnenland (hier Heunenland geschrieben) Großes Gebiet in Zentralasien
Kriemhild(e) (Krimhild) Eine der Hauptfiguren in der Nibelungensage
Reisige
Wurden gewappnete Dienstleute oder berittene Begleitpersonen des Mittelalters genannt
Rüdiger (Rüdeger) von Bechelaren
Ein, im Nibelungenlied bezeichneter Markgraf, der die Markgrafschaft Bechelaren von Etzel zu Lehen erhalten hatte
Wodan
Hauptgott in der germanischen Religion und Mythologie
Zelter
So wurde im Mittelalter ein Reitpferd oder Maultier wegen seines (dem Reiter angenehmen) Ganges wie Pass und Tölt, bezeichnet
(* Entnommen aus dem Internet)

Die Nibelungen – der Sage nach – betraten mit Kriemhilde auf der Fahrt zur Hochzeit mit Etzel und dann nochmals, wo sie alle am Hofe des Hunnenkönigs umgekommen sind, also zwei Mal das Gemeindegebiet Zelking-Matzleinsdorf, daher erfolgte dieser (indirekt das Gemeindegebiet betreffende) „Sageneintrag“ unter dieser Rubrik!

Zur Nibelungensage: Man geht daher allgemein davon aus, dass diese Heldensagen ein teils erfundenes, teils immer wieder neu zusammengesetztes Sagengeflecht darstellen, das auf verschiedenen historischen Ereignissen fußt.

(*) Im Gegensatz dazu vermutet der Privatgelehrte Heinz Ritter-Schaumburg als wahren Kern der Nibelungensage historische Ereignisse in Niederdeutschland um das Jahr 500. Er sieht die Sage als historische Quelle an, wobei er sich vor allem auf die altschwedische Fassung der Thidrekssaga stützt. Ritter nimmt unter anderem an, dass der Etzel/Attila der Sage nicht auf den hunnischen König Attila, sondern auf einen Friesenprinz zurückgeht, der Soest erobert haben soll. Das Bern der Sage vermutet er in Bonn, die Herkunft der Nibelungen im Raum der Voreifel. Sagenhelden wie Dietrich von Bern, Siegfried und die Nibelungen wären demnach historisch und erst im Verlauf des Mittelalters mit historisch bekannten Vorbildern wie Theoderich dem Großen oder den Burgunden verwechselt und gleichgesetzt worden. Von Fachkreisen wird die These allerdings abgelehnt.

Da die schriftliche Überlieferung der Nibelungensage erst im Hochmittelalter einsetzt, sind Entstehung und Entwicklung der Sage auf Quellenkritik und hypothetische Rekonstruktionen angewiesen. Die Geschichte der Rekonstruktionen der vorschriftlichen germanischen Heldendichtung ist voll von theoriegestützten Vermutungen, Spekulationen und Sondermeinungen, die von der Mehrheit der Experten nicht oder nur für kurze Zeit als erwägenswert angesehen wurden.

Die Nibelungensage vereint verschiedene Sagenkreise, die zum Teil auf geschichtliche Vorgänge zurückgehen oder zumindest die Namen historischer Personen als Versatzstücke benutzen. Der zeitliche Rahmen für diese Anklänge liegt zwischen dem 5. und dem 10. Jahrhundert. Die literarischen Werke, die Teile der Nibelungensage gestalten, gehen mit dem Stoff sehr unterschiedlich um. Eine Figur namens Rüdiger tritt in der Nibelungensage nur im Nibelungenlied auf, und, sicher aus einer Vorstufe des Nibelungenliedes, in der Thidrekssaga. Die Hunnen des Nibelungenliedes und ihr König Etzel spiegeln dabei die Ungarn des 10. Jahrhunderts und ihre Herrscher, obwohl ihre Namen der Geschichte des 5. Jahrhunderts entnommen sind. Schon Metellus von Tegernsee (um 1160) bezeugt ein Heldenlied über einen Grafen Rogerius (Rüdiger), der zusammen mit Tetricus (Dietrich) an der Erlauf (also bei Pöchlarn) Heldentaten vollbracht habe. Eine Verbindung Rüdigers und Dietrichs zur Nibelungensage schon zu dieser Zeit beweist das allerdings nicht. Diese Verbindung besteht spätestens seit ca. 1200.
Im Nibelungenlied verwaltet Markgraf Rudeger von Bechelaren das Gebiet östlich der Enns und ist dem Hunnenkönig untertan. Das heißt, dass im 10. Jahrhundert ein fränkisch-, bzw. bairischer Adeliger seinen Herrschaftsbereich auf Besitzungen aus der Zeit der karolingischen, ersten deutschen Ostsiedlung im Donauraum inne hatte. Seinen Sitz hatte er in Pöchlarn, welches sich von Bechelaren ableitet und eine alte Regensburger Besitzung war. Die fränkisch-bairische Ostsiedlung war an der Donau bereits ab der Mitte des 8. Jahrhunderts in den Grundzügen vollzogen. Die Einflussgebiete ungarischer Herrscher reichten zeitweise bis weit nach Niederösterreich, auch wenn diese bisweilen die Oberhoheit des Fränkischen Reichs anerkannt haben. Nach der Schlacht bei Preßburg (ad Brezalauspurc) und der vernichtenden Niederlage des bairischen Heerbanns durch die Ungarn wurde das Land bis zur Enns fest von den Ungarn besetzt. Die Ungarn schweiften vorübergehend im Norden bis zur norddeutschen Küste, im Süden bis Norditalien und im Westen bis weit nach Bayern und Schwaben hinein. Vor allem hatten sie die volle Oberhoheit über das Gebiet östlich der Enns. Dennoch sind im späten 10. Jahrhundert großteils noch die gleichen Besitzverhältnisse wie in karolingischer Zeit vor dem Ungarneinfall nachgewiesen
(* Entnommen aus dem Internet).

Durchfuhr daher auch Kriemhild auf ihrer Brautfahrt in das Hunnenland (mit Gefolgsleuten und dem Tross) einstmals das Gemeindegebiet von Zelking-Matzleinsdorf?

 

Römisches Reich

 
(*) Kaiser Diocletian (284 bis 305) hob die bisherige Vereinigung der Heeres- und Zivilverwaltung auf und verkleinerte die Provinzen. Aus Noricum entstanden nun 2 Provinzen. Der südlich des Tauernkammes gelegene Teil hieß von da ab Noricum mediterraneum, kurz Binnennoricum, der nördliche Noricum ripense (Ufernoricum). Die Enns wiederum teilte Ufernoricum in einen West- und Ostteil. Kaiser Dioletian schuf als neuerliche Grenzverstärkung die Legio I Noricum, die den Dienst ostwärts der Enns bis zum Wienerwald zu versehen hatte, während die bisherige Legio II Italica nur mehr westlich der Enns eingesetzt war. 
(* Entnommen aus: Österreichs Wiege, 1966, Seite 33)

In der Zeit des Römischen Imperiums befand sich in unserer Gegend, nahe dem römischen Arelape, eine Hafenanlage der römischen Donauflotte, deren Schiffe unser heutiges Gemeindegebiet durchfuhren.


Donaukarte mit den ehem. römischen Flottenstationen
(Arelape = Pöchlarn)

Die ehemalige Limesstraße wurde meistenteils von Zivilpersonen benutzt, die „Tabulastraße“ jedoch ausschließlich vom römischen Militär, Nachrichtendienst usw.


(von links nach rechts)
Briefmarkenabbildungen entnommen aus: Die Römer in Österreich
1. Reihe: Antefix (Stirnziegel), Legionsadler, Goldmünze (Avers und Revors), Ohrringe
2. Reihe: Greifenfigur, Eisenring mit Gemme, Weihrauchgefäß, herkules Statuette
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG
 

Im 4. Jahrhundert verweilten zwei Mal römische Kaiser in Lauriacum: Am 24. Juni 344 unterzeichnete dort Constantius II. (337361) einen kaiserlichen Erlass und 378 kam Gratianus (367383) auf der Durchreise nach dem Osten vorbei (wurde einstmals auch von diesen römischen Kaisern das Gemeindegebiet von Zelking-Matzleinsdorf betreten?).
 

    
Österreichische Briefmarken mit römischen Motiven
(Römischer Bote zu Pferd, römischer Reisewagen und römisches Kapitell mit Inschrifttafel)
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG
Modell einer liburna (im Heimatmuseum in Pöchlarn/Welserturm befindlich)
 
Eine Liburne (lateinisch: liburna,) war in der römischen Flotte ursprünglich ein leichtes, zweirangiges (mit zwei Ruderreihen versehenes) und bewegliches Kriegsschiff (Bireme) Internet.

Mittels Flussgaleeren und anderen Wasserfahrzeugen, Soldaten zu Fuß, als Reiter und mit Pferdegespanne, aber auch Zivilpersonen und zivile Fuhrwerke überquerten daher unzählige Male unser Gemeindegebiet.
 
UNIVERSITÄTSPROJEKT/ Studierende der Universität Regensburg besuchten Pöchlarn … (NÖN Woche 35/2006, Seite 17)

Am 24. August 2006 durchfuhren Studenten (40 Ruderleute und fünf „Soldaten) von Pöchlarn kommend unser Gemeindegebiet auf dem Wege nach Ungarn (Budapest).

 
Regensburg, 05. 10. 2006
Sehr geehrter Herr Kappelmüller, in den Nachmittagsstunden des 2. September erreichte die von Regensburg aus gestartete navis Lusoria „Regina“ nach 17 Tagen Fahrt wohlbehalten Budapest. Sie und Ihre Gemeinde haben mit Ihrer Unterstützung des Projektes „Exploratio Danubiae“ maßgeblich dazu beigetragen, dass nach über 1500 Jahren wieder eine römische Flussgaleere die Donau als entscheidenden Verbindungsstrom im Imperium Romanum nutzen konnte.
im Namen der Universität Regensburg, der Besatzung und der Versorgungsmannschaft möchte ich mich herzlichst für Ihr Engagement und den freundlichen Empfang bedanken.
Bene tibi!
Mit freundlichen Grüßen aus Regensburg
Dr. Heinrich Konen
Schreiben von Akad. Rat Dr. Heinrich Konen an Herrn Josef Kappelmüller (Pöchlarn)
 

Römerblock Gemeinschaftsausgabe mit der Slowakei
Das linke Markenbild zeigt einen römischen Legionär
mit dem Heidentor bei Petronell (Carnuntum), rechts einen berittenen Soldaten (Gerulata),
darunter Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG
 
 
Carnuntum: Der Feldherr Tiberius gründete vor etwa 2000 Jahren Carnuntum; dies war die Geburtsstunde für eine sehr wichtige Metropole des römischen Imperiums. Carnuntum war die Hauptstadt der Provinz Oberpannonien. Durch Kaiser Hadrian erhielt Carnuntum etwa 124 nach Christus das offizielle Stadtrecht und wurde zum municipium erhoben. Während des Feldzuges gegen die Markomannen wählte Kaiser Marc Aurel Carnuntum als Residenz. In der Blütezeit betrug die Zahl der Einwohner um die 50.000 bei ca. 10 km². Als der Stadthalter Septimius Severus 193 n. Chr. durch seine Soldaten zum Kaiser ausgerufen wurde, stieg die Stadt Carnuntum in den Rang einer colonia auf. Gegen Mitte des 5. Jahrhunderts geriet Carnuntum durch den Abzug der Römer allmählich in Vergessenheit.

Gerulata: In der Nähe des heutigen Rusovce, einem Stadtteil von der heutigen slowakischen Hauptstadt Bratislava (Preßburg), lag das einstige römische Militärlager Gerulata, welches im 2. Jahrhundert entstanden ist, aber bereits 200 Jahre später aufgelassen wurde. Am besten ist das Fundament eines 30 x 30 m Hauses, dessen Mauern eine Dicke von 1,5 m aufweisen, erhalten.

 

Germanen, Slawen und Awaren

a) Völkerwanderung

Vom Standpunkt einer europäischen Geschichtsschreibung ausgehend, kann man den Beginn der Völkerwanderung mit dem Hunnensturm des Jahres 375 nach Christus ansetzen. Die nun beginnenden Wanderwellen der verschiedensten germanischen Völkerschaften berührten auch teilweise das Gebiet des Bezirkes Amstetten.

1. Wandalische, quadische und alanische Scharen ziehen unter der Führung des Wandalenkönigs Godegisel um 401 nach Christus die Donau aufwärts nach Gallien und Spanien.
2. Die Juthungen durchstreifen um 428 nach Christus das uferländische Norikum. Der römische Feldherr Aetius besiegt sie.
3. Die Heere der Hunnen unter Attilas Führung, begleitet von germanischen, hauptsächlich ostgotischen Hilfsvölkern, durchstreifen im Zeitraum von 430 bis 450 nach Christus mehrmals die Gegend an der unteren Enns und Ybbs.
(Seite 57) 

b) Die Awarenzeit

Das siebente nachchristliche Jahrhundert bringt den Slawen zunächst eine Zeit der Blüte. Samo, angeblich ein fränkischer Kaufmann, stellte eine Koalition aller Slawen von Böhmen bis zur Sawe auf und errichtete ein Slawenreich. Es zerfiel nach seinem Tode um 669 nach Christus so plötzlich, wie es entstanden war.
Dem Baiernstamm  bietet sich damit die Gelegenheit, stärker in das Land östlich der Enns (auch in unser Gebiet) rückzuwandern. Er hatte sich zunächst um die Mitte des 6. Jahrhunderts in politischer Hinsicht der thüringischen Völkerfamilie angeschlossen und war gleich dieser Abhängigkeit vom Frankenreich der Merowinger geraten. Mit dem Tode des Frankenkönigs Dagobert (638) erreichten die Baiern die Unabhängigkeit, und nach 670 dehnten sie ihre Herrschaft ostwärts der Enns aus.
Dabei stießen sie zwar auf keinen Widerstand der durchwegs friedlichen und politisch nicht organisierten Slawen, wohl aber auf die ungebrochene Kraft der Awaren, die ihre Grenzringe an der TraisenKamp-Linie erbaut hatten und die Landstriche bis zur Enns als ein Vorfeld ihrer Macht betrachteten. Der Gegenstoß der Awaren trifft um 700 nach Christus die Stadt Lorch … Anderseits aber hat der bairische Siedler östlich der Enns seinen Boden sicher nicht preisgegeben, sondern bald nach 700 die Siedlungen noch weiter östlich, etwa bis an die Melk vorgeschoben. Bairische Bestrebungen, das Land zwischen Enns und Traisen fester in die Hand zu bekommen, sind mit gutem Grund anzunehmen, zumal die Awaren noch immer auf die Bodennutzung verzichteten und sich auf Streif- und Raubzüge beschränkten. (Seite 63)

c) Karolingerzeit

Das Donauland im nördlichen Österreich wurde in mehrere Grafschaften zerlegt, aber als Awarenmark unter eine Oberleitung gestellt. So reichte die Grafschaft Ybbs von der Enns bis zur Melk. (Seite 66)
Nur von Schenkungsurkunden für Klöster und Bistümer haben wir Kenntnis. Aber auch diese Urkunden sind oft erst nachträglich ausgestellt worden und dienen mehr der Bestätigung. Denn geistliche Stifte hatten ja das Recht, unkolonisiertes Land zur Urbarmachung in Besitz zu nehmen. Das Schwert erobert den Boden, das Kreuz macht ihn fruchtbar. (Seite 67)

Schließlich erwuchs dem gesamten Donauland in den Ungarn oder Magyaren, einem mongolischen Reitervolk, die große Gefahr. Sie bemächtigten sich unter der Führung Apads der ungarischen Tiefebene. Im Jahre 900 stießen sie bis zur Enns und über den Fluß vor, wurden allerdings bei Linz besiegt und zurückgeschlagen. Der Versuch des bairischen Heeresaufgebotes, auch das unterennsische Gebiet vor den Einfällen der Ungarn zu retten, schlug jedoch zur Gänze fehl. Am 4. Juli 907 vernichteten die Ungarn dieses Heer in der Schlacht bei Preßburg. Zahlreiche Adelige und der herzog selbst fielen. Alles Land bis zur Enns ist damals den Magyaren untertänig geworden und ein halbes Jahrhundert lang unter ihrer Herrschaft geblieben. (Seite 72)
(Entnommen aus: Österreichs Wiege – der Amstettner Raum, 1966)

(Daher durchzogen alle diese Völker, aber auch Heere den Bezirk Melk und somit das Gemeindegebiet von Zelking-Matzleinsdorf)

Florian, der spätere „Wasserheilige“


Hinterglasbild hl. Florian
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG

 
Florian ist in Zeiselmauer zur Welt gekommen.
 
