Flurdenkmäler

Abgekommene oder versetzte Flurdenkmäler


HOFSTETTEN
 

Kreuz am Kirchenweg



Vor dem Bau der jetzigen Asphaltstraße nach Anzenberg, gingen die Gläubigen von Anzenberg, wenn sie die heilige Messe in der Zelkinger Pfarrkirche besuchen wollten, einen „Abschneider“, wo sich etwa 200 m westlich des derzeitigen Tipplkreuzes eben dieses Kreuz am Kirchenweg befunden hatte.
Am Wegesrand dieses „Abschneiders“, stand schon um die Jahrhundertwende (Ende 1800/Anfang 1900) ein Holzkreuz.
Neben einer großen Pappel befand sich ein Holzkreuz, welches beim Hochwasser  1959 weggeschwemmt wurde.
Die auf dem Kreuz befindliche, fast Lebensgroße Christusfigur (auf Blech gemalt) hielt dem Lauf der Zeit nicht stand und verrostete. So wurde von der Familie Tippl, der auf dem derzeitigen Tipplkreuz befindliche Christus daran angebracht (laut persönlichem Gespräch mit der Familie Tippl).



Kopie nach einer Fotografie der Familie Tippl von einer 1931 gemachten  Aufnahme Kreuz am Kirchenweg

ARB

Bildstock Gredinghof
(durch Neubau ersetzt)

Dieses ehemalige Flurdenkmal an der höchsten Erhebung Arb/Wocking, wurde wegen seines desolaten Zustandes im Frühjahr 1997 abgetragen und durch einen schönen Neubau – (Kapelle zur Heiligsten Dreifaltigkeit) ersetzt. Der Grund des damaligen Baues vom Bildstock Gredinghof war im „Franzosenjahr“ 1809 zu suchen.
Der Frau des damaligen Besitzers des „Gredinghofes“ (Hofname, der bis heute für dieses Anwesens in der Rotte Arb gebräuchlich ist), wurde seitens der französischen Soldaten Gewalt angetan, und als ihr Gatte seiner Frau zu Hilfe kommen wollte, von einem erschossen.


 
Der abgekommene Bildstock und ein ähnliches, von Frau Vera Deminger (Melk) 2010 gemaltes Flurdenkmal

Somit bestand vermutlich seither dieses Kleindenkmal zur Erinnerung an das Ereignis. 
Alle Angaben freundlicherweise seitens Herrn Gerhard Bürg/Arb


Block der Republik Tschad mit dem Herzog von Reichstadt, Vater Napoleon I. und Mutter Marie-Luise

 
Napoleon I. (Bonaparte), französischer Kaiser 1804–1814/15, * 5. August 1769 in Ajaccio (Korsika), † am 5. Mai 1921 in Longwood (Insel St. Helena, in seiner zweiten Verbannung).


Napoleon: Ritt über den großen St. Bernhard (Internet) …


   
  … und seine Unterschrift


 
 Block mit Abbild Erzherzog Karl, dessen Truppen (unter seiner Führung) schlugen zum ersten Male die Truppen Napoleons

der Nimbus des „unbesiegbaren Korsen“ war damit gebrochen!
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG



Die verlorene Schlacht von Waterloo (18. Juni 1815) war die Wende des „unbesiegbaren Korsen“, der mit einer Tochter Maria Theresias und Franz Stephan von Lothringen (Marie-Luise) in seiner zweiten Ehe verheiratet war. Der gemeinsame Sohn aus dieser Ehe war der Herzog von Reichstadt.

NAHE EINSIEDL
 
 

Ehemalige „Wallfahrerkapelle“

Das Aussehen und der tatsächliche Name dieses Flurdenkmales konnte nicht mehr eruiert werden!

Collage (II/2004) anstelle eines Abbildes

Vielleicht noch bis zum, oder kurz nach dem Ersten Weltkrieg bogen Wallfahrer aus dem Raum St. Leonhard (usw.) kommend in Mannersdorf von der Straße ab, und kamen hier an dieser Stelle, des ehem. Flurdenkmals „Wallfahrerkapelle“ vorbei.

