Diverses

Die Römer an Mank und Melk


Die Römer an Mank und Melk
(Autor Josef Stern)
 
 
Bedeutende Zeugnisse aus der Römerzeit befinden sich im Bereich des Zusammenflusses der beiden Gewässer Mank und Melk.


Mündung Mank (links) und Melk (von links oben kommend)

Der Mank- und Melkfluß

Die Mank und Melk,
da, wo sie umschlungen,
tragen dann gemeinsam still
ihr Wasser zu der Donau hin.

In früheren Zeiten
war oft hoch dieses Gewässer,
heut bleibt es meistens
doch im Flußbett drin’.

Tagelang reisen sie
auf den Wellen der Donau
und münden mit ihr schließlich
dann im Schwarzen Meer.

Als Wolken kommt
ein Teil zurück dann wieder
und manch’ Regentropfen
fällt zur Erde schwer.

Wir sind zurück,
wo einstmals wir gewesen
und netzen Böden,
die schon trocken sind!

Und in den Pfützen,
ja, da spielen Kinder,
dann so voller Freuden, aber
alles vergeht,
auch für uns,
viel zu geschwind!
LP 11/2010 



Hier kommt auch der Weg durch das Binnenland, die in der Literatur vielfach genannte „Römische Reichs- und Poststraße“ vorbei (vergleiche Autor Dr. Ubl in Josef Stern‘s Buch: „Wo Römerräder rollten“, Seite 18; bzw. Josef Stern: „Römerräder in Rätien und Noricum
, Seite 13).


„Römerautor“ Herr
Josef Stern (Wimpassing)

Acht Jahrzehnte Stern Josef

Einen solchen vifen Herrn,
hätten alle Gemeinden gern,
der schon Jahrzehnte lang
Römerstraßen „geht“ entlang
(die meisten, in den vielen Jahren
wurden per Auto abgefahren).
Bis heute, konntest Du’s nicht lassen
und forschtest nach den Römerstraßen,
die einstmals bei uns angelegt –
manch’ Strecke wurd’ von Dir entdeckt.

Die Ehrung, die Dir nun zuteil
(vom Land, Gemeinde alleweil)
hast wahrlich Du redlich verdient.
Wer soviel Mühsal auf sich nimmt,
der nicht nur unser Land befährt,
gehört nach Jahren doch geehrt!
Schließ’ mich an, der Gratulantenschar,
für acht Jahrzehnte „Sternenjahr“
und, dass es so weitergeht;
(die Lust am Forschen, nicht vergeht).

Bleibe Gesund noch lange Zeit;
hab’ mit Deinem Hobby recht viel Freud
UND schreib ein weitres „Römerbuch“!
Wenn ich, nach solchen Straßen such,
nehm’ vom Regal zwei Bücher raus
und „schmöcker“ dann bequem zu Haus’ –
die einstmals von Dir geschrieben.
Wir beide, doch das Forschen lieben.
Ein jeder hat sein Steckenpferd –
(„Weitersuchen“ ist liebenswert).

Wenn manchen es im Kram nicht passt,
dass Du als Laie Bücher verfasst
und nun wirst auf eine Stufe gestellt
wie die „Gschudierten“ dieser Welt –
nimm’s mit Humor, mancher nicht weiß,
wie viel Moneten und auch Schweiß,
hinter so einem Projekt,
in Wahrheit doch dahintersteckt!

      Herzlichst gewidmet von Ludwig Pichler,
Zelking im Juli 2010


Josef Stern an seinem 80. Geburtstag (auf der Ruine Hohenegg)

Dieser Römerweg übersetzt von Aelium Cetium (St. Pölten) kommend, nördlich der Gemeindegrenze von Obergrafendorf den Pielachfluss, gelangt mit dem Mitterweg (er ist ein Grenzweg zwischen MarkersdorfHaindorf und St. Margarethen) zum ehemaligen Schloss Haindorf und zieht weiter mit der Seebner Hochstraße nach Hürm.


Die Römer bestatteten bekanntlich ihre Toten an Wegen und Straßen; so wurde denn auch in Hürm der Grabstein des Marcus Nammius Surio gefunden. Am Weiterlauf bei Hösing und westlich des sogenannten Schlangenkreuzes (auf halben Weg zwischen Kälberhart und Loitsdorf befindlich) gibt es mehrere römische Hügelgräber. Nach der Übersetzung der Mank bei St. Haus
Ritzenberg bis hin zur Pfarrkirche St. Leonhard am Forst zeigt sich die Altwegstraße fast durchwegs sehr eindrucksvoll.

Zu den bedeutenden Zeugen der Anwesenheit der Römer in unserer Gegend zählt wohl ein Familiengrabstein an der Nordwand des Gotteshauses in St. Leonhard befindlich.

Nach Winkler (Römisches Österreich – Jahresschrift der Österr. Gesellschaft für Archäologie, Wien 2004, Seite 39 ff.) ist der ursächliche Aufstellungsort dieser 217 cm hohen, 94 cm breite und 22 cm dicke Grabstele wegen ihres Gewichtes in unmittelbarer Nähe zu suchen!