DIE LEGENDE
 
Das Problem liegt einerseits in der sehr späten Heiligenlegende bzw. im Fehlen einer konkreten Begräbnisstätte dieses Heiligen.
Unter Kaiser Diokletian (284305), und seinem Mitregenten Maximian wurden im gesamten römischen Reich die Christen verfolgt. In Lauriacum (LorchEnns) lies der Statthalter Aquilinius 40 christliche Personen verhaften und in den Kerker werfen (sie sind später umgekommen). Der ehemalige Amtsvorsteher von Lauriacum, damals in Cetium (St. Pölten) weilend, eilte, als er davon hörte herbei, um den Gefangenen beizustehen. Da er sich (so wie die Gefangenen) den Göttern zu opfern weigerte, wurde er gefoltert und mit einem Stein um den Hals versehend, in die Enns gestürzt.


„Das Martyrium des Florian.“ Nach einem Stich von Raphael Sadeler dem Älteren aus der „Bavaria Sancta“ von 1615
(Entnommen aus: Schauber/Schindler
Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf, 2001, Seite 204)

Damit keine Verehrung an Florians Grab durch seine Anhänger erfolgen konnte, wurde sein Leichnam an einem unbekanntem Ort beigesetzt!
Es kam tatsächlich 303 und 304 im Rahmen einer Reorganisation des gesamten römischen Reiches unter anderem auch zur Verfolgung der Christen.
Ähnlich wie dem heiligen Florian in Lauriacum erging es den Bischöfen Irenäus in Sirmium und Quirinus von Siscia. In der Irenäuslegende wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Kaiser die Beseitigung der Leiche angeordnet hatte, damit sich die Christen nicht am Märtyrergrab treffen und somit keine Andachten verrichten konnten – so erübrigt sich auch die Suche nach der Grabesstelle.
Teilentnahme (mit leichter Abänderung) aus: Geschichte von Enns (1996), Seite 67, Beitrag: Im Brennpunkt Abendländischer Geschichte von Dr. Willibald Katzinger
Vermutlich überquerte Florian nur ein Mal das Gemeindegebiet von Zelking-Matzleinsdorf.
 
Der heilige Severin, genannt „Apostel Noricums“


Der heilige Severin
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG

 
Am 8. Jänner 482 ist diese größte, edelste und aktivste Persönlichkeit seiner Zeit gestorben.
Beide Teilprovinzen von Noricum – Binnennoricum und Ufernoricum (sind etwa mit dem östliches Österreich gleichzusetzen), gehörten damals noch zum römischen Reich, als Severin – bald nach dem Tod des Hunnenkönigs Attila († 453) hier seine Tätigkeit begann.
Nach einer um das Jahr 511 geschriebenen Überlieferung, soll Severin aus dem Orient an der Grenze von Ufernoricum und Pannonien gekommen sein. Zuerst weilte Severin in Asturis (Zeiselmauer), dann in der nächstgelegen „Stadt“ Comagenis (Tulln), um sich Favianis (Mautern), einer Einladung der Favianser folgend zuzuwenden.
Severin wählte Favinis zu seinem Stammsitz, wo vorerst eine Mönchszelle, später ein Kloster errichtet wurde.
Von Mautern aus begab sich Severin nach Lauriacum (Lorch-Enns), der ehemaligen Bischofsstadt von Noricum ripense. Durch die Bedrohung germanischer Völkerscharen sieht sich Severin veranlasst, die Bevölkerung von Quintanis (Künzing), Batavis (Passau-Niedernburg), Biotro (Passau-Innstadt) sowie auch Ioviaco (Brandstatt) zunächst nach Lauriacum zu führen und diese dann später nach Favianis umzusiedeln.
Severins Biograph Eugippius, der eine Lebensbeschreibung des (späteren) Heiligen in einem Brief darstellt, bringt das Ziel und die Absicht seines Kommens klar zum Ausdruck. Folgende Worte, die als Motto für sein Lebenswerk galten, legte man Severin in den Mund: „Gott hat mir den Auftrag erteilt, diesen Menschen hier (in Noricum) in ihrer Not beizustehen.Er erhielt reichlich Gelegenheit dazu, denn Hunger, Gewaltakte und Überfälle gab es täglich.
Betreffs der geographischen Herkunft des Heiligen – aufgrund einer Bemerkung Eugippius soll Severin aus „Italia“ abstammen, wegen der Art und Weise seines Sprechens, Akzent und Sprachschatz, nennt ihn sein Biograph einen „ganz und gar lateinischen Menschen“.
Die Art und Weise wie Severin sich gab, läßt vermuten, dass Severin eher aus vornehmen Kreisen abstammte.
Obwohl Favianis mit anderen ufernorischen Städten dem rugischen Königshaus tributpflichtig war, hatte es Severin verstanden, für die ufernorische Bevölkerung angenehme Lebensbedingungen auszuhandeln.
Von Mautern aus begab sich Severin nach Lauriacum (Lorch-Enns), der ehemaligen Bischofsstadt von Noricum ripense. Durch die Bedrohung germanischer Völkerscharen sieht sich Severin veranlasst, die Bevölkerung von Quintanis (Künzing), Batavis (Passau-Niedernburg), Biotro (Passau-Innstadt) und Ioviaco (Brandstatt) zunächst nach Lauriacum zu führen und diese dann später nach Favianis umzusiedeln.
Durch den nicht mehr einzudämmenden germanischen Druck (aus dem Westen), blieb als allerletzte Schutzmaßnahme nur mehr die Abwanderung in das noch etwas sichere Ufernoricum und zuletzt nach Favianis.
Bald nach Severins Tod kam es zur Zerschlagung der rugischen „Schutzmacht“ seitens Odoakers, eines Skirenprinzen, der zum König in Italien aufgestiegen war. Odoaker erteilte 488 den Befehl, die romanische Bevölkerung – wie Severin oftmals schon voraussagte – habe nach Italien auszuwandern.
Eine einzigartige historische Quelle, die einen Einblick in die soziale, politische und religiöse Verhältnisse in der Provinz Noricum zur Zeit des römischen Niederganges in der Spätantike liefert, ist die Vita Sancti Severini, die Lebensbeschreibung des heiligen Severin, die Eugippius, ein Schüler Severins, einige Jahrzehnte nach seinem Tod verfasste.
Das ausgehende 5. Jahrhundert in der Grenzprovinz Noricum war geprägt von Angst, kriegerischen Auseinandersetzungen mit germanischen Gruppen, Hunger, Plünderungen, Überfällen und chaotischen Zuständen. Da die militärischen Truppen Ufernoricum bereits verlassen hatten, hatte sich die Bevölkerung zum Schutze vor feindlichen Angriffen in die ehemaligen Legionslager der römischen Soldaten zurückgezogen, aus denen befestigte Siedlungen wurden, die mit umliegend angelegten Getreide- und Obstkulturen versorgt wurden.
Severin, über dessen Herkunft keine gesicherten Quellen existieren, kam vermutlich bereits als älterer, vornehmen Kreisen entstammender Herr in das pannonisch-norische Grenzgebiet. Aufgrund seiner Sprache und seinen italienischen Kontakten wird vermutet, dass er aus Italien stammen könnte. Seine Ankunft fällt in eine Zeit, wo die römische Herrschaft bereits im Zerfall begriffen war. Das Fehlen jeglicher staatlichen Autorität machte eine Koordination und Verwaltung des Landes besonders schwierig.
Severin scheint in dieser chaotischen Zeit eine zentrale Integrationsfigur gewesen zu sein, die sich um die Not leidende Bevölkerung kümmerte und versuchte, durch die Errichtung von Klöstern (Favianis, Biotro) den Menschen Halt und Zuversicht zu vermitteln. Er bemühte sich um die Verbreitung der christlichen Glaubenslehre und vermittelte der Bevölkerung, dass durch Beten, Fasten und gute Werke mit der Hilfe Gottes das drohende Unheil abgewendet werden könnte. Sein Leben kann als Beispiel für den Übergang der Verwaltung in kirchliche Organe gesehen werden, der gegen Ende der Römerherrschaft zunehmend an Bedeutung gewann.
Neben seiner Tätigkeit als Mönch war Severin auch Staatsmann (Rudolf Zinnhobler): Seine politischen Aktivitäten sind besonders an seinem Verhandlungsgeschick festzumachen. Scheinbar genoss Severin sogar hohes Ansehen bei den Germanen, weshalb es ihm beispielsweise gelang, römische Kriegsgefangene von den Alemannen frei zukaufen. Immer wieder versuchte er zwischen germanisch-römischen Konflikten zu vermitteln.
Als die Situation für die Bevölkerung nicht mehr haltbar war, organisierte Severin den Abzug der Bevölkerung nach Lauriacum und schließlich Favianis. In Lauriacum baute er eine Art Flüchtlingslager auf. Obwohl italienische Transporte von Kaufleuten nur mehr unter großen Umständen möglich waren, gelang es ihm, die Menschen in Lorch mit Olivenöl aus Italien zu versorgen. Immer wieder organisierte er Hilfslieferungen und die Verteilung von Kleidung und Lebensmitteln an die Bevölkerung. Die Einführung vom Zehent, den er zur Versorgung der Armen verwendete, brachte ihm auch viel Missgunst ein.
Geographisch lässt sich das Wirken Severins entlang der Donau von Tulln (Comagenis) bis nach Bayern (Quintanis-Künzing) und die Salzach entlang bis Cucullis (Kuchl) nachzeichnen. Sein zentraler Aufenthaltsort dürfte Favianis (wahrscheinlich Mautern in Niederösterreich) gewesen sein, wo er selbst ein Kloster gegründet hatte.
Da die ehemalige Hauptstadt Ufernoricums, Ovilavis, in der Vita Sancti Severini keine Erwähnung findet, wird angenommen, dass dieses schon weitgehend zerstört und verlassen war.


St. Severin (auf einem alten Andachtsbildchen)

Rudolf Zinnhobler greift in seinem Beitrag über den Heiligen Severin im Katalog der Landesausstellung 1982 einige Ereignisse aus der „Vita“ heraus, die Bezug auf das heutige Oberösterreich nehmen (S. 15 ff.). In „Ioviaco“ (Schlögen oder Aschach an der Donau) handelt Kapitel 24 der Lebensbeschreibung Severins:
„Es schildert ein dramatisches Ereignis und führt uns mitten hinein in jenen Etappenweisen Abzug der Romanen vom Westen in den Osten, der durch den Einfall germanischer Stämme bedingt war. Wir erleben Severin als den „Seher“, der bevorstehende Überfälle voraussagt, was in nüchterner Alltagssprache wohl nur sagt, dass er über ein gut ausgebautes Nachrichtennetz verfügt hat. Im konkreten Fall warnt der Heilige die Bewohner von Ioviaco, „einer Stadt mehr als zwanzig Meilen von Batavis entfernt“, vor dem heran dringenden Feind und erteilt den Übersiedlungsauftrag. Zwei Boten schickt Severin ab, den Kantor (Kirchensänger) Moderatus, dem man keinen Glauben schenkt, sodann einen Bewohner aus Quintanis, der offenbar selbst ein Betroffener war, seine Heimat bereits aufgegeben hatte und bei Severin in Favianis weilte. Zumindest der in Ioviaco stationierte Presbyter Maximianus sollte zum Abzug bewogen werden. Die Sendboten des Heiligen richteten aber nichts aus. Ioviaco wurde verwüstet, seine Bewohner gefangen genommen und Maximian erhängt.“ (Zinnhobler, S. 15.)
Severin von Noricum starb am 8. Jänner 482 im Kloster Favianis (Mautern an der Donau). Als 488 auf Odoakers Anordnung hin die gesamte römische (Lateinischsprechende) Bevölkerung Ufernoricum verließ, wurde Severins Leichnam von seinen Anhängern – entsprechend seiner Bitte – mit nach Italien genommen und in Lucullanum bei Neapel, wo auch ein St.-Severin-Gedächtniskloster entstand, beigesetzt.
Aus Noricum wurde zwar der Großteil der römischen Bevölkerung ausgesiedelt, es ist aber bekannt, dass in bestimmten Gebieten, wie etwa dem Salzkammergut noch längere Zeit lateinisch sprechende Siedlungen erhalten geblieben waren (vgl. Weber, S. 25).
Der Text wurde auf Basis der in der Literatur angegebenen Publikationen verfasst.
Teilentnahmen aus: SEVERIN Ausstellungskatalog Linz 1982 – Severin zwischen Römerzeit und Völkerwanderung. Beiträge u. a. von Univ.-Prof. Dr. Rudolf Zinnhobler, Mag. Dr. Gerhard Winkler (beide Linz), Univ.-Prof. Dr. Ekkehard Weber und Dr. Hannsjörg Ubl (beide Wien)

Unter anderem betrat auch der heilige Severin mehrmals den Boden (ob auf der Limesstraße, der „Tabulastraße“ oder durchfuhr er mittels Schiff die Donau?) zwischen Melk und Pöchlarn und damit das heutige Gemeindegebiet von Zelking-Matzleinsdorf!

 
Samo – ein fränkischer Kaufmann 

 

Ein ehemaliger Herrscher über ein Gebiet, in der auch unser Gebiet eingebunden war.

Gegenüber dem Müllnerkogel befindet sich am Nordabhang des Hiesberges (höchste Erhebung 558 m) der „Weiße Stein“, welcher vermutlich einstmals ein Grenzstein gewesen sein könnte. Der deutsche Kaufmann Samo (verdeutscht Alleinherrscher) aus dem Frankenlande gründete ein slawisches Reich – welches auch bis in unsere Gegend reichte; er regierte von ca. 624 bis 658. Nach seinem Tod zerfiel das Reich und die Awaren konnten ihre Herrschaft noch für weitere 140 Jahre festigen, deren Macht Samo zuerst gebrochen hatte.

(*) Das mongolische Hirtenkriegervolk der Awaren rückte nach dem Abzug der Langobarden in deren bisheriges Siedlungsgebiet ein. Mit den Awaren kamen auch slawische Stämme. „Diese Völkerschaften prallten bei ihrem Vordringen auf einen westgermanischen Stamm: die Baiern, die ihrerseits von dem führenden germanischen Volk, den Franken abhängig waren“. In der zweiten Hälfte des 6. Jahrhundert beginnen auf dem Boden Österreichs die Auseinandersetzung zwischen den slawisch-awarischen und den germanischen Elementen und damit die Geschichte des österreichischen Frühmittelalters.

Den Osten von Pannonien bis über die Theiß ins ehemalige Dazien füllten die Awaren aus; zwischen und neben ihnen wohnten Slawen, die gemeinsam mit ihnen in den Jahren 602611 in Dalmatien einfielen und dort das alte Salona zerstörten, in dessen Nähe, im heutigen Split (Spalato), sich Kaiser Diokletian, ein gebürtiger Dalmatiner, nach seinem Rücktritt einen gewaltigen Palast hatte erbauen lassen. Andere Slawen brachen aus dem Dnjeprbecken nach Westen vor, wo sie die obere Weichsel- und Oderlandschaft besetzten; sie sind wahrscheinlich über die Karpatenpässe in die heutige Slowakei, das frühere Oberungarn, und durch die Oderpforte nach Mähren gelangt. Ebenso drangen sie auch in die Täler der Ostalpen und in die Karstländer vor.
Dieser für die Zukunft entscheidende Vorstoß der Slawen in den Westen geschah mit Wissen und Willen der Awaren, die ihrer bedürften, um die verödeten Landstriche wieder unter den Pflug zu nehmen. Ein großer Teil der Slawen wurde dann von ihren awarischen Machthabern über die Donau auf die Balkabhalbinsel gedrängt, wo sie sich vom Schwarzen Meer bis zur Adria verbreiteten. Das Slawentum wurde bald zu einem gefährlichen Gegner ihrer Zwingherren. Als diese im Verein mit den persischen Sassaniden zu einem entscheidenden Schlag gegen Byzanz ausholten, brach in Böhmen und dessen Nachbarländern ein Aufstand der slawischen Randvölker unter der Führung des fränkischen Kaufmanns Samo aus. Es gelang ihm, ein Großreich zu errichten, das sich vermutlich weit über die Sudetenländer und die Ostalpen erstreckte, aber bald nach dem Tode Samos zugrunde ging.
Samo war sicherlich „ein Vertreter jener großen Kaufleute, die damals den Fernhandel über außerordentlich weite Strecken leiteten“. Bei der Bildung seines Reiches waren Handelsbeziehungen, Kreuzungen der Handelswege und Marktanlagen von besonderer Bedeutung.
„Wahrscheinlich hat er sowohl über die Slawen der Sudetenländer (Tschechen, Mährer) wie über die Alpenslawen (Karantanen = Slowenen) geherrscht; auch ein Teil der österreichischen Donaulandschaft wird zu seinem kurzlebigen Reich gehört haben“.
Während die Sudetenslawen nach Samos Tod wieder unter awarische Botmäßigkeit zurückfielen, zogen es die Alpenslawen vor, sich in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts einer anderen, minder drückenden Herrschaft, nämlich der bayrisch-agilolfingischen, zu unterwerfen (* Günther Probszt Österreichische Münz- und Geldgeschichte, 3. Auflage 1994, Verlag Böhlau, Teil 1, Teilentnahme Seite 111/112).

(*) „Dies (die Abschüttelung des Jochs der Awaren) geschah erst unter der Führung Samos, eines fränkischen Kaufmanns aus Sens (Departement Yonne, Frankreich), der einen großen slawischen Völkerbund im Norden und Süden der Donau ins Leben rief“. „Wohl im Zusammenhang mit diesem von 623 bis 658 blühenden großen Slawenreich, das sich der Überlieferung nach von Thüringen und Böhmen bis zur Südgrenze Kärntens erstreckt hat, wurden die Slawen von der awarischen Herrschaft (769) frei.“ Im Jahre 796 wurden dann die Awaren von Karl dem Großen vollständig unterworfen (* Günther Probszt Österreichische Münz- und Geldgeschichte, 3. Auflage 1994, Verlag Böhlau, Teil 1, Teilentnahme Seite 23).

(*) Denn gerade für die Slawenzeit erschließt Oettinger (Univ.-Prof. Dr. Karl Oettinger)  eine ganz besondere Bedeutung Wiens, als Mittelpunkt eines mächtigen Reiches, nämlich des Reiches jenes fränkischen Kaufmannes Samo, der ein großslawisches Reich gegründet und beherrscht hat, ein wirklich gefährlicher Gegner des Merowingerreiches (UNSERE HEIMAT, Seite 49).
Dieser Samo ist es, von dem uns die Chronik Fredegars berichtet, daß er – ein fränkischer Kaufmann – um 624 nach Abschüttlung der awarischen Herrschaft ein großslawisches Reich gegründet habe, gegen das sich der Frankenkönig Dagobert, von Westen aber die Alemannen und von Süden die verbündeten Langobarden wendeten. Damit ist, zumindest für diese Zeit, die Ausdehnung vom südlichen Kärnten bis an die Elbe als möglich gegeben. Hier in der „Donauburg“ (Wien) hätte Samo seine steinerne, mit Kunstwerken aus dem südslawischen Adriagebiet geschmückte Curia (Gebäude) errichtet und hier von ca. 624660 regiert (*  Teilentnahmen aus: UNSERE HEIMAT, Seite 50).
Die „Residenz“ Wien wäre jedenfalls den Kampfgebieten gegen die im Alpenvorland vorrückenden Alemannen und gegen die in Kärnten heraufziehenden Langobarden näher gewesen als die „Wogastiburg“ in Nordwestböhmen an der böhmisch-thüringischen Grenze, aber gerade dort befindet sich Samo (UNSERE HEIMAT, Seite 50/51).
(*) Teilentnahmen aus: UNSERE HEIMAT Monatsblatt des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich und Wien; Jahrgang 23, 1952, Nummer 3
4

 
(*) Die Regierungszeit Herzogs Samo liegt zwischen 622 und 658, also vor 670!
Wien war somit kaum das Zentrum des Slawenreichs Samos (* Teilentnahme aus: UNSERE HEIMAT Monatsblatt des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich und Wien; Jahrgang 23, 1952, Nummer 5
7, Seite 131).

Zu den zahlreichen Lokalisierungsvorschlägen zählen (unter anderem – von West nach Ost): Melk, Wien, Carnuntum, Hainburg etc. (Internet)

Ritterheere, Babenberger und Magyaren

Im Hochmittelalter zogen große Ritterheere durch den Nibelungengau nach Palästina nicht nur als Wallfahrer, sondern auch um mit ihren Schwertern den Zugang zu den heiligen Stätten zu sichern oder freizukämpfen. Unter ihnen befanden sich auch Babenberger (* Seite 22).
Eine neue Kathastrophe bahnte sich am Beginn des 10. Jahrhunderts an. Das aus Osten eingewanderte Reitervolk der Ungarn (Magyaren) machte das Land unsicher. Sie konnten zuerst bei Wien, dann bei Pöchlarn besiegt und abgewehrt werden.
Unter Otto dem Großen wurde im Donauland eine neue Mark geschaffen, für die um 970 ein Markgraf Burghard genannt wird, der seinen Sitz in Pöchlarn hatte. Wegen Ungehorsam gegenüber dem deutschen Kaiser wurde ihm die Markgrafschaft entzogen und 976 Leopold I. aus dem Geschlecht der Babenberger damit betraut. Als erste Residenz diente ihm Pöchlarn (* Seite 28).
Auf dem Felsen von Melk errichteten bereits die Römer eine
„Poststation, bis in die Mitte des 10. Jahrhunderts stand dort angeblich die Eisenburg der Ungarn. 984 musste sich der Legende nach der Babenbergermarkgraf Leopold I. die neue Residenz in Melk gegen einen Rivalen erringen. Von hier nahm das Werden des heutigen Österreich seinen Ausgang. Rund 270 Jahre war das Schicksal Österreichs eng mit der Geschichte der Babenberger verbunden (* Seite 29, Entnommen aus: Maria Taferl von Hans Ströbitzer).

Somit sind viele Ritter und deren Gefolge, Magyaren und auch einige Babenberger durch unser heutiges Gemeindegebiet gezogen.

 
 

 

Matthias Corvinus in Österreich

 
Bald begann der Streit um den jungen König (Ladislaus). Für Österreich wollten ihn die verwandten Grafen von Cilli und die begüterten Eytzinger, um den Ständen zur Macht zu verhelfen; in Böhmen lag die Verwaltung bei Georg Podiebrad, dem Vertreter der Nationalpartei; in Ungarn hatte man Johann Hunyady zum Reichsverweser bestellt, der 1446 auch schon in Österreich einfiel.
Friedrich aber gab den Knaben nicht heraus, er nahm ihn sogar 1452 mit zur Kaiserkrönung, der letzten, die in Rom stattfand.
Nun vereinigten sich die österreichischen Stände mit Hunyady
zum sogenannten Mailberger-Bund und belagerten den Kaiser in Wr. Neustadt, bis er ihnen den 13-jährigen König auslieferte.
Dieser wurde nun von den drei Volksgruppen wie ein Spielball mißbraucht und starb schon 1457; die drei Länder aber gingen wieder eigene Wege. Böhmen wählte Georg von Podiebrad zum König, der größte Teil Ungarns wählte den Sohn Johann Hunyadys, Matthias Corvinus, der sich auch bald durchzusetzen wußte, zum König. Nur die westlichen Komitate wählten in Güssing Friedrich zum Nachfolger seines verstorbenen Neffen.
Die österreichischen Erbländer fielen an den Kaiser zurück, doch erhielt er keineswegs die Macht im Lande.
Viele Adelige hausten im Lande wie Raubritter. Friedrichs Bruder Albrecht VI. wollte auch Österreich unter der Enns haben; er verbündete sich sogar mit dem räuberischen Gamaret Fronauer, der von seinem Stammsitz bei St. Pölten Raubzüge bis zur Enns unternahm (ob von diesen Raubzügen unter Fronauer auch die Gemeinde Zelking-Matzleinsdorf davon betroffen war, könnte angenommen, kann aber derzeit nicht bestätigt werden!).
(Entnommen aus: Österreichs Wiege, 1966, Seite 189/190)

 

Erzherzog Albrecht VI. (1462)
 
Er war der jüngere der zwei Söhne von Herzog Ernst, dem Eisernen und Cymburgis von Masowien. Sein Vater war Herzog der Steiermark und starb 1424. Sein älterer Bruder Friedrich war der spätere Kaiser Friedrich III. (Internet).

Der Erzherzog (Albrecht VI.) hielt den Zeitpunkt wohl nicht für geeignet, um an dieser Wendung Anstoß zu nehmen, denn er scheint bereits mit Ungeduld auf diesen Ruf gewartet zu haben, der es ihm ermöglichte in die Verhältnisse einzugreifen. Nachdem er in Linz einen Landtag abgehalten, hatte er sich unter großen Rüstungen zu Wasser und zu Lande nach Melk begeben, wo er bereits am 29. Oktober einem getreuen Diener, seinem Kämmerer Erhard Doß, einen Besitz in Österreich (das Schloß Ernstbrunn) verleiht.
Albrecht VI. wollte, daß sein Bruder auf Österreich zugunsten seines dreijährigen Sohnes Maximilian (der spätere Kaiser Maximilian I.) verzichte, für den eine Regentschaft das Land regieren sollte (Teilentnahme aus den Seiten 398–400).
Max Vancsa. Geschichte Nieder- und Oberösterreichs. Zweiter Band, 1927

Auch der Erzherzog Albrecht VI. betrat mit seinem Heer auf der Straße und Donau gegen Ende Oktober 1462 unser Gemeindegebiet!

 
 
1529 und Folgen der 1. Türkenbelagerung
 
 
1530 wurde die Pfarrkirche in Zelking, weil von den Türken verwüstet, von der Türkensteuer frei gehalten (Geschichtliche Beilagen, Band 17, 2001, Seite 579; Wiedemann I., fol. 71).
Wesentlich schlimmer waren die Folgen im Umland von Wien, das von den Akinçi verwüstet und weitgehend entvölkert worden war.
Neben zahlreichen anatolischen Reitern (Sipahis) umfasste das Heer fast 20.000 Janitscharen (Internet).
Ein Akınçı (auch Akindschi u. Aqindji, osm.-türk. Stürmer, Sturmreiter, im deutschsprachigen Schrifttum Renner und Brenner) war ein Angehöriger irregulärer Reitertruppen der Osmanen. Zumeist unbesoldeter und auf Raub und Sklavenhandel angewiesener Krieger
Die Janitscharen (Einzahl der Janitschar, türkisch Yeniçeri, „neue Truppe“) waren im Osmanischen Reich die Elitetruppen der Infanterie. Sie stellten auch die Leibwache des Sultans und erreichten oft höchste Positionen im osmanischen Staatswesen.

(*) In diesem Zusammenhang soll nicht unerwähnt bleiben, dass türkische Streifscharen 1529 und 1532 brandschatzend auch den Nibelungengau heimsuchten, die Bevölkerungsverluste aber eher gering gewesen sein dürften, wie der rasche Wiederaufbau beweist. Sie belagerten auch Melk, konnten die Verteiger aber nicht bezwingen (* Entnommen aus: Maria Taferl, 2010, Residenz Verlag, Seite 45, Beitrag von Gebhard König).

(*) Die leichtgewaffnete türkische Reiterei aber, Akindschi oder „Senger und Brenner“ genannt, zog mit ihrem Anführer Mihal Oglu in drei Abteilungen südlich der Donau gegen Westen, ungefähr 30.000 Mann stark. Sie verheerten die Gegend von St. Pölten und erreichten am 30. September das Gebiet (vermutlich an diesem Tag auch das der Gemeinde Zelking-Matzleinsdorf) von Amstetten. (* Entnommen aus: Österreichs Wiege, 1966, Seite 205)

 
1532

Schon im Juni des Jahres 1532 brach Soliman der Prächtige abermals gegen Österreich auf und wollte diesmals bis ins Reich durchbrechen.
Aber schon die kleine Festung Güns mit ihrem tapferen Verteidiger Niklas Juriszic brachte nach wochenlanger vergeblicher Belagerung das ungeheure Aufgebot der Türken zum Wanken.
Sie führten nur mehr einen Raubzug gegen den Westen Unterösterreichs. Unter Kassim Beg als Anführer waren im August 1532 angeblich 15.000 Akindschi durch den Wienerwlald gegen die Enns ausgesandt worden. Auf bekannten Wegen zogen sie in drei großen Abteilungen am rechten Donauufer gegen das Gebirge bis in unsere engere Heimat.
(Entnommen aus: Österreichs Wiege, 1966, Seite 206)

 
Der Bauernaufstand von 1597


Das Abschlachten gefangener, rebellischer Bauern 1597

Entnommen aus: Die alte Heimat – Beschreibung des Waldviertels um Döllersheim – (Nachdruck) Horn 1981, Seite 38
 

Am 11. Februar 1597 stand ein Bauernheer vor Melk. Vor dem 15. April desselben Jahres befand es sich am Sammelplatz von St. Leonhard am Forst (für die Belagerung der Stadt St. Pölten).

Wurde somit auch das  Gemeindegebiet von Zelking-Matzleinsdorf überquert?

Ereignisse zwischen 1618 und 1648

1619

Ludwig von Starhemberg empfing auf seinem Schloß Pielach Standesgenossen zu Beratungen, am 21. Juli traten 16 protestantische Herren und Ritter zu Loosdorf zusammen. Anfang Oktober herrschte in dieser Gegend reges Leben.

Von Oberösterreich rückte der Landobrist Gotthard von Starhemberg mit seinem Heer (2000 Fußknechte, 500 Reiter) im November donauabwärts. Unter anderem wurden auch Ybbs und Pöchlarn besetzt. Am 18. November landete Gotthard mit seinem Fußvolk bei Schönbühel und schlug sein Hauptquartier in Pielach auf.
Stift und Markt Melk, die von 300 Wallonen unter dem Hauptmann Giroli, von der Stiftsmannschaft und der Marktbevölkerung gehalten wurden, verweigerten die Übergabe, sodaß sich die protestantischen Heerführer zur Belagerung gezwungen sahen. Die Belagerung machte wegen der tapferen Verteidigung und der fortgeschrittenen Jahreszeit keine Fortschritte. Das Vorrücken der kaiserlichen Truppen unter Bouquoy zerstörte die Hoffnung der Protestanten, mit dem böhmischen Heer und den Siebenbürgern Bethlen Gabors gemeinsam gegen Wien vorgehen zu können. So mußte am 20. Dezember die Belagerung von Melk aufgehoben werden.
Auch für die Starhembergischen Güter in der Umgebung von Melk hatten die Vorgänge (Gotthard, Ludwig und Martin von Starhemberg wurden ihrer Güter für Verlustig erklärt) einschneidende Veränderungen zur Folge. Die Wallonen und auch manche Einwohner von Melk benützten die Gelegenheit zu Plünderungszügen auf die Schlösser und Güter der geflohenen protestantischen Adeligen. Zu Jahresende 1619 wurden Pielach, Spielberg und Schallaburg ausgeraubt, das Schloß Albrechtsberg ging in Flammen auf.
Da auch das damalige Schloss Zelking (die heutige Ruine) geplündert wurde, betraten auch in dieser Zeit Soldaten usw. unser Gemeindegebiet.
Teilentnahmen aus: Geschichte des Servitenklosters Schönbühel; Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades an der philosophischen Fakultät der Universität Wien. Eingereicht von Wolfgang Häusler, Wien, 1969, Seite 38/39)
In Zelking wurde die Besatzung zum Abzuge genötigt, worauf die Wallonen sehr viel Beute machten und sechs Kanonen nach Melk brachten, die ihnen das Stift um 100 Dukaten abkaufte. Davon blieben vier im Stifte und zwei wurden in Lehstorf (Leesdorf bei Baden) beim Türkeneinfall verwendet. Die dürftig bekleideten Wallonen kehrten, mit Seidenkleidern und schwerem Pelzwerk versehen, jubelnd zurück.
 
1619, 20. Dezember, gaben die oberösterreichischen protestantischen Stände die Belagerung von Melk auf und nun zogen die Wallonen, vermischt mit den Bürgern von Melk, sogleich vor die Schlösser Pielach, Zelking, Albrechtsberg und Schallaburg welche protestantische Besatzung hatten, und bemächtigten sich derselben. In Zelking wurde die Besatzung zum Abzuge genötigt, worauf die Wallonen sehr viel Beute machten und sechs Kanonen nach Melk brachten, die ihnen das Stift um 100 Dukaten abkaufte. Davon blieben vier im Stifte und zwei wurden in Lehstorf (Leesdorf bei Baden) beim Türkeneinfall verwendet. Die dürftig bekleideten Wallonen kehrten, mit Seidenkleidern und schwerem Pelzwerk versehen, jubelnd zurück.
GB Band 17 201, Seite 584/585; Schramb, Chronicon Mellicense, Seite 731

(*) Die Belagerung von 1619 hat mit der Belagerung von 1309 (siehe Tafel beim Fischertor in Melk) überhaupt nichts zu tun. Melk wird schon lange vorher als Landesfeste bezeichnet, außerdem waren die Wallseer schon lange ausgestorben. Die Zelkinger hatten sich an dem Aufstand gegen König Ferdinand nur sehr halbherzig beteiligt und dürften bei der Belagerung von Melk gar nicht hier anwesend gewesen sein. Zumindest ist mir kein Zelkinger im oberösterreichischen Protestantenheer untergekommen.
(*) Auszug aus einem Antwortschreiben vom 9. August 2005 von Herrn Dr. Gerhard Floßmann/Loosdorf

1645?

Durch den 30-jährigen Krieg, bekam vor allem die nördliche Bevölkerung in Niederöstereich die Schrecken dieser Ereignisse zu spüren.
Wieweit eventuell die Gemeinde Zelking-Matzleinsdorf davon betroffen gewesen sein könnte, wurde noch nicht ermittelt.
Dieses Regiment Gallas wird auch von Feil (Autor) erwähnt. Es (das Regiment) hatte
(1645?) die Aufgabe, die (südliche Seite der) Donau von der Wachau aufwärts gegen die Schweden zu sichern.
(Entnommen aus: Österreichs Wiege, 1966, Seite 216)
Ob auch das Regiment Gallas unser Gemeindegebiet (überhaupt) betreten hatte, entzieht sich diesen obigen Angaben!


(*) Matthias Gallas
Matthias Gallas (ital. Matthias di Gallasso), ab 1632 Graf von Gallas zum Schloß Campo und Freyenthurn (auf Martarella) (* 17. Oktober 1588 [ältere Quellen nennen fälschlicherweise den 16. September 1584] in Trient, Italien; † 25. April 1647 in Wien) war ein kaiserlicher Generalleutnant und Feldzeugmeister im Dreißigjährigen Krieg (* Bild und Text aus dem Internet).


1683 und die Folgen der 2. Türkenbelagerung


Kampfszene von der 2. Türkenbelagerung (und Wien 1683)
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG

1683 wurde auch der Ort von den Tataren heimgesucht.
Laut Tauf-, Trauungs- und Sterbebuch 16751893 wird angeführt, dass am 21. Juli durch die Tataren 93 Zelkinger oder Zelkingerinnen ermordet oder verschleppt wurden.
 
Im Zuge der 2. Türkenbelagerung Wiens 1683, wurde der Ort Matzleinsdorf zerstört.
Tataren drangen bis ins Alpenvorland (Lilienfeld, Melk und Schottwien) vor, indem sie befestigte Orte umgingen. Sie plünderten und verwüsteten weite Landstriche, was sich (später) für die Versorgung der osmanischen Truppen als Nachteil erwies (Internet).

 

Die „Reichsstraße“

Durch das Gemeindegebiet von Zelking-Matzleinsdorf schlängeltsich die heutige B 1 (Bundesstraße 1), auch Reichstraße genannt. Diese wurde anfänglich als Post-, und Kaiserstraße bezeichnet, da früher diese Straße (bei Trockenheit staubig und bei Nässe morastig) auch von Postkutschen und gekrönten Häuptern benutzt wurde um gegen Westen zu kommen.
Der Staatliche Postkurs ging Tag für Tag von Wien nach Passau und mehrmals pro Woche nach mittel- und westeuropäische Städte, dem allerdings der gleiche Gegenverkehr entsprach.
Somit wurde durch Postkutschen (usw.) diese Straße in der damaligen Zeit unzählige Male durchfahren.

 
Die Bayern 1741
 

Kaiser Karl VI. (Vater von Maria Theresia)
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG

Nach dem Ableben des Kaisers Karl VI. am 20. Oktober 1740 machte der bayrische Herzog Karl Albert auf das Habsburger Erbe Anspruch, da er sich wegen der verwandtschaftlichen Beziehungen als rechtmäßiger Erbe betrachtete.


Maria Theresia als junges Mädchen
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG

Weil die junge Herrscherin Maria Theresia bereit und entschlossen war, ihr Erbe zu verteidigen, bewarb sich Bayern um französische Hilfe und fiel ohne Kriegserklärung in Österreich ein. Nach Besetzung der Hauptstadt Linz am 14. September 1741 rückten die Bayern unter General Törring und ein französisches Hilfscorps gegen Wien vor und erreichten am 14. Oktober St. Pölten (Das Waldviertel Neue Folge 1953, Nr. 10, Seite 218).

 
Das französische Hilfscorps unter General Törring sowie der linke Flügel des bairisch-französischen Armee betraten daher im Oktober 1741 unser Gemeindegebiet.
 
Weiters teilte Höppel (Bernhard Höppel war Kremser Ratsherr und einer der 18 Geiseln) noch mit: „Heute um 8 Uhr ist die meiste französische Kavallerie außerhalb Melk nach Enns zurückmarschiert, der übrige Teil der Franzosen steht noch teils bei St. Pölten, teils unterhalb Loosdorf. Nachmittags kam der bayrische Kurfürst abermals unter Bedeckung von 30004000 Mann im Stifte Melk an, wo er speiste. Morgen in der Frühe wird er abreisen.“ (Das Waldviertel Neue Folge 1953, Nr. 10, Seite 225).
War der bayrische Kurfürst mitsamt der Bedeckung über unser Gemeindegebiet gekommen oder verließ er es?
Am 15. October 1741, im Successionskriege mit Oesterreich, schlug der linke Flügel der baierisch=französischen Armee allhier das Lager auf, rückte aber des andern Tages weiter nach Melk vor (Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens. Elfter Band, Viertel Ober=Wienerwald. Wien 1838, Seite 145).
(*) Die Feinde (bairisch-französische Soldaten) waren seit dem 16. Oktober von Ybbs über Melk nach St. Pölten vorgerückt (Seite 221).
Am 20. Dezember (1741) verließ Feldmarschall Khevenhüller Wien und traf nach Aufenthalt in St. Pölten am 25. Dezember, dem Christfest, in Amstetten ein (somit betrat auch der Feldmarschall
Ludwig Andreas Khevenhüller damals das Gemeindegebiet von Zelking-Matzleinsdorf).
(* Entnommen aus: Österreichs Wiege, 1966,
Seite 224)

  Papst Pius VI. betrat 1782 unser Gemeindegebiet

Am 22. April 1782 kam von Wien nach Rom zurückkehrend Papst Pius VI. nach Melk und übernachtete Im Kloster. Der Papst kam mit großem Gefolge unter anderem Kardinal Migazzi, den kaiserlichen Kommisaren Johann Philipp Graf von Cobenzl, dem Patriarchen von Konstantinopel Monsignore Marcucci und dem Erzbischof von Athen Monsignori Contesini gegen 1 Uhr nachmittags hier an.
Zahlreiche Adelige und der Abt Urben sowie andere Prälaten empfingen den Papst.

Am Dienstag den 23. April gegen halb 7 Uhr fuhr der Papst und seine Begleitung mittels Reisewagen Richtung St. Florian (Oberösterreich) und somit durch unser Gemeindegebiet.

(Teilentnahme aus: Chronik des Marktes Melk umfassend den Zeitraum von 890 bis 1890 mit besonderer Berücksichtigung der letzten fünfundzwanzig Jahren, zusammengestellt von Franz Xaver Linde. Melk 1890, Seite 153/154)

 
W. A. Mozart
Johannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus
österreichischer Komponist
 (* 27. 1. 1756 Salzburg, † 5. 12. 1791 Wien)
 

Jahresgabe vom Verband österreichischer Philatelistenvereine mit Marke, Sonder- und Ersttagstempel
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG

 
Nach Berechnungen sollte Mozart beinahe ein Drittel seines Lebens auf Reisen verbracht haben. Trotz der Unbequemlichkeit der Kutschen reiste er gerne und war auch ein willkommener Gast.
Am 18. September 1762 begab sich die Familie zur ersten Reise Richtung Wien (es wurde also zum ersten Mal das Gemeindegebiet von Zelking-Matzleinsdorf betreten!). Ein Reisewagen mit einem hinten aufgepackten, kleinen Klavier verrät die Profession der Reisenden.
Gemeinsam mit seiner Schwester „Nannerl“ (Maria Anna) trat er („Wolferl“) als Klaviervirtuose am Wiener Hof auf.
Nach einem erfolgreichen Aufenthalt in Wien landete die Familie Mozart am 5. Oktober in Stein beim Gasthof zum Elefanten, dem traditionellen Einkehrgasthof für Donaureisende (W. A. Mozart betrat also im Oktober 1762 zum zweiten Mal unser Gemeindegebiet!).
„An dem Fest des hl. Francisci (4. Oktober) sind wir nachmittags um halbe 5 Uhr von Lintz mit der sogenannten Wasserordinari abgereist und am selbigen Tag bey finsterer Nacht um halbe acht in Matthausen (Mauthausen) eingelangt. Den folgenden Tag (Dienstag) waren wir zu Stein und am Mittwoch langten wir um drei Uhr in Wien an“ (Teilentnahme aus: Bezirksblatt Nr. 42, 18. Oktober 2006 – Reportage von Doris Necker).
Die Familie Mozart machte mit dem 11-jährigen Wolfgang 1767 Station in Melk, bzw. 1768 als er auf der Heimreise (mittels Kutsche oder Schiff?) sich nochmals im Stift Melk aufhielt .
1781 übersiedelte W. A. Mozart wegen würdeloser Behandlung von Salzburg nach Wien.

Daher betrat auch dieses Musikgenie mehrmals das Gemeindegebiet von Zelking-Matzleinsdorf.

 

Napoléon I. (Buonaparte)
 

Unterschrift des Kaisers auf einem Dokument (Entnommen aus: Tips, 28. Mai 2009, Seite 2)

Um den 10. November 1805 Durchmarsch von Napoléons Hauptheer über Melk nach St. Pölten und weiter nach Wien.

1809 erlitt die Kirche (von Matzleinsdorf) durch Plünderung und Verwüstung einen Schaden von 1470 Gulden Bankozettel (Keiblinger, Band II, S. 321).

MELK
Napoleon beanspruchte drei Mal die
Gastfreundschaft des Stiftes Melk. Er wurde aber aufgrund der Schäden für Stift und Markt Melk eher als Geisel Gottes erlebt.
Das zeichnete Pater Wilfried Kowarik, Prior des heutigen Konvents und Stiftsarchivar, nach. Denn die Schäden für Stift und Markt waren enorm.
Zum ersten Mal zieht am 7. November 1805 Napoleons Marschall Murat in Markt und Stift Melk ein. Am 10. November gegen 11 Uhr trifft Napoleon im Stift ein (und zieht am selben Tag weiter).
Im für Frankreich siegreichen Krieg von 1809 kommt Napoleon am 8. Mai wieder ins Stift Melk. Und zum dritten Mal übernachtete der Kaiser der Franzosen von 16. auf 17. Oktober im Stift.
Teilentnahme aus: NÖN (Melker Zeitung) Woche 25 (16. 6. 2009), Seite 8

Unter der Führung von Erzherzog Karl wurden die Soldaten Napoléons in der Schlacht bei Aspern und Eßling am 21./22. Mai 1809 zum ersten Mal von den österreichischen Truppen besiegt. Der Nimbus (Ruhmesglanz) der Unbesiegbarkeit des Korsen war somit gebrochen.


Erzherzog Karl
(Erzherzog Carl Ludwig Johann Joseph Laurentius von Österreich, Herzog von Teschen * 5. September 1771 in Florenz; † 30. April 1847 in Wien, war Feldherr und Mitglied des Hauses Habsburg-Lothringen)
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG


Napoléon beim Übergang über den Großen St. Bernhard
(Gemälde von Jacques-Louis David, 1800
entnommen aus: Die Briefmarke 3. 09, Seite XI)

Napoléon I. (Buonaparte) kam (mit Soldaten) auch durch unser Gemeindegebiet und verweilte drei Mal in Melk.

 

Die Brautfahrt der Herzogin Elisabeth von Bayern 1854

Mitte April dieses Jahres (1854) begannen in allen jenen Ortschaften, welche unmittelbar an der Donau sich befinden, große Vorbereitungen, um die am 23. April mit dem Dampfboote nach Wien reisende Kaiserbraut Herzogin Elisabeth von Bayern festlich zu begrüßen. So wurde auch in Melk die Uferlände der Donau mit Fahnen und Wappen, mit Reisig umzogenen Pyramiden etc., etc. geschmückt, und als die Stunde herannahte, in welche das Dampfboot in Sicht kam, erdröhnten Kanonen- und Pöllersalven und Tausende von Menschen, welche die Ufer dicht besetzt hatten, winkten dem vorbeieilenden prächtig beflaggten Schiffe (zu) und (riefen) der hohen Braut laute Glücks- und Segenswünsche zu.
(Entnommen aus: Chronik des Marktes Melk umfassend den Zeitraum von 890 bis 1890 mit besonderer Berücksichtigung der letzten fünfundzwanzig Jahre zusammengestellt von Franz Xaver Linde. Melk 1890, Seite 180)

Somit durchfuhr mittels Dampfboot die spätere Kaiserin von Österreich, Herzogin Elisabeth von Bayern zum ersten Mal das Gemeindegebiet Zelking-Matzleinsdorf

Auch Kaiser Franz Joseph und seine Frau Sisi mussten mit ihrem Dampfschiff auf dem Weg nach Wien am Morgen des 20. Septembers 1854 in Struden notlanden, trotz der durch Franz Josephs Ururgroßmutter Maria Theresia angeordneten Entschärfung der Strudenstrecke (1777-1781). Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth sind mit dem nachfolgenden Dampfschiff „Hermine“ weitergefahren (Internet).
Damals hatte die  Kaiserin von Österreich sicher starkes Herzklopfen, aber als sie das Gemeindegebiet Zelking-Matzleinsdorf dann überquert hatte, keine mehr.

Die Donaufahrt von Erzherzog Johann Salvator 1885

Am 28. Oktober 1885 durchfuhr von Linz (Urfahr) kommend, vor 18 Uhr der Erzherzog Johann Salvator (mit Begleitung) mittels einer Sandoline unser Gemeindegebiet
(und kam am 29. abends, nach einer Übernachtung in Melk, in Wien an.)

 

Schaukasten mit den zwei Sandolinen

Eine Sandoline ist ein 4,32 m langes Paddelboot, welches aus Fichtenholz bestand. Das Schaukastenbild (Aufnahme und Text stammen aus einem Besuch des Schifffahrtsmuseums in Spitz an der Donau im Oktober 2009) zeigt zwei Sandolinen und im Hintergrund Spitz und den Tausendeimerberg (ein Eimer beinhaltet meistens 56 Liter).

Adolf Hitler und russische Besatzungszeit

  

„Hitlermarken“
 
 
Adolf Hitler und ein riesiger Konvoi durchfuhren von Linz kommend am 13. März 1938 nach 15 Uhr beim Einmarsch deutscher Soldaten in Österreich erstmals auch das Gemeindegebiet von Zelking-Matzleinsdorf.


Flugzeuge der deutschen Wehrmacht (über unserem Gemeindegebiet) beim Flug nach Wien

 
 
 
U-Boottransport auf der Donau

 

Im Verlauf des Krieges gegen die Sowjetunion im Jahr 1941 ergab sich erneut ein Bedarf für die Präsenz der Kriegsmarine im Schwarzen Meer, wobei allerdings die im Zweiten Weltkrieg neutrale Türkei den Seeweg nicht freigab. Deswegen sollten einige U-Boote aus der Nordsee per Landtransport zur Donau und in den rund 2500 km entfernten Schwarzmeerhafen von Konstanza (Constanța) im verbündeten Rumänien gebracht werden.

Dazu wurde die 30. Flottille im Oktober 1941 aufgestellt. Es wurden sechs Küsten-U-Boote des Typs II B ausgewählt, die zu dem Zeitpunkt meist nur noch als Schulboote in der Ostsee eingesetzt waren. Diese hatten eine Verdrängung von 414 Tonnen, eine Länge von insgesamt 42,7 m, eine Breite von 4,08 m mit einem Druckkörper von 28,2 m Länge und 4 m Breite.

Nach der Überführung von Gotenhafen, Pillau und Memel nach Kiel wurden die Boote ab Mai 1942 bei den Deutschen Werken außer Dienst gestellt und aus Gewichtsgründen sowie technischen Anpassungen um rund 140 t erleichtert. Den großen Druckkörper drehte man aus transport-technischen Gründen dabei um 90°.

Nur für den Binnenwassertransport durch den Kaiser-Wilhelm-Kanal, auf Elbe und Donau, umschloss man den Druckkörper aus Sicherheitsgründen beim Eindocken in Kiel mit zehn zusätzlichen Zusatzschwimmträgern. Sie waren fest montiert und untereinander verbunden. Das U-Boot lag so in einem Trog und erreichte problemlos per Wasserschlepper sein neues Einsatzgebiet.

Der Druckkörper wurde aus der Elbe über die Slipanlage an der Böcklinstraße in Dresden-Mickten herausgezogen und dann auf spezielle mehrteilige Trägergruppen, zwei Straßenroller des Typs R40 umgesetzt. Von Wehrmachts-Zugmaschinen, Faun ZR150 und Kaelble Z6W2A130, in Schlepp genommen erreichte der getarnte Schwertransport mit 8 km/h über 300 km Reichsautobahn die Donau bei Ingolstadt.

Nach erneuter Montage der Zusatzschwimmträger folgte das Aufwassern und die Fortsetzung des Binnenwassertransportes auf der Donau nach Linz bzw. Wien, wo die Boote wieder fahrtüchtig gemacht wurden (wikipedia.org).

Ihre Recherchè über die Gemeinde ist sehr ausführlich, zu erwähnen wäre noch: 6 U – Boote der Wehrmacht haben auch die Donau benützt.  
Quelle: 30. U-Flotille, WIKIPEDIA

Mit freundlichen Grüßen aus Enns und ein Gutes neues Jahr!

 
Josef Friedl akad. IM 
Associate
RE/MAX – Future
Immobilien GmbH
Linzer Straße 11
4470 Enns
 
Auf obigen Beitrag bin ich per Mail am 2. Jänner 2014 durch Herrn J. Friedl freundlicherweise hingewiesen worden. Ohne diesen Hinweis, wüsste ich (und vielleicht auch viele andere Homepagebetrachter) nicht, dass sogar U-Boote per Donau unser Gemeindegebiet einstmals berührten!.
 
 
Originalstimmzettel aus dem tausendjährigen Reich (Originalgröße: 148 x 104 mm)
Grüne Stimmzettel waren für die österreichische Bevölkerung bestimmt (obiger Stimmzettel, aber durch Lichteinwirkungen sehr schwer erkennbar)!
Damit man ja das richtige
Kreuzl macht, wurde der Kreis beim Ja (für Hitler und sein Regime), vergrößert dargestellt!

Nachdem eine geplante Volksabstimmung der österreichischen Regierung unter Kurt Schuschnigg über den Fortbestand eines unabhängigen Österreichs von den Nationalsozialisten mit einem vorgezogenen Anschluss beantwortet worden ist, veranstalten diese nach wochenlanger massiver Propaganda eine eigene manipulierte Volksabstimmung. Offiziell stimmen 99,73 Prozent der Stimmberechtigten nachträglich für den Anschluss an Deutschland.

Die Volksabstimmung vom 10. April 1938 ergab für Zelking bei 394 Wahlberechtigte 100% Ja-Stimmen
Für Matzleinsdorf: 406 Wahlberechtigte
2 Ungültig = 404 für ein Ja (98%).

Am Abend des 10. April berichtete Gauleiter Josef Bürckel aus dem Wiener Konzerthaus das Ergebnis der Abstimmung nach Berlin. Nach amtlichen Angaben hatte es eine Zustimmung von 99,73 % gegeben. Im Deutschen Reich, dem so genannten Altreich, stimmten 99,08 % für den Anschluss. Die Wahlbeteiligung in Österreich lag bei 99,71 %, im Altreich bei 99,60 %.

Zugleich bediente sich Deutschland bei den Gold- und Devisenreserven Österreichs, die auf Grund der deflationistischen Wirtschaftspolitik der Regierungen in den 1930er Jahren beachtliche Bestände erreicht hatten, die nun in das devisenarme Altreich transferiert wurden. So gerieten mehr als 2,7 Milliarden Schilling an Gold und Devisen unter NS-Kontrolle (Internet).

(*) Mit Kundgebung des Reichsstatthalters in Österreich vom 28. November 1938 wurden die politischen Bezirkes Österreichs in Landkreise umgewandelt und aus den Bezirkshauptmannschaften die Landratsämter. Ihre Amtswirksamkeit begann mit dem 1. Jänner 1939 (GBÖ. 1938/II, Nr. 626). Das Landratsamt hatte alle Agenden der Bezirkshauptmannschaft zu führen, mit Ausnahme der politischen, die Sache der Gestapo (Geheime Staatspolizei) waren. An neuen Ämtern des Landrates kamen noch das Jugendamt, das Fürsorgeamt, das Ernährungsamt und das Wirtschaftsamt hinzu.
Der Landrat wurde aber teilweise von der politischen Instanz, nämlich der NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei), kontrolliert. Gleich zu Beginn der nationalsozialistischen Ära saßen zwei Vertrauensleute der NSDAP in einem Zimmer der Bezirkshauptmannschaft; alle politischen wichtigen Akten sollten ihnen zur Einsicht vorgelegt werden.
Ein halbes Jahr vor Kriegsausbruch wurden bereits die Lebensmittelkarten vorbereitet (also hat man eindeutig Kriegslüste gehabt) und zum Versand an die Gemeinden verpackt. Ebenso wurde die Bewirtschaftung des Benzins und der Rauchwaren gründlich vorbereitet.
(* Teilentnahmen aus: Österreichs Wiege, 1966, Seite 306
308)


Mischfrabkatur links (noch) österreichische Marken und Volksabstimmungsmarken (10. April 1938)
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG die zwei österr. Marken betreffend“


Löschblatt mit den Umrissen vom Deutschen Reich (Originalgröße: 195 x 135 mm)


(*) „Kurz vor dem Zusammenbruch wurde die Flakkompanie (von Zelking) nach Högerstall bei St. Leonhard versetzt. An ihrer Stelle kam ein Brigadekommando von Sturmgeschützen hierher“.
In der Nacht vom 7. auf den 8. Mai (1945) erhielten auch diese Truppen den Rückzugbefehl.
Den ganzen Vormittag des 8. Mai waren die Straßen voll gestopft von zurück fliehenden Truppen, alle wollten nach Westen, um nicht in die Hände der Russen zu fallen. Als es um ½12 Uhr hieß, die Russen seien schon in Melk, wurde aus dem Rückzug eine Flucht. Pferde, Wagen, Autos, Feldküchen, Munition, Kanister, Werkzeug usw. wurde stehen gelassen. Und nach einer Viertelstunde war der Ort wie ausgestorben. Frauen und Kinder waren in den Sandkellern der Sandgasse.
Diese Keller wurden schon früher wohnlich eingerichtet, da man ja befürchtete, dass die Kriegsfurie auch über unsere Gegend Hinwegziehen werde. Gott sei Dank blieben wir davon verschont, denn mit dem 8. Mai war dieser unselige 2. Weltkrieg beendet“ (* Auszug aus der Chronik Zelking von Anton Harrer. Entnommen aus: Melk 19381945, Seite 50 = Ausstellungskatalog).
Als Schulkinder – wenn die Russen mit ihren Militärautos auftauchten, verdrückten wir uns „vorsichtshalber“ (obwohl die „Russen“ sehr freundlich zu Kindern waren, wie auch meine Mutter mir mitteilte). Ein negatives Erlebnis gab es für mich nicht, obwohl die „Befreier“ auch in Zelking ganz schön gewütet hatten; laut manchen (persönlichen) Notizen und Erzählungen und – verschwiegenen „Erlebnissen“ – im negativen Sinn

Nach dem Zusammenbruch der deutschen Wehrmacht durchfuhren zwischen dem 8. Mai 1945 und 26. Oktober 1955 (in der Besatzungszeit) öfters auch russische Soldaten/Zivilpersonen mit den verschiedensten Fahrzeugen das Gemeindegebiet von Zelking-Matzleinsdorf (vorerst nur auf Plünderungen usw. ausgehend!).

 

Der Gedenkstein „Februar 45“

Der Gedenkstein „Februar 45“ (hier noch ohne Eiben)

 

In: Gedenken und Mahnen 2011, Seite 318 befindet sich über dieses Flurdenkmal vom Autor Heinz Arnberger ein Kurzbericht (hier ist das Bild ebenfalls noch ohne Eiben abgebildet).

Der Gedenkstein „Februar 45“, welcher im Oktober 2001 aufgestellt wurde, soll an eine nicht gerade ruhmreiche Zeit erinnern!
Was waren die Ursachen, die schließlich und endlich zum Auslöser der bis dato an Menschen und Material vernichtendsten  Schlacht aller Zeiten – dem Zweiten Weltkrieg führten?
Die schlechte wirtschaftliche Lage der 30er  Jahre; hohe Arbeitslosigkeit und das Versagen  in der Politik! Wenn es den Menschen gut gegangen wäre, würde niemals dieses sinnlose Gemetzel stattgefunden haben.
Nach dem unseligen Jahr 1934 wurde im Ständestaat der Boden aufbereitet, um die Saat des Nationalsozialismus voll aufgehen zu lassen. Am Beispiel der HITIAG-Arbeiter in der Neuda kann man das sehr gut feststellen. Sie wurden zwar vieler Rechte beraubt, sogar ihre kulturellen und sportlichen Vereine wurden aufgelöst, nur weil sie das Wort "Arbeiter" im Vereinsnamen trugen,  hatten aber wenigstens einen Arbeitsplatz, wenn auch der Lohn nicht einmal für das Nötigste reichte.  Vor dem Fabrikstor der Hanfspinnerei, dem einzigen nennenswerten Industriebetrieb im Bezirk Melk mit damals etwa 1500 Beschäftigten, stellten sich tagtäglich dutzende Menschen stundenlang an um vielleicht eine Stelle zu bekommen, wurden aber nicht einmal vorgelassen. Die HITIAG hatte im Jahr 1939 ihren Höchststand an Arbeitern und natürlich gab es auch damals Entlassungen, wenn es im Betrieb einmal etwas schlechter ging (dankenswerter weise von Herrn Manfred Zwirner aus Golling zVg!).
Diese hatten weder eine Chance auf neue Arbeit bzw. waren „Ausgesteuert“; also sie bekamen für „danach“ kein Geld. In manchen Tagen kamen laut Erwin Schmid aus Bergern 30 bis 40 „Bettler“ in die Häuser. Die Not war also riesengroß, daher konnte es zu einem Einmarsch durch die deutsche Wehrmacht kommen. Mit dem Anschluss an das Großdeutsche Reich musste die Bevölkerung alles „auskosten“ bis zum „bitteren Ende“! Selbst in den zehn Jahren durch die russische Besatzungsmacht wurde den Menschen so manches Leid zugefügt. 
Das an der B 1 befindliche (gegenüber der  Einfahrt in die B 215 in das Melktal, zur KG Maierhöfen-Bergern gehörende) Flurdenkmal, welches mit seinen Symbolen „den Nagel genau auf den Kopf trifft“ (glatte Stellen für die schönen Tage der hier um das Leben gekommenen, raue Stellen bedeuten schon den Alltag; die Bruchstellen sollen Zeugnis ablegen, dass hier Menschen wie du und ich zerbrochen sind an der damaligen Zeit und die Bohrlöcher stellen die Einschußlöcher symbolisch dar). Die Spitze des Gedenksteines soll den 19. Februar, den Todestag für die KZ-Häftlinge/Soldaten symbolisierten.
Dieser Gedenkstein soll Zeugnis ablegen und mahnen!!



Die von den deutschen Soldaten gefürchtete P-38 Lightning-Jabo’s

 
Einen besonderen Dank für diese mündliche Überlieferung wenn es auch ein nicht gerade geschichtlich ruhmreiches Ereignis in unserem Gemeindegebiet war an Herrn Erwin Schmid aus Bergern!

Ein Konvoi aus dem KZ (Konzentrationslager) von Melk kommend, befand sich am 19. Februar 1945 um etwa 10 Uhr (vormittags) auf Höhe der Orte Freiningau bis Bergern. Zwei englische  Flugzeuge aus der Richtung Pöchlarn kommend und aus P38 Lightning/Doppelrumpf-Bombern bestehend, drehten etwas gegen den Jauerling ab und feuerten dann mit ihren Bordwaffen in die Militärfahrzeuge hinein; in der Annahme, dass es sich um Militär handle. In Wahrheit aber befanden sich zahlreiche politische slowakische KZ-Häftlinge begleitet von SS-Bewachungspersonal auf dem Wege nach Mauthausen befindlich in die aus Autobussen und Lastkraftwagen bestehenden Kolonne. Laut Herrn Schmid als damaliger „Beobachter“ drehten diese zwei Flugzeuge in Richtung Hiesberg ab, um in die ins Stocken geratene Fahrzeugkolonne abermals hineinschießen zu können. Nach mehrmaligen Anflügen und „abschießen wie die Hasen“ drehten dann die zwei Maschinen ab und ließen ein Chaos zurück!
Bei dem überraschendem Angriff und dem daraus resultierenden „Ergebnis“ sollen an die 100 (!) Menschen hier den Tod gefunden haben. Genaue Angaben, wie viele Menschen tatsächlich fern der Heimat umgekommen sind, konnte niemals in Erfahrung gebracht werden, da sofort nach dem Abdrehen der Flugzeuge die Gegend hermetisch abgesperrt wurde!
Flüchtende erschoß „einfach“ das Bewachungspersonal. Wie viele der Häftlinge vom Bewachungspersonal erschossen wurden bzw. wie viele Soldaten selbst durch diesen überraschenden Angriff  ums Leben kamen, wußten die Menschen der Umgebung auch nicht – es konnten nur Vermutungen angestellt werden, daher sind  Zahlen, die in diversen Schriften angegeben werden, nur „Schätzungen“!
Die Toten brachte man zur Verbrennung in das Krematorium nach Melk (es ist bis heute als Mahnmal erhalten!) und die Überlebenden wurden nach Mauthausen
zu ihrem „Endziel“ gebracht!


Informationtafeln und der Verbrennungsofen. Das ehemalige KZ liegt in unmittelbarer Nähe der Melker Pionierkaserne
 


Mahnmal der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik in der Gedenkstätte von Mauthausen

 
Herrn Erwin Schmid aus Bergern, dem ich dieses in seiner Jugend Erlebte in mündlicher Überlieferung verdanke (andere Zeitzeugen berichten dieses Erlebnis inhaltlich etwas geändert, aber alle geben den 19. Februar an!), berichtete auch, dass ein Insasse mit einem Bauchschuss um den Gnadenschuss gebeten hat; zwei Tote wurden am nächsten Tag in einem Gebüsch liegend gefunden. Auf etwa Höhe des ehemaligen Bahnüberganges befand sich im Straßengraben ein liegen gebliebenes „Holzvergaserauto“.

 
 
  „Holzvergaserauto“ Abbildungen eines Mercedes (aus dem Internet)

Durch den Treibstoffmangel wurde dieses mit kleinen Holzstücken beheizte Modell „hervorgeholt“! Durch Vergasung des Holzes wurde so Energie erzeugt und die „Kutsche“ fahrbereit. Als die Kinder in ihrer Neugier näher dieses Vergaserauto „begutachteten“, wichen diese erschrocken zurück, denn es befand sich ein toter KZ-Häftling darin und alle rannten so schnell sie konnten davon! Spuren von Blut soll man noch lange  auf den Wiesen, Feldern und auf der Straße gesehen haben. Papier, welcher ein LKW bei diesem (man kann sagen) Gemetzel verlor, lag weit verstreut herum. Ein ausgebrannter Bus, der in die Fahrspur hineinragte, wurde einfach mittels Panzers beiseite geschoben, um den Verkehr nicht zu behindern, aber erst Ende 1945 (!) entfernt.

Wie viele dieser hier dem Massaker Überlebenden konnten am Ende des Krieges aus dem KZ in Mauthausen von den amerikanischen Soldaten gerettet werden? Vermutlich sehr wenige!
Der ehemalige Melker Heimatforscher Inspektor Franz Hutter berichtete von „nur“ etwa 50 Toten (lt. Schmid waren die Felder „übersät“ mit Leichen) und schrieb u. a. „God save the King“ (Gott schütze den König). Georg VI. war zur damaligen Zeit auf dem englischen Thron (da es aber US-amerikanische Flugzeuge waren, stimmt der „englische“ Spruch nicht!).
Konzentrationslager (abgekürzt KL oder KZ) bestanden bereits 1933 (!) und waren bis 1945 Arbeits- sowie Vernichtungslager für Juden und dem Nationalsozialismus missliebige Personen!

 

Die berüchtigte Todesstiege von Mauthausen
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG

 
Beim Fliegerangriff vom 21. Februar 1945 (wie im Buch: „Melk 19381945 Nationalsozialismus in einer Kleinstadt“, Seite 46 beschrieben), der außerhalb von Melk war, fand durch 16 amerikanische Mustangs stattfand dem auch slowakische KZ-Häftlinge zum Opfer fielen!
 
Die Aufstellung des Gedenksteines  wurde seitens der Straßenmeisterei Melk durch den Stellvertreter Herrn Christian Koch im Spätsommer 2001 mündlich genehmigt (eine schriftliche Nachgenehmigung für eine eventuelle Segnung erfolgte am 27. September 2002) – ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle! 
Eine kleine Erinnerungstafel, welche am Gedenkstein „Februar 45“ angebracht wurde, erinnert an zwei hier im Kreuzungsbereich tödlich verlaufene Verkehrsunfälle.
Franz Egger aus Zelking wurde 1961 und Valeria Warchol (Matzleinsdorf), Schwester des inzwischen verstorbenen „Altpriesters“ KR Edmund  Warchol, 1985 Opfer eines Verkehrsunfalls.
Aufgestellt wurde der Gedenkstein Ende Oktober und Bepflanzung mit zwei Eiben erfolgte Mitte November 2001.
Die Lightning („Blitz“) wurde von den deutschen Soldaten  als „Der Gabel-geschwänzte Teufel“ benannt.
 
Dieser obige Artikel wurde an dem in Wien ansässigen Verein ÖSTERREICHISCHE FLUGZEUG HISTORIKER gesandt, welchen ich in den öfh nachrichten 4/05, Seite 32/33 (Informationsblatt für Mitglieder), mit korrigierten Textstellen abgedruckt fand. Die „englischen“ Flugzeuge waren amerikanische und die Lightning hatten die Bezeichnung P-38 Lightning-Jabo’s. An dieser Stelle einen herzlichen Dank für die Richtigstellungen und die Vereinszeitschriften LP.
 
 

 
Die „Pummerin“
 
Bei der Überstellung der neuen „Pummerin“ im April 1952 (am 25. begann die Fahrt von Linz nach Wien und am 26. übergab LH Dr. Heinrich Gleißner die Glocke Kardinal Theodor Innitzer. Am 27. fand ein feierliches Pontifikalamt und das erste Läuten der „Pummerin“ statt) wurde diese auf einem Tieflader befindliche Glocke von der an der B 1 wartenden Bevölkerung stürmisch begrüßt.
Nach der Unterzeichnung des Staatsvertrages erklang das unverwechselbare Geläute, welches die schon lange herbeigesehnte frohe Botschaft verkündete: Österreich ist frei. Ebenso, aber auch zu besonderen Anlässen, wie z. B. beim „Neujahrläuten“, lässt sie so ihren tiefen Klang ertönen.
 
Meine Mutter fuhr mit meinen ein Jahr alten, im Kinderwagen befindlichen Bruder und mich an der Hand haltend „über Stock und Stein“, um in Ornding (anstelle auf der Straße – die heutige B 215 – zu fahren und bei Matzleinsdorf zu „staunen“) die „Pummerin“ auf ihrer Fahrt nach Wien „life“ zu erleben, welche sich nun im Nordturm vom Stephansdom befindet.
„Pummerin“ wird diese größte Glocke Österreichs wegen ihres dumpfen Klanges (liebevoll) so genannt!

Am 25. April 1952 durchfuhr man mit der 21.383 kg schweren „Pummerin“ von der Glockengießerei St. Florian/Oberösterreich (mit einem Zwischenstop in Linz) kommend und nach Wien über die B 1 fahrend auch das Gemeindegebiet von Zelking-Matzleinsdorf.

Pummerin, Glocke im Wiener Stephansdom, die größte in Österreich. Die alte Pummerin, nach der Befreiung Wiens von der 2. Türkenbelagerung 1683 aus dem Metall erbeuteter türkischer Kanonen von J. Achamer in Wien 1711 gegossen, wurde im 2. Weltkrieg beim Brand des Doms am 12. April 1945 zerstört. Sie wog 22.511 kg und hing im Südturm, hieß zunächst Josephinische Glocke, wurde aber vom Volk bald „Pummerin" genannt. Die neue Pummerin, vom Land Oberösterreich gewidmet, wurde aus dem Metall der alten Pummerin am 5. September 1951 in der Glockengießerei St. Florian fertig gestellt, nachdem ein 1. Guss misslungen war. Ihr Durchmesser beträgt 3,14 m, die Höhe 2,94 m, das Gewicht 21.383 kg; damit ist sie nach der Glocke im Kölner Dom die zweitgrößte Glocke Westeuropas und die fünftgrößte Glocke der Welt. Sie ist mit Reliefs (Szene aus der Schlacht um Wien 1683, Brand von 1945) geschmückt. Am 27. April 1952 wurde sie zum ersten Mal geläutet, 1953 bekam sie ein elektrisches Läutwerk, seit Oktober 1957 hängt sie im Nordturm. Die „Pummerin" wird nur zu folgenden Anlässen geläutet: zu hohen Festen des Kirchenjahres (Osternacht, Pfingsten, Fronleichnam, Maria Himmelfahrt, Heiliger Abend), am Stephanstag (Patrozinium), zum Jahreswechsel, zum Tod und zur Inthronisation des Papstes und des Erzbischofs von Wien sowie zu Allerseelen für die Gefallenen des 2. Weltkriegs (Internet).


Die „Pummerin“
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG
Den wohl prominentesten Auftritt hat die „Pummerin“ zum Jahreswechsel nach Mitternacht.

 
Schiffe, Kähne, Boote, …
 
Vor der Erfindung des Dampfkessels wurden Lastkähne mittels Pferden bei den Bergfahrten, die auf sogenannten „Treppelwegen“ gingen, gezogen. Ein sehr schönes Bild davon ist im Welserturm in Pöchlarn zu sehen und ein großes Modell (mit allem „Drum und Dran“) im Schifffahrtsmuseum in Spitz an der Donau zu bewundern.
Wie viele Schiffe, Kähne, Boote usw. unsere Gegend Donauauf- und -abwärts bis dato durchfahren haben – es wird schon eine Vielzahl sein; ja die Donau könnte uns eine Menge erzählen seit ihrer Entstehungszeit bis heute.

Im Laufe einer sehr langen Zeitspanne erfolgten bis heute unzählige Salz-, Eisen-, Personen- und sonstige Frachten über das Gemeindegebiet von Zelking-Matzleinsdorf und es werden noch unzählige folgen!

 
(*) Das Salz zählte das ganze Mittelalter hindurch zu den kostbarsten Handelsgütern. Es diente nicht nur zum würzen der Speisen, sondern auch zur Konservierung (Seite 135).
Die Salzhändler konnten ihre Ware den Ennsern verkaufen oder auch auf ein anderes Schiff umladen, ohne zu verkaufen. Auf alle Fälle mußten sie das Salz (es wurde auch „weißes Gold“ genannt) nach Enns bringen und dort auch vermauten (Maut für das angelieferte Salz bezahlen).
Die Ennser wiederum verhandelten das Salz weiter bis Wien (daher mußte auch unser Gemeindegebiet durchfahren werden!), wobei sie – das geht aus späteren Urkunden hervor – die Gebiete südlich der Donau (auch unsere Gegend?) beliefern.
Demnach können wir davon ausgehen, dass die Salzproduktion und damit auch der Salzhandel nach 1311 erheblich gesteigert worden sind. Orientieren wir uns an Erkenntnissen aus späteren Zeiten, dann sehen wir, dass in Enns das Salz von Traun- auf Donauschiffen (letztere waren wesentlich größer als die „Trauner“, Kehlheimer mit einer Länge von über 40 und einer Breite von 78 m) umgeladen worden ist, um Richtung Osten verfrachtet zu werden (Seite 137/138).
Die Ennser hatten anderwärts für die klaglose Verfrachtung des Eisens nach Linz, Krems und Wien ob sie nun Gegenfahrer haben oder nicht zu garantieren und hierfür acht gute Siebner Zillen samt Zubehör bereitzuhalten (Seite 180).
(*Teilentnahmen aus: Geschichte von Enns (1996) mit Beiträgen von Dr. Erwin M. Ruprechtsberger, Dr. Willibald Katzinger und Dr. Johannes Ebner)

1568 wurden z. B. 4000 Zentner Eisen auf der neuen Straße“ (die heutige B 25!) nach Scheibbs  befördert, von wo das geschlagene Zeug (Werkzeug usw.) als Scheibbser Eisen beziehungsweise auch die Fertigprodukte der Schmiede zu den Legorten Krems, Tulln, Korneuburg oder Wien(*) transportiert wurden (Entnommen aus: Werner Tippelt, Der Ötscher, 2. überarbeitete Auflage, 2002, Seite 302).
(* Daher wurde damals auch das Gemeindegebiet der heutigen Gemeinde Zelking-Matzleinsdorf mittels diverser Schiffe durchfahren.)

Gegenüber heute nahmen früher die Wasserwege für den Verkehr eine wesentlich bedeutsamere Stellung ein. Die Straßen waren schlecht, das Fahren auf dem Wasser relativ rasch, sicher und billig. Für den Fernverkehr aus dem westlichen Deutschland nach Wien spielte die Donau eine ungemein wichtige Rolle. Der 24. März 1696 gilt als der Tag, von dem an Regensburg ständig Schiffe nach Wien sandte, die, weil sie regelmäßig fuhren, Ordinari genannt wurden. 1712 folgte Ulm, 1750 Donauwörth, 1754 Linz. Das Markenmotiv zeigt eine „Ulmer Ordinari" und im Hintergrund das Stift Melk. Nach einer Zeichnung von Professor Schrom, die unter Benutzung zeitgenössischer Vorlagen entworfen wurde, entstand dieses Bild einer so genannten Schwabenplätte. Die Ordinari beförderten nicht nur Reisende und Waren, sondern besorgten auch die Briefpost. Damit ist der Bezug des Markenmotivs zum „Tag der Briefmarke" vorgegeben. Denn die Postbeförderung stellte von jeher ein zentrales Aufgabengebiet der Postverwaltungen rund um den Erdball dar. Damit wurde ein wichtiger Aspekt des Postwesens aufgegriffen, der mit dieser Marke in künstlerischer Perfektion seinen Weg in die ganze Welt fand (Internet).
Ebenso die „Ulmer Schachtel“.

Der Ardagger

1496 gehörte der Markt (Ardagger) dem Gauprivileg der Eisenwurzen an. Kamen stromaufwärts vor allem Getreide, Wein, Honig und Wachs aus Ungarn, so wurde stromabwärts Holz, Vieh und Fleisch, Obst, Leder und Eisenwaren transportiert. Der Ardagger, wie dieses Schiff überall genannt wurde, diente zur Schnellversorgung Wiens. Der Ardagger wurde später bis zum Inn hinauf nachgebaut und befuhr die Donau bis nach dem I. Weltkrieg. Dieses schnelle und wendige Holzschiff wurde von nur zwei Mann bedient.Es hatte ein Antauch-, ein Seiten- und ein Steuerruder, war 9 m lang, 2,20 m breit und bauchig gebaut. Die Tragfähigkeit des Schiffes betrug fünf Tonnen.
Nebst den verschiedenen Schiffstypen wie Plätten, Traunern, gedeckten Salzschiffen und der Fliesstein zur Personenbeförderung gab es Kehlheimer und Siebnerinnen. Sie dienten zur Verladung von Schwer- und Massengütern.
In Ardagger wurde auch Stein gebrochen. Bis zu 300 Tonnen Pflastersteine konnten in den 40 m langen, 7,50 m breiten und 1.90 m hohen Siebnerinnen nach Wien und nach Budapest verladen werden (Teilentnahme aus: Die Gemeinde des Amstettner Raumes, 1988, Seite 38).

Wie vielemals durchfuhren die im Beitrag Der „Ardagger“ erwähnten Schiffe unser Gemeindegebiet?

Die Jungfernfahrt der „Maria Anna“



Die „Maria Anna“
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG
Irgendwann am Donnerstag, dem 14. September 1837 durchfuhr die „Maria Anna“ zum ersten Male das Gebiet zwischen Melk und Pöchlarn. Ob auch hier dieses mit Dampf angetriebene Schiff so enthusiastisch empfangen wurde, wie an den vielen Streckenabschnitten – es wurde nicht aufgezeichnet. Durch die nicht vorhandene Post- und Nachrichtenverbindung westlich von Wien ist die jeweilige genaue Position des Schiffes unbekannt.
Die „Maria Anna“ zählte zu einem der ersten Schiffe der 1829 gegründeten DDSG (Donau-Dampfschifffahrts-Gesellschaft). Mit dem Dampfboot „Franz I.“ begann die österreichische Donaureederei.
Am 13. September um 12 Uhr mittags lichtete die „Maria Anna“ in Wien ihren Anker, um nach 53 Stunden und 22 Minuten Linz zu erreichen. Bei der Bergfahrt blieb das Schiff in Stein an der Donau über Nacht vor Anker liegen; hier wurde Braunkohle, die man mit Pferdefuhrwerken von den Kohlengruben in Sirning (Sierning?), Losenstein und Zelking (bei Melk) herantransportierte, gelöscht.
Am 26. April 1838 wurde der regelmäßige Schiffsverkehr zwischen Wien und Linz aufgenommen.
Teilentnahme aus: „Weiße Schiffe an blauen Strom“ 1996, Seite 21 (Autor Prof. Herbert Trautsamwieser, Verlag Malek, Krems).
Vom 4. September 1839 bis 19. Oktober 1995 befuhren die „Weißen Schiffe“, wie die Personendampfer der Ersten Donau-Dampfschifffahrts-Gesellschaft genannt wurden, den Strom. Die Donau ist mit ihren 2850 km Länge der zweitgrößte Fluss Europas; 2580 km davon sind schiffbar
1987 wurde in Grein die „Admiral Tegetthoff“ durch die Frau des damaligen Landeshauptmannes, Anneliese Ratzenböck, einer „Schiffstaufe“ unterzogen.
Dürnstein ist nach Grein (von Linz kommend) die zweite Station, bei der die „Admiral Tegetthoff“ Station machte (Die Donau von der Enns bis zur March 2003, Seite 13/14 – Autor Herbert Trautsamwieser).
Die Gemeindegrenze der Gemeinde Zelking-Matzleinsdorf reicht mit einer dreieckförmigen Fläche in die Donau hinein, daher waren wir auch von der „Jungfernfahrt“ der „Maria Anna“ einstmals betroffen.

 
Kaiserin Elisabeth von Österreich
 
„Sissi“/„Sisi“
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG
 

Bild aus: Kronen Zeitung vom 16. April 2009
 
(*) Ihr Name war nicht Sissi, wie sie in den gleichnamigen Filmen und Romanen benannt wurde (in den neuesten Verfilmungen wird nur mehr Sisi geschrieben). Zur Schreibweise ihres Namens wurde bereits vermutet, dass sie sich selber in ihren Schriften Lisi (eine in Bayern und Österreich übliche Koseform von Elisabeth) nannte und das falsch als Sisi gelesen wurde.
Als „Sissi“ ging sie in die Filmgeschichte ein. Die Österreicherin Romy Schneider verkörperte in mehreren Episoden Elisabeth (ihr Filmpartner Karl-Heinz Böhm spielte den Gatten Franz Joseph I.)

Am 20. April 1854 verließ sie München, reiste nach Straubing und von dort an Bord des Raddampfers „Franz Joseph“ nach Wien. Den 24. April 1854 erfolgte in der Wiener Augustinerkirche vor 70 Bischöfen und Prälaten die Trauung durch Kardinal Joseph Othmar von Rauscher.

1931 kaufte Hubert Marischka das Theaterstück Sissys Brautfahrt von Ernst Decsey. Zusammen mit seinem Bruder Ernst schrieb er es um zu einem Libretto für ein Singspiel mit Namen Sissy. Mit der Musik von Fritz Kreisler wurde es am 23. Dezember 1932 im Theater an der Wien uraufgeführt. Das Stück wurde, mit Paula Wessely und danach mit Hedy Kiesler und schließlich Rose Stradner in der Titelrolle, ein großer Erfolg. Die Produktion wurde bis 1936 gespielt, eine der nicht mehr sehr zahlreichen Aufführungen nach dem Zweiten Weltkrieg sah Elfriede Ott und Oskar Werner in den Hauptrollen. Für die damals beträchtliche Summe von 160.000 Dollar erwarb die amerikanische Filmgesellschaft Columbia die Rechte an dem Stück. Die Filmfassung unter dem Titel The King Steps Out wurde von Josef von Sternberg mit der Grace Moore in der Hauptrolle verfilmt und war ein Erfolg an der Kinokasse.

1955 entschloss sich dennoch auch Ernst Marischka zu einer Verfilmung. Da die Rechte von der US-Version von 1936 nicht zurückgekauft werden konnten, konzipierte er das Drehbuch völlig neu und nannte den Film, um keinen Rechtsstreit zu riskieren, Sissi nach dem gleichnamigen Roman von Marie Blank-Eismann (Internet).

 
Also durchfuhr Elisabeth Amalie Eugenie, Herzogin in Bayern (* 24. Dezember 1837 in München; 10. September 1898 in Genf ermordet) im April 1854 erstmals unser Gemeindegebiet.

Der Schaufelraddampfer „Schönbrunn“
 
 
Erstag- und Sonderstempel (mit dem Schiffsstempel der „Schönbrunn“)
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG

Die „Schönbrunn“ ist der älteste noch einsatzfähige Personendampfer auf der Donau.
Als sich durch den personalintensiven Dampfbetrieb der wirtschaftlichen Einsatz der „Schönbrunn“ allmählich immer schwieriger gestalten ließ, landete das Schiff für einige Zeit als schwimmendes Spielkasino in Budapest, bevor es wieder nach Österreich zurückkehrte.
Bei der oberösterreichischen Landesausstellung 1994 in Engelhartszell stand die „Schönbrunn“ wiederum im Mittelpunkt.
Um die unvermeidliche Verschrottung der „Schönbrunn“ zu umgehen, entschloss sich die Geschäftsleitung das Schiff als technisches Denkmal unter Schutz stellen zu lassen.
Die Österreichische Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (ÖGEG) kaufte um den symbolischen Preis von einem Schilling die „Schönbrunn“ und machte diese mit einem hohen Kostenaufwand wieder betriebsbereit. 

Bordstempel
(DFS Schönbrunn 1912-2002)


Das Bild zeigt die DFS Schönbrunn 2007 bei Jochenstein
(auf dem Felsen die Nixe Ilsa)
   

Kleinbogen
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG
 
 
Die Briefmarke „Tag der Briefmarke 2008“ zeigt den 1912 erbauten Schaufelraddampfer, der heute als ein beliebtes Ausflugschiff, vor allem im Raum Linz an der Donau verkehrt.


Josef Lindner DFS Schönbrunn im Hintergrund das Benediktinerstift Melk
(Entstanden bei den Melker Malertagen 2012)

Auch die „Schönbrunn“ durchfuhr einstmals unser Gemeindegebiet, …


Sarmingstein
Auch dieses Dampfschiff (Name unbekannt) durchfuhr (1930 stromaufwärtsfahrend) einstmals unser Gemeindegebiet


Salonschiff „Johann Strauß und das Fahrgastschiff „Theodor Körner“
 

Die „Johann Strauß“

Diese, aus dem ehemaligen Schiffskörper der „Carl Ludwig“, die in „Grein“ ungetauft worden war und aus der Maschine (den Maschinen) der ehemaligen „Erzherzog Franz Ferdinand“ bestehend, ergab die neue „Johann Strauß“. 1950 als die Zukunft der österreichischen Donauschifffahrt noch sehr ungewiss war, wurde aus diesen zwei Schiffen bestehend, in der Linzer Werft, die neue „Johann Strauß“ gebaut.
Dieser Dampfer, mit der Bezeichnung Salonschiff, war bis zur Indienststellung der
„Theodor Körner“ 1965, der Stolz der ehemaligen DDSG-Flotte
ihr Flaggschiff.


Fahrgastschiff „Theodor Körner“
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG

Am 12. Juli 1952 wurde gemeinsam mit der „Stadt Wien“ der Linienverkehr LinzWien aufgenommen (und durchfuhr unser Gemeindegebiet …).
Von 1952
1969 durchfuhr die „Johann Strauß“ im Linienverkehr die Strecke zwischen Passau und Wien.
Als am 19. Juli 1972 bei der
„Johann Strauß“ die Kurbelwelle brach, war das der langsame Untergang des einstmals stolzen Flaggschiffes.

1974 wurde die „Johann Strauß“ verkauft.
(Teilentnahme aus: Weiße Schiffe am blauen Strom, Autor Prof. Herbert Trautsamwieser, 2. Auflage 1996)

… ebenso die „Carl Ludwig“, „Erzherzog Franz Ferdinand“ und die „Grein“(?) „Johann Strauß“ sowie die „Theodor Körner“ der ehemaligen DDSG (und Schiffe anderer Reedereien, …).


Die „Austria“ und die „Wachau“
(durchfuhren auch unser Gemeindegebiet)



Fahrkarte von 1971


Die „Austria“, Ruine Aggstein, Wachauerin und der Text vom „Donauwalzer“ (Alpine Luftbild Innsbruck)

Die „Austria“ wurde am 31. August 1975 vom neuen Ausflugsschiff „Wachau“ abgelöst.


Die „Wachau“ (Verlag Peter Renz, 1020 Wien)


Bordstempel der „Wachau“ (1995)…


…und ein Fahrschein für die Fahrt mit der „Wachau“

Die „Wachau“ durchfuhr die Strecke KremsYbbs.


Diverse Bordstempeln vom MFS „Prinz Eugen“ (DDSG-Blue Danube)
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG

 

MS Rigoletto
 
Am 11. Juli 2004 durchfuhr die MS Rigoletto von Passau abfahrend erstmals unser Gemeindegebiet (Heimfahrt 16. Juli).
Baujahr 1987. 2003 komplett renoviert. Länge 105 m, Breite 10,5 m, Tiefgang 1,3 m. 120 Passagiere bei einer Besatzung von 26 Mann. Bei 2 Decks, 61 Kabinen. Geschwindigkeit: 22 km/h. Fassungsvermögen: Diesel 90.000 und Wasser ca. 20.000 Liter.


Firmeneigene Ansichtskarte (Ausschnitt)


Im Wiener Hafen Nussdorf

 

MS ARTHUR KASPAR

Der Schlepper und Eisbrecher MS ARTHUR KASPAR wurde 1955 im Auftrag der Rhein-Main-Donau AG und der WSD-Süd/Würzburg auf der Werft Christoph Ruthofin Mainz/Kastel erbaut. Das Schiff mißt 25,35 m in der Länge, ist 6,65 m breit, geht 14 dm (1,4 m) tief und hat eine Verdrängung von 129,62 Tonnen. Der Antrieb besteht aus einem Sechszylinder-Reihendieselmotor MWM TRH 335 S, der den Reintjes-Verstellpropeller direkt antreibt. Antriebsleistung 430 PS bei 500 U/min.

ARTHUR KASPAR diente fast vierzig Jahre beim Bau und Erhaltung der Main-Donau-Wasserstrasse, ein Motorschaden beendete die Karriere anfangs der Neunzigerjahre das Schiff wurde abgestellt, eine notwendige Modernisierung nicht mehr durchgeführt. 1995 bis 2005 kam der nun antriebslose Eisbrecher als Vereinsheim nach Straubing an die Donau, wo sich der dortige Betreiberverein über die Restaurierung des Schiffes zertsritt ARTHUR KASPAR war daraufhin jahrelang der Verwahrlosung preisgegeben.

2005 erstanden die heutigen Eigner die Leiche und überstellten das Schiff nach Korneuburg, in den Museumshafen der Freunde Historischer Schiffe.

ARTHUR KASPAR passierte das Gemeindegebiet von Zelking-Matzleinsdorf in der Nacht vom 20. auf den 21. September 2005, beigekoppelt an das TMS NIEDERBAYERN, dessen Kapitän Timm Sohns uns mit dem Transport tatkräftig unterstützte.

Nach fast vier Jahren Restaurierung präsentiert sich das heutige Museumsschiff ARTHUR KASPAR in fast unverändertem Originalzustand, allerdings nunmehr österreichischer Zulassung. ARTHUR KASPAR wird in erster Linie für Charterfahrten eingesetzt werden (1030 Personen) und soll die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Schiffsbesatzungen seinerzeit aktiv vermitteln bei uns an Bord ist Angreifen und Mitmachen ausdrücklich erwünscht.

Kontakt, Informationen, Buchung:
Kapitän Florian Pausch
Museumsschiff ARTHUR KASPAR
Wallrissstrasse 1/7
1180 Wien

www.donaudampfer.at

Bildtexte: Abholung des verwahrlosten Schiffes aus dem Straubinger Südarm am 18. 8. 2005. Foto: F. Pausch
 
Teilnahme des restaurierten Schiffes beim Donaukanaltreiben" in Wien, 6. 6. 2009 Foto: Zoltán Szánthó

Text und Bilder dankenswerterweise von Herrn Kapitän Florian Pausch per Mail am 9. Juni 2009 zVg!

Reederei Wurm+Köck
 
Linzer Wege per Schiff
Täglich außer Montag zwischen April und Oktober fahren Schiffe der Wurm+Köck-Flotte von Passau nach Linz und retour. Von Wien über die Wachau wird sonntags nach Linz gefahren, zwischen Juli und September auch jeden Donnerstag.
Zwischen Passau und Wien werden Fahrräder kostenlos transportiert! www.donauschiffahrt.at

Die MS Kaiserin Elisabeth II fährt zwischen Juli und August am Donnerstag von Passau nach Linz und am Mittwoch von Wien nach Linz. www.donaureisen.at
(Entnommen aus: Linz.Verändert, 3. Ausgabe März-Juni 2010, Seite 3

Text und Bilder seitens Donauschiffahrt Wurm+Köck GmbH & Co. OHG (Passau)
(freundlicherweise zur Verfügung gestellt)

Lieber Fahrgast,
Erleben Sie das Kristallschiff – einzigartig auf der Donau!
Willkommen an Bord der Reederei Wurm + Köck!
Seit beinahe 40 Jahren befahren unsere Schiffe die Donau in Bayern und Österreich. Mit einer großen Auswahl an Stadtrundfahrten, Buffetfahrten, mehrtägigen Schiffsreisen und Sonderveranstaltungen bietet Ihnen unsere Flotte, bestehend aus 11 modernen und komfortablen Schiffen unterschiedlicher Größe, für jeden Anlass das passende Programm.
Lassen Sie sich von den kulinarischen Genüssen unseres Bordrestaurants verwöhnen und genießen Sie den aufmerksamen Service unseres Bordpersonals. Kapitäne und Matrosen beantworten gerne Ihre Fragen und weihen Sie in die Geheimnisse der Schifffahrt ein.
Lehnen Sie sich zurück und entdecken Sie die einzigartigen Naturschauspiele des bayerisch/österreichischen Donautals bequem und erholsam von unseren Schiffen aus!
Lassen Sie sich von unserem einzigartigen Kristallschiff auf dessen Erlebnisrundfahrt in die magische Welt des Wassers entführen!
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Entweder die Anton Bruckner oder auch die Johanna befahren die Strecke LinzWienLinz
 

Die Anton Bruckner" (in Linz) …                            … und die Johanna" (in voller Fahrt)
(Beide Bilder aus dem Interent)

Donauschiffahrt Wurm + Köck GmbH & Co. OHG
Höllgasse 26
94032 Passau
Tel.: +49 (0) 851 / 92 92 92
Fax: +49 (0) 851 / 35518
Emai
l: info@donauschiffahrt.de
Internet: www.donauschiffahrt.de

Sitz: Passau Registergericht: Amtsgericht Passau – HRA 10731
Geschäftsführer: Erich Wurm, Margit Reischl-Noé, Florian Noé

Die Reederei Wurm+Köck besitzt insgesamt 11 Schiffe. Einige davon befahren auch den Raum Melk, daher ist auch der "Donauanteil" der Gemeinde Zelking-Matzleinsdorf davon betroffen.


MS Nesytroy

MS Nesytroy begab sich am 3./4. September 2010 auf eine „Schmankerl“-Tour.
Die Flusskreuzfahrt auf der Donau begann in Wien-Nußdorf, führte dann durch die wunderschöne Wachau, vorbei am Gemeindegebiet von Zelking-Matzleinsdorf und den Strudengau entlang. Es wurden die Donauschlingen passiert und die Fahrt endete in Passau.

So mancher wird die Seele „baumeln“ lassen, während die herrliche österreichische Landschaft langsam an ihm vorüberzieht.
 
 
Das Flusskreuzfahrtschiff „MS Nestroy“ (aus dem Internet)

Baujahr: 2007
Reederei: Swiss Cruises International
Länge: (beinahe) 125 m

Eisenbahn
 
 
Als die Westbahn gebaut wurde
 
In den Fünfzigerjahren des vorigen Jahrhunderts tauchte der Plan auf, Linz durch eine Bahn mit der Hauptstadt Wien zu verbinden und diese Bahnstrecke dann noch weiter nach Westen auszubauen. Damals war die Dampfeisenbahn noch eine gar junge Erfindung, denn erst etwa dreißig Jahre vorher war in England die erste Lokomotiveisenbahn in Betrieb gesetzt worden. Im Jahre 1855 wurden die Vermessungen für die geplante Bahnlinie in Angriff genommen. Die Durchführung des Bahnbaues übernahm die Bauunternehmung Klein, Schwarz und Theyer.
Eine Schar von böhmischen und italienischen Arbeitern rückte an. Zu den Erdarbeiten wurden die böhmischen Arbeiter verwendet, während die Italiener für die Steinmetzarbeiten viel Geschick und Vorliebe zeigten. Das Aufführen des Bahndammes zwischen Pöchlarn und Krummnußbaum kostete viel Zeit und Geld. In zweirädrigen, mit einem Maultier bespannten Karren – sogenannte „Kabs“ – wurde der Schotter aufgeführt. Über die Erlauf musste eine Brücke gebaut werden. Am 3. November 1856 führte man aus den Steinbrüchen bei Zelking die ersten Granitblöcke dem Brückenbaue zu. Nahezu ein Jahr später, am 29. September 1857, fand die feierliche Grundsteinlegung für die Eisenbahn statt. Eine Woche darnach, am 5. Oktober 1857, wurden die Jochpfeiler für die Notbrücke über die Erlauf eingerammt und am 2. Jänner 1858 machte man auf der Viehweide zu Brunn den ersten Spatenstich zum Eisenbahndamm.
Nun gab es durch neun Monate zu tun. Die Straßenläufer und Fechtbrüder mußten nun im Freien übernachten, weil überall in den Scheunen Bahnarbeiter ihre Schlafstellen hatten. Die Arbeiter wurden gut entlohnt. Sie mußten aber auch ihren Lohn sauer genug verdienen und sich durch gute Verpflegung bei Kräften erhalten. Darum machten auch die Wirte glänzende Geschäfte. Im Herbste war der Damm soweit fertiggestellt und nun wurden Schwellen aus Eichen- und Lärchenholz in den Schotter gebettet und darauf die Schienen festgeschraubt. Damit war der eigentliche Bahnbau beendet.
Dann aber kam das Großartige! Schon am 17. (*) Oktober 1858 war die Lokomotive „Maria=Zell“ bis Melk gefahren. Am 28. Oktober 1858, um halb drei Uhr nachmittags, erschien zum ersten Mal in Pöchlarn eine Lokomotive. Sie hatte die Bezeichnung „Kremsmünster Nr. 39“. Um drei Uhr kamen noch die Lokomotiven „Steyr Nr. 33“ und „Amstetten Nr. 27“ mit 24 Packwagen nach. Dies beiden Lokomotiven nahmen in Pöchlarn Holz und Wasser und fuhren dann weiter nach Kemmelbach. Viele Krummnußbaumer waren in begreiflicher Erregung zum Bahndamm geeilt, um zum erstenmal den Wagen zu sehen, der ohne Pferde fährt. Auch uns wäre der Anblick etwas seltsam vorgekommen! Die Lokomotiven hatten damals noch eine ganz andere Bauart als heutzutage. Der Kessel war nicht viel höher als bei einer Dampfdreschmaschine von heute, dafür aber ragte der Rauchfang noch ansehnlich genug in die Höhe. Die Leute jubelten dem seltsamen Fahrzeug begeistert zu und wurden nicht müde, die Hüte und Tücher zu schwenken. Viele Zuschauer gab es auch, die weniger freudig gestimmt waren. Sie standen ein gutes Stück abseits von der Bahn und starrten entsetzt und fast verängstigt dem vorüberpfauchenden Fuhrwerk nach. Sie sagten, das neue Fahrzeug sei des Teufels Roß und die Funken, die aus dem Rauchfang stieben, würden nach und nach alle Häuser anzünden. Der glühende Atem des Ungetüms werde aber alle Wiesen und Felder versengen, es werde darum nichts mehr wachsen und eine Hungersnot ausbrechen. Andere wieder fürchteten den Weltuntergang, denn im Buche der Vorhersagung, in der sogenannten „Sybilla“, stehe es ganz deutlich geschrieben, Daß dann das Ende der Zeiten kommen würde, wenn des Teufels Wagen ohne Roß auf eiserner Straße durch die Welt fahre …
Am 15. Dezember 1858 wurde die Westbahn dem allgemeinen Verkehr übergeben. Da aber 14 Tage später unterhalb Loosdorf die Lokomotive „Maria=Zell“ entgleiste, war der Andrang zum neuen Verkehrsmittel die ersten Wochen hindurch nicht besonders groß. Man begnügte sich vorerst, der Eisenbahn nur Frachtgüter zur Beförderung anzuvertrauen. Erst nach und nach entwickelte sich die Westbahn zu jenem unentbehrlichen Verkehrsmittel, als das sie uns heute noch gilt.
(Entnommen aus: Krummnußbaumer Heimatlesebuch von Franz Würml, Lehrer, Nachdruck von 1932, Seite 50/51)

Die ÖBB

(*) Die Österreichischen Bundesbahnen (kurz ÖBB; früher Bundesbahnen Österreichs, BBÖ) sind die größte staatliche Eisenbahngesellschaft Österreichs.

Die schrittweise Verstaatlichung des Bahnnetzes der österreichischen Reichshälfte von Österreich-Ungarn begann 1882. Die k.k. österreichischen Staatsbahnen (kkStB) entstanden.

Am 13. (*) Oktober 1858 fuhr die erste Lokomotive in Melk (von Wien kommend) ein. Melk war an die, später Westbahn genannten Bahnstrecke damit angeschlossen.
(* Entnommen aus: Sparkasse in Melk 125 Jahre, Festschrift zum Thema „MELK – EINST UND JETZT“, 1987, ohne Seitenangabe)
(* Franz Würml beschreibt im obigen Beitrag den 17. Oktober, wo die erste Lokomotive in Melk eingefahren ist!)
Die heutige Gemeinde Zelking-Matzleinsdorf war damals nur Gleismässig davon betroffen!

Kaiser Franz Joseph I., der seine in Wallsee wohnende Tochter mehrmals per Bahnfahrten (ebenso die Mutter, Kaiserin Elisabeth, die z. B. ihre Tochter am 29. September 1897 besuchte und daher auch durch unser Gemeindegebiet gekommen war) besuchte, kam bedingt durch dieses Transportmittel, mehrfach durch unserer Gemeinde. Zumindest am 26. November 1897 fuhr das Kaiserpaar gemeinsam per Bahn gegen Westen und durch das Gemeindegebiet.
Sie sahen allerdings nur Freinigau, die vier Bauerngehöfte und die Kirche in Maierhöfen, bzw. das Dorf Bergern im Vorgeifahren.

Mit dem Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Monarchie 1918 hörten die k.k. österreichischen Staatsbahnen auf zu bestehen. Große Teile des Rollmaterials und des Streckennetzes verblieben in den neugegründeten Staaten Tschechoslowakei, Jugoslawien und Polen. Die Staatsbahnen Österreichs firmierten fortan als Österreichische Staatsbahnen (ÖStB), bis 1923 die Gründung des selbständigen kaufmännischen Unternehmens Österreichische Bundesbahnen erfolgte. Die Abkürzung war BBÖ, da ÖBB schon von der schweizerischen Oensingen-Balsthal-Bahn besetzt war.

Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr 1938 wurden die BBÖ von der Deutschen Reichsbahn übernommen. Während des folgenden Zweiten Weltkrieges wurden ca. 41 % des österreichischen Bahnnetzes zerstört.

1947 wurden die ÖBB (die Schweizer Privatbahnen verwendeten zu diesem Zeitpunkt die gemeinsame Abkürzung SP für ihre Güterwagen im internationalen Verkehr, daher konnte jetzt diese Abkürzung gewählt werden) als vom Staat verwaltete Gesellschaft neu gegründet. Die Infrastruktur wurde wieder aufgebaut und die Elektrifizierung vorangetrieben. Mit dem 1969 verabschiedeten neuen Bundesbahngesetz wurden die ÖBB zum unselbständigen Wirtschaftskörper, der als Zweig der Betriebsverwaltung des Bundes geführt wurde, aber vollständig im Budget des Bundes verblieb.

1992 wurden die ÖBB aus dem Bundesbudget ausgegliedert und in eine Gesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit (einer Mischform aus GmbH und Aktiengesellschaft) umgewandelt. Die Gesellschaft ist zu 100 % im Besitz der Republik Österreich. Die Umwandlung verfolgte zwei Hauptziele: Einerseits galt es anlässlich des bevorstehenden Beitritts Österreichs zur Europäischen Union den EU-Richtlinien zu entsprechen und andererseits sollte der Finanzbedarf der öffentlichen Hand bei gleichzeitiger Effizienzsteigerung und verbesserter Wettbewerbsfähigkeit reduziert werden.

2004 wurden die ÖBB als Konzern mit der ÖBB Holding AG und operativen Tochtergesellschaften neu organisiert. Die Holding soll neben der Wahrnehmung der Anteilsrechte an den nachgeordneten Gesellschaften die einheitliche strategische Ausrichtung des Gesamtkonzerns koordinieren und konzernweite Aufgabenstellungen wahrnehmen.
Ab 1. Jänner 2005 wurden die Tochtergesellschaften der ÖBB-Holding AG im Konzern eigenverantwortlich und selbständig operativ tätig (* Internet).

Diese Beiträge (Wer…) erheben keine Ansprüche auf Vollständigkeit, da es unmöglich ist, alle Personen, Transportmittel usw. aufzulisten zu können, die bisher unser Gemeindegebiet überquert hatten!