Flurdenkmäler

Bodendenkmale


Bodendenkmäler aus dem Bezirk Melk


Archäologische Beschreibungen aus dem Buch: DER BEZIRK MELK, Band I entnommen, sowie weitere Beschreibungen von neueren Bodenfunden aus dem Bezirk Melk vom ehemaligen Archäologen Herrn Gustav Melzer/Pöchlarn.



Jungsteinzeit (5.0001800 v. Chr.)


Unter Jungsteinzeit (Neolithikum) wird jene Periode verstanden, in der Waffen/Gerätschaften aus Stein, Holz oder Knochen hergestellt wurden.
Neben der näheren und weiteren Umgebung sind Fundstellen unter anderem auch aus der KG Mannersdorf – mehrere Keramikstücke in einem Steilhang zur Melk, nördlich von Anzenberg (eine ca. 6.000 Jahre alte Anlage!) durch einen Dachs „ergraben“ worden; in der Flur „in der Grub“ wurden zwei Flachbeile aus Serpentin und 1951 wurde ein Lochbeil beim „Weingarthof“ gefunden; sowie Erdverfärbungen entdeckt.
In der KG Matzleinsdorf fand man am Müllnerkogel jungsteinzeitliche Tonscherben, sowie südlich vom „Hochbauer“ (KG Zelking) Tonscherben, ein Steinbeil.
Bei der Ruine Zelking sind Bruchstücke von Linearbandkeramik und in Einsiedl ein Tonwirtel bekannt.
Die an der ehemaligen Anlage in Diemling/Vornholz befindlichen Pfostenlöcher stammen aus einer Palisadenwand.


Bronzezeit (Frühe/mittlere Bronzezeit 18001250 v. Chr.)



In dieser Periode beginnt der Mensch Kupfer (zuerst in reiner, später in legierter Form) für Schmuck, Waffen und Geräten zu verwenden.
Hier gab es Fundstellen am Müllnerkogel; in der KG Mannersdorf wurden (1988 in Anzenberg) Befestigung und Tonscherben, sowie 1987 in der KG Zelking südlich vom „Hochbauer“ Erdwerk und Tonscherben entdeckt.

Urnenfelderkultur (späte Bronzezeit, 1250750 v. Chr.)



Die Sitte der Leichenverbrennung setzte sich nun an der Wende zur späten Bronzezeit durch.
Um 1940 wurden in der KG Mannersdorf (am Ostufer der Melk) ein Tüllenhammer und ein Tüllenbeil und 1987/88 aus der Befestigung am Anzenberg Tonscherben gefunden.
Die „Große Höhe“ und Anzenberg gehörten einstmals zu diesem Siedlungsgebiet in dieser Zeit.

Hallstattkultur (Ältere Eisenzeit, 750400 v. Chr.)



Der berühmte Salzabbauort Hallstatt gab dieser Kultur seinen Namen. Eisen wurde im Renn- oder Luppenfeuer gewonnen bzw. stellte man an den Webstühlen Textilien her und in der Töpferei wurden neue Verzierungsformen in Graphit- und Rot-Schwarz-Malerei „kreiert“ und mit Salz reger Handel betrieben.
Ende 19. Jh. wurden in der KG Matzleinsdorf ein Tonwirtel und Tonscherben gefunden. 1952 fand man in einer Schottergrube zwischen südl. Ortsausgang und ehem. Ziegelofen (Mösel) Glutgefäßbruchstücke mit drei Noppen.


Latenekultur (Jüngere Eisenzeit, 40015 v. Chr.)



Die jüngere Eisenzeit ist nach den berühmten Fundort La Tene am Neuenburger See benannt worden. In dieser Periode wurde das sogenannte „Norische Eisen“ (Ferrum Noricum) in großem Stil produziert.
Fundstellen aus dieser Zeit gibt es nur im weiten Umfeld rund um und in Melk, sowie in der KG Mannersdorf befindlich; auch wurde 1987 bei der Befestigungsanlage am Anzenberg eine Tonscherbe gefunden.


Die Römer an der Donau (1.4. Jh. nach Chr.)



Der Verwaltungsbezirk Melk befand sich zur damaligen Zeit in der (römischen) Provinz Noricum. Zahlreiche Münzen, Gläser, Skulpturen usw. legen Zeugnis ab von römischer Kultur in unserer Heimat.
Ein sehr schöner Fund (Kniefibel aus Bronze 1986 gefunden) stammt aus der KG Matzleinsdorf (im Bereich „Große Höhe“) und um 1900 wurden nebst Silbermünzen, eine Fibel und Tonscherben gefunden. In der KG Zelking wurde 1954 ein Firststein eines Grabbaues aus weißem Marmor (um 100 nach Christus) gefunden.

Frühmittelalter (5.10. Jh. n. Chr.)


Am 8. Jänner 482 starb  der hl. Severin und prophezeite noch vorher den Abzug der gesammten Romanen nach Italien!
Aus dieser Frühmittelalterzeit stammt ein awarischer, aus Bronze gegossener Gürtelbeschlag mit einer Greifdarstellung (2. Hälfte 8. Jh.), welcher im Vorgarten des ehem. Bauernhauses Nr. 7 (in der KG Zelking befindlich) 1958 gefunden wurde. Es dürfte bis dato der einzige Fund dieser Art im Verwaltungsbezirk Melk sein!
Es gab auch Besiedelungen in Anzenberg, beim „Hochbauer“ und am Müllnerkogel in dieser Zeit.


Hoch-und Spätmittelalter (11. Jh.1500)



Im Bezirk Melk sind etwa 95 Fundpunkte aus dieser Epoche bekannt.
In der KG Maierhöfen-Bergern wurden 1948 1271 Münzen (!), welche um 1424 vergraben wurden gefunden, sowie diverse Tonscherben am Müllnerkogel/„Große Höhe“ und beim „Hochbauer“.
Besiedelt war unter anderem in dieser Zeit der „Türkenkogel“ (in der Arb) und die größere Anlage Wildenstein.


Neuzeit (ab 15. Jh.)



Aus dieser Zeitepoche sind im Verwaltungsbezirk Melk etwa 65 Fundpunkte bekannt geworden. Beim Bau einer Jauchengrube (in der KG Matzleinsdorf) wurde ein Tongefäß mit 782 Münzen, nach 1522 vergraben, entdeckt.


Zur Person Gustav Melzer

 

Herr Melzer in Zelking 1998

(auf dem „Halmer-Kogl“ befindlich)

Der am 7. Juli 2008 in Pöchlarn verstorbene, im 77. Lebensjahr gestandene Archäologe war über 32 Jahre als Grabungstechniker für das Bundesdenkmalamt in Wien tätig. Er war ein profunder Kenner von Bodenfunden (besonders bei Kirchengrabungen) in unserer Heimat. Zahlreiche Tonscherben aus der Ruine Zelking (von ihm) stammend, könnten einem Heimatmuseum zur Verfügung gestellt werden, sofern man seitens der Gemeindeleitung gewillt ist, Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen!

Auch würden viele andere Exponate von diversen Personen einem Heimatmuseum zVg werden!


Grab der Familien Enengl und Melzer (in Pöchlarn)

 
Fundobjekt unbekannter Verwendungsart

Herr Adolf Rafetseder aus Matzleinsdorf fand vor Mitte Juni 2009 bei einem Spaziergang in unmittelbarer Nähe der Ruine Zelking dieses Eisenstück, welches (derzeit noch) keiner bestimmten Verwendung zugeordnet werden kann.


Im Schaft dürfte sich einstmals eine hölzerne Halterung befunden haben

Laut neuerster Begutachtung könnte es sich um ein (doppelspitziges) Pfeilgeschoß von einer Armbrust handeln. Ob solche Pfeile ev. für die Jagd oder kriegerische Zwecke eingesetzt wurden, steht dzt. noch aus.