Da den richtigen Name keiner nennen konnte, und die Nähe zu Maria Taferl gegeben war, gab ich ihm eben diese „passende“ Bezeichnung!
Nach dem etwas steileren Anstieg, sahen die Wallfahrer zum ersten Mal die Wallfahrtsstätte Maria Taferl (*).

  
Erste offizielle Briefmarke der österreichischen Post AG mit einem Motiv der Wallfahrtskirche Maria Taferl
(Ersttag 16. Mai 2010), entstanden nach einem Aquarellausschnitt
  Das Aquarell wurde1988 vom ehemaligen „malenden Fährmann“ Franz Knapp gemalt
  Rechts der nicht frankaturgültige Schwarzdruck
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG

Beim Nachhauseweg (nach der absolvierten Fußwallfahrt) wurde vor dem Abstieg an diesem Platz noch einmal zurückgeblickt auf den Wallfahrtsort, bevor man beim Abstieg Maria Taferl für ein Jahr lang aus den Augen verlor.

Der Vater des jetzigen Johann Scheichelbauer hütete als Bub bis einige Zeit nach dem Ersten Weltkrieg hier die Kühe und stellte sich bei einem Regen auch noch unter!
Laut Herrn Peter Lammer, Landwirt in Pöchlarn, brannte diese „Wallfahrer-Kapelle“ ab. Ob aus Unachtsamkeit, oder durch Blitzeinschlag wusste der Mitteiler nicht!
(*) Nach Mariazell zweitgrößte Pilgerstätte in Österreich.
Ein alter Wallfahrerspruch aus 1670:
Von Krankheit, Krieg und Hungersnot verschone uns, o Herr und Gott.

 

Alte Kreuzstöcklkapelle

In einer älteren Broschüre „Führer durch den Nibelungengau“ (um 1935), ist auf Seite 18 dieses Flurdenkmal, aber unter Ornding (!) abgebildet. Da es genau der heutigen Kreuzstöcklkapelle entspricht (der Straßenrand, der Waldsaum, das Gitter, die Stufen sind mit dem heutigen Flurdenkmal identisch), kann es nur eine Verwechslung sein.
Herrliche und lohnende Ausflüge sind von Ornding aus über Matzleinsdorf nach Zelking im Melktale und auch auf den Hiesberg möglich – so laut Beschreibung (Teilentnahme).

Aus einer alten, um ca.1935 herausgebrachten Broschüre entnommen
(Führer durch den Nibelungengau, Seite 18)
Hier wurde das Bild irrtümlich der Ortschaft Ornding zugereiht!


ZELKING (Umgebung)

 

Das neuere Bildstöckl
(mit Maria-Verkündigungsbild)


Wie schon beim „alten“ Bildstöckl beschrieben, soll Pfarrer Joseph Leutmötzer (* 1753, † 1845) vor den Franzosen hierher geflohen sein, weil alles noch von Wald umgeben war!
Die Bewohnerin, dieses zuhöchst von Zelking gelegene Bauernhaus, vulgo „Hochbauer“ benannt, Frau Hermine Reiter († 15. Dezember 2010), wußte nicht wann und warum hier einstmals ein Bildstock (oder ähnliches) errichtet wurde.
Von den jeweiligen Besitzern wurde das Bildstöckl immer erneuert und die Bilder von Zeit zu Zeit ausgetauscht.
Seit 1989 bis 1999 bestand das „neuere“ Bildstöckl welches (vom Autor) mit einer „wetterfesten“ Optik versehen wurde.

Winteraufnahme (1998): Das „neuere“ Bildstöckl

Das ältere Bildstöckl  
(Schutzengelmotiv)

Durch Herrn Ferdinand Reiter jun. wurde der Holzrahmen restauriert (bestand von 1974 bis 1989) und seitdem befand sich ein „Schutzengelmotiv“ im „alten“ Bildstöckl.
Heute führt eine schmale Asphaltstraße zu dem am höchst gelegenen Bauernhaus von Zelking. Von hier aus, kann man auf das Gelände der ehemaligen Quarzwerke, Teile vom Ort Zelking und bei guter Fernsicht das Stift Melk und in das Donautal sehen; ja sogar weit in das  Waldviertel einen Blick hinein werfen!
Die 2003 verstorbene Frau Hermine Handl erzählte (mir), dass in der „Franzosenzeit“, Hw. Pf. Joseph Leutmötzer (der erste Priester im Priestergrab welcher an der Choraußenseite der Pfarrkirche Zelking bestattet wurde!), mit dem kostbaren Ziborium usw. hierher geflüchtet sein soll. Zu dieser Zeit sei noch alles mit Wald umgeben gewesen und es soll sich nur eine Holzfällerhütte anstelle des Bauernhauses hier oben befunden haben.

Das noch vorhandene Originalbild

 

Das ganz alte Bildstöckl

In einer nach 1965 gemachten Aufnahme (Diapositiv), sieht man im „Alten“ Bildstöckl noch ein Bildnis Hl. Familie. 

Wie bei allen hölzernen Kleindenkmälern die zu sehr der Witterung ausgesetzt sind, brach auch dieses zusammen und wurde durch das „ältere“ ersetzt.

Das ganz alte Bildstöckl (Foto aus Diapositivaufnahme nach 1965)

ZELKING


 

Kriegerdenkmal
(Mit Inschrifttafel der Gefallenen aus dem Ersten Weltkrieg)

 



Das Kriegerdenkmal mit der Namenstafel der Gefallenen vom Ersten Weltkrieg (Fotokopie zur Verfügung gestellt)

Betreffs einer Neusegnung gibt es (auch) keine Aufzeichnung.

 

Kriegerdenkmal
(alter Standort)



Das Kriegerdenkmal (ca. 1950). Eine Versetzung wegen der Straßenverbreiterung erfolgte um 1985

An dieser Stelle (und Teilbereiche vom ehemaligen Pfarrhof) befindet sich die neu errichtete Volksschule, daher musste das Kriegerdenkmal versetzt werden. In wenigen Tagen war alles demontiert. Es wurden die einzelnen Außensteine gekennzeichnet und außerdem ein Plan erstellt, damit man beim Friedhofsparkplatz ohne viel Mühe eine Wiedererrichtung ereichen konnte.

Das Kriegerdenkmal (nach der Versetzung) auf dem noch alten Standort (dahinter erkennt man noch Teile vom ehemalgen Pfarrhof)
(Von links nach rechts) Gemeindefahne (der blaue Teil ist zu dunkel!), Fahne von NÖ, Trauerfahne und Fahne vom ÖKB
 


Weihnachtliche Beleuchtung 2009


Ausgelöst wurde der Erste Weltkrieg durch das am 28. Juni 1914 tödlich verlaufende Attentat auf den Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seiner Gattin Sophie Gräfin Chotek, Herzogin von Hohenberg in Sarajewo (Serbien).

Österreichische Briefmarke mit dem Abbild der beiden Ermordeten und Eintragung der Attentatsdaten
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG

 

Das neu errichtete „Rote Kreuz“
(vor der Renovierung 2002)

2002 merkte man am Holzkreuz, dass die Witterung auch hier schon leichte Spuren hinterließ, obwohl seit der Aufstellung „erst“ 16 Jahre in das Land gezogen sind.
Ein alter Zeitungsartikel vom ehemaligen NÖN-Melk Mitarbeiter Alois Haunlieb aus Zelking erinnert an die Errichtung.
Das „Rote Kreuz“ (zwischen Lindenbäumen befindlich)

(Aufnahmen vom Februar 1998 und März 1999)

Das alte „Rote Kreuz“


Ob dieses ehemalige Flurdenkmal (nach Zelking in Richtung Matzleinsdorf, an der B 215  befindlich) mit Blutgerichtsbarkeit etwas zu tun hatte oder nicht, konnte bis dato nicht eruiert werden. Da es in der Nähe einen Flurnamen „zur Roten Schule“ gibt (ist es eventuell ein verschriebenes „Rote Scholle“?), könnte es einen ehemaligen Zusammenhang mit einem blutigen Ereignis gegeben haben!
Seit wann und warum sich hier ein Holzkreuz befand, konnte nicht ermittelt werden.
Franz Riesenhuber aus Matzleinsdorf berichtete von Kämpfen zwischen Franzosen und Einheimischen in unmittelbarer Nähe.
Waren die Holzkreuze früher rot angemalt?
Herr Leo Holub von der Singgemeinschaft in Wien, besserte einstmals das schadhafte Holz aus.
Im Winter 1985/86 stürzte das Holzkreuz bei einem Sturm um, da das Holz durch die Erdberührung morsch geworden war.


Das alte „Rote Kreuz“ („wartet“ auf eine Museumsaufbewahrung)

Bildbaum hl. Schutzengel
(mit Abdeckrahmen)
(Untere Gassen
abgekommen)


Der Aufstellungsgrund war die Verhinderung eines ansonsten letal verlaufenden Verkehrsunfalls vom 2. Juli 1999 abends.

Schutzengelgebet:
Heiliger Schutzengel mein,  laß mich dir empfohlen sein;
in allen Nöten steh mir bei und halte mich von Sünden frei.
Bei Tag und Nacht, ich bitte dich, Beschütze und bewahre mich
.


An Engel haben Menschen schon in vorchristlicher Zeit geglaubt. Sie sind so etwas wie ein Urphänomen kultureller Symbolik. Sie galten als Boten einer höheren Macht, als Mittler zwischen der sichtbaren und unsichtbaren Welt, als Wesen zwischen Materie und Geist.
Als die Spanier 1781 eine Mission in Kalifornien gründeten, gaben sie ihr den Namen Los Angeles (El Pueblo de la Reyna de Los Angeles). Wenn heute von dieser Metropole, der flächenmäßig und ihrer Einwohnerzahl nach drittgrößten Stadt der Vereinigten Staaten, die Rede ist, macht sich in der Regel niemand bewußt, dass sie nach den Schutzengeln benannt ist – ja es erscheine den meisten von uns sogar unvorstellbar, diesen mythischen Wesen auch nur eine Straße zu weihen. In London gibt es z.B. eine Angel Road, Angel Street und einen Angel Place! Als der vermutlich älteste Wallfahrtsort des christlichen Abendlandes galt die Grotte am Monte Sant’Angelo (Italien) auf der Halbinsel Gargano. Einem Hirten soll der Erzengel Michael erschienen sein und auch einen Fußabdruck hinterlassen haben.
Noch heute lehrt die katholische Kirche, dass jeder Mensch einen Schutzengel hat – und eben diesem Engel ist es auch ein Fest geweiht, welches am 2. Oktober mit einer besonderen Liturgie begangen wird; das Schutzengelfest.
Bekanntlich findet sich das Engelmotiv in allen Kulturen wieder, und zwar bereits in vorchristlicher Zeit.


Nahaufnahme des jetzt unter einem Wetterschutz befindliche Erinnerungsbild

Bildbaum hl. Schutzengel
(ohne Wetterschutz)


Da es abgenommen werden mußte, war es somit nur für eine kurze Zeit eine Dankesbezeugung an den persönlichen Schutzengel für den Schutz am 2. Juli 1999 abends.
Als Bildbaum wurde die Pappel mit der darunter befindlicher Bank erwählt.
Auch andere glauben, die „Wiederkehr der Engel“ finde nicht trotzt Rationalisierung und durch „Entchristlichung“ statt, sondern gerade ihretwegen.
1983 schrieb der ziemlich unsentimentale deutsche Schriftsteller Ernst Jünger, Philosoph, Offizier und Insektenkundler: „Immer stärker wird gefühlt, dass die reine Macht und der Genuß der Technik nicht befriedigen. Was früher Engel waren und was Engel gaben, wird vermißt.“

Ernst Jünger (aus der kopierten Zeichnung von Franz Knapp 1997), auf deutscher Briefmarke von 1998
  sowie der Orden Pour le Mérite (aus dem Internet)

Ernst Jünger * 29. März 1895 Heidelberg, † 17. Februar 1998 Riedlingen. Der „malende Fährmann“ Franz Knapp († 11. Februar 2007), zeichnete am  6. Februar 1997 Ernst Jünger, als dieser mehr als 100 Jahre alt war! Schon als Schüler ist Ernst Jünger zur Fremdenlegion ausgerissen. In der Flandernschlacht erhielt er als Stoßtruppführer den „Pour le Mérite“, schilderte dann exakt das Kampferlebnis, sah Formen der modernen totalitären Mächte voraus und galt als wandlungsreicher Vertreter und Überwinder eines „heroischen Nihilismus“.

Diese Pappel (und eine zweite) mussten gefällt werden, daher wurde der Rahmen/Blumenschmuck abgenommen

 
HIESBERG

Pötscher  Madonna
(ungarisch: Máriapócs – alter Standort)

Auf der am 27. Jänner 2003 gefällten „Bildbuche“ (morscher Stammbereich) hing unter anderem auch eine Kopie der Gnadenmutter  aus dem ungarischen Wallfahrtsort Máriapócs (man kann beide Varianten schreiben oder benennen).


Links das schon verblasste Marienbild (auf der Postkarte farbilich ersichtlich)
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG
 
   
Der morsche Stammbereich der ehem. „Bildbuche“ und der „Bildbaum“ in voller Größe

Dieses Marienbild wurde vor Jahrzehnten vom ehemaligen Pfarrer aus St. Leonhard am Forst, Herrn KR Anton Hammer (der gerne mit seinen Wanderfreunden zu dem ehemaligen „Wahrzeichen“ ging), anstelle des alten Bildes angebracht. Der aus Kupfer bestehende Rahmen stammt von Herrn Ferdinand Schink (Spenglermeister aus St. Leonhard am Forst).
Kurzbeschreibung in der Marterlchronik von St. Leonhard am Forst, Autor SR Franz Handl.


Das letze Foto am alten Standort und die Abnahme des Bildes


Eiserne Bild
(alter Standort)

Der ehemalige „Hiesbergkenner“ Anton Bauernfried aus Weichselbach erzählte einstmals (nachzulesen in der Marterlchronik von St. Leonhard am Forst, 1990, Seite 40, Autor SR Franz Handl), dass die Errichtung dieses Bildes schon um 1750 erfolgt sein soll, nachdem ein verirrter Pilzsammler der dem Erschöpfungstod schon nahe war, wie durch ein Wunder gerettet wurde.
Holzfäller dürften ihn, in dem damals sicher dichteren Hiesberggebiet hier oben gefunden haben.

Links noch ein letzter Wehmütiger Blick und die Abnahme des Bildes im November 2002
 



Johann Grubner, Josef Gruber und Anton Reiter
 

Passende Markenmotive – Buchen und Farn


MATZLEINSDORF

Ehemaliges Rotes Kreuz am rechten Melkufer


Wenn nicht früher, so vermutlich spätestens bei der Melkflussregulierung abgekommen.
Ein hölzernes rotes Kreuz neben einigen Bäumen, am rechten Ufer der Melk in der Nähe des Dorfes, bezeichnete die Stätte, wo im September 1772 eine ledige Kindesmörderin mit dem Schwert hingerichtet wurde, den Rumpf man aber zwischen den gemauerten Pfeilern (*) des Hochgerichtes von Zelking (auf der Anhöhe östlich von Großpriel) begrub, den Kopf aber auf einer Stange in der Mitte des Galgens aufsteckte, wie es die Kriminaljustiz jener Zeit noch verlangte!
Teilentnahme aus: Geschichte des Benedictiner=Stiftes Melk von Ignaz Franz Keiblinger Wien 1869, II. Band, Seite 306.


Der letzte Pfeilerrest von der ehemaligen Hinrichtungsstätte

(*) Einstmals bestand diese Hinrichtungsstätte aus drei Pfeilern (welche mittels zweier Querbalken verbunden waren um eventuell mehrere Delinquenten hintereinander hinrichten zu können), wovon nur mehr einer in nicht mehr voller Höhe bestehend, vorhanden ist.  

Bei roten Kreuzen war ursprünglich nicht die Farbe gemeint, sondern das alte rout, ein Synonym für Recht. So sind die „roten Kreuze“ wahrscheinlich Denkmale ehemaliger Rechtssprechungs- und Richtstätten. Entnommen aus: 950 Jahre Asperhofen (1987), Seite 105 – Autor Josef Lepsinger.