Die Inschrift übersetzt lautet:

Für Marcus Sextius Vetonianus, Ädil (ein Ädil sorgte für die Lebensmittelversorgung der Stadt, kontrollierte Maße und Gewichte und überwachte die Sauberkeit der Stadt und die Verkehrssituation) des Municipiums Aelium Cetium, verstorben mit 70 Jahren, und für die Gattin Vinda Tochter des Tercius, verstorben mit 50 Jahren, für den Sohn Publius Aelius Marcianus, Soldat der 4. Prätorianerkohorte, verstorben mit 20 Jahren und drei Dienstjahren, und für die Gattin Avita Tochter des Maxsimus, verstorben mit 80 Jahren, für den Sohn Marcus Sextus Sextianus, Questor des Municipiums  Aelium Cetium, verstorben mit 50 Jahren, und für Potita, Tochter des Crotus, und für Marcus Sextius Emeritus, …….?……. verstorben mit 57 Jahren, sein Sohn …?… und für —-a, verstorben mit 63 Jahren, und für Sixtius Samminanus, Soldat der 2. Severianischen Legion, verstorben mit 25 Jahren.

Die Bedeutung St. Leonhards zur Römerzeit hebt wohl auch der im Nordschiff der Kirche eingemauerte Mithrasstein hervor; huldigten diesen Kult doch vor allem gehobene Gesellschaftsschichten!

(*) Ab St. Leonhard am Forst zieht die römische Binnenstraße (gleich mit der Schulfeldstraße zum alten Lauf der Melk) weiter über die Rotte Weghof und gelangt in Anzenberg (KG Mannersdorf) an markanter Stelle in die größte Nähe zu Pöchlarn. Demnach ist hier die „Haltestelle“ für das römische Pöchlarn (Arelape) festzulegen.

Man weiß aber auch von einem Römerweg, welcher über Straß weiter gegen Süden führt. Dieser nimmt in Winden bei Melk seinen Anfang und kommt über Rosenfeld, Großweichselbach, Wegscheid und Kleinweichselbach nach St. Leonhard. Von Rosenfeld aus gab es auch eine direkte Verbindung nach Großpriel, wo in jüngerer Zeit Anton Harrer (ein ehem. Zelkinger), Kustos des Stadtmuseums Melk, ein ausgedehntes Siedlungsfeld feststellen konnte (Namare). Die Bodenfunde belegen eine Besiedelung von der Kelten- bis zur späten Römerzeit.

(*) Teilentnahme aus der Festschrift GERHARD WINKLER zum 70. Geburtstag.149. Band, Linz 2004 – Sonderdruck, Seite 206 bzw. 211; Beitrag von Josef Stern

Intensive Geländestudien und besonders der Standort des Meilensteines von Nitzing brachten mir die Überzeugung, dass noch ein anderer römischer Straßenzug das Cetienser Stadtterritorium von Ost nach West durchläuft. Dieser kommt bei St. Andrä-Wördern in das Tullnerfeld, zieht am Nitzinger Stein vorbei und führt in das Zentrum von Cetium  (St. Pölten-Riemerplatz). Durch den Stadtwald läuft dieser gleich mit der Schwerdfegerstraße und gelangt mit einem Feldweg nach Gerersdorf und weiter nach Utendorf, Markersdorf, Knetzendorf und zieht mit dem „Inningerweg“ in Richtung Löbersdorf-Weidaberg, kommt an der Hubertuskapelle vorbei und steigt von Neustift südlich an Seimitzbach vorbeigehend ab in das Tal der Mank, um über Lehenleiten zur Binnenstraße auf die Kaltenbrunnerhöhe zu gelangen. In der Folge laufen beide Römerwege gemeinsam durch St. Leonhard um sich am ehemaligen Flusslauf der alten Mank wieder zu trennen. Unsere Straße folgt nun im wesentlichem der modernen Straße bis nach Wieselburg um schlussendlich in Ulmerfeld die Ybbs und damit die westliche Gemarkung des Cetienser Stadtbezirkes zu erreichen.

Auf modernen Landkarten übertragen gleicht dieser Straßenzug einer „via principalis“, also der Hauptstraße in einem Römerlager. Dies bewog mich diesen Straßenzug „Cetienser Hauptstraße“ zu nennen!

Aus dem Bereich dieses Römerweges aus Rinn (östlich von St. Leonhard) stammt der Aufsatz (oberste Teil) eines Grabdenkmals, der zwei, eine Vase flankierende Löwen zeigt; und westlich von St. Leonhard-Ruprechtshofen wurde südwestlich von Wies (beim ehemaligen Bauernhof Koth 7 (* nach Häusler, „Melk und der Dunkelsteinerwald, Seite 24, 76 und 82 Schlatten genannt) 1893 durch den St. Leonharder Postmeister Johann Fasching an einer 150 m langen, wenige Meter hohen Rippe aus Sandstein römerzeitliche Grabanlagen entdeckt. Diese wurden 1947 vom Österreichischen Archäologischen Institut untersucht und genau dokumentiert.

In der Zwischenzeit wurde der die Anlage abschirmende Laubwald abgeholzt, so dass durch die Naturgewalten alle bis dahin noch befriedigend lesbaren Inschriften ausgelöscht erscheinen!

Nach diesen lauten die Namen der Bestatteten: Ursio, Sohn des Marcianus; Cocina, Freigelassene des Aiu; Successa Freigelassene des Successus; der Freigelassene Aevus – Cemeia, Tochter des Tromperus; Blaus, Sohn des Camaus; Saurus, Sohn des Advortus – Blaus, Sohn des Casius. Es befanden sich auch drei Steinkistensärge; einer davon ein Kindersteinsarg (welcher als Viehtränke verwendet wurde und im ehemaligen Bauernhof Koth 7 eingemauert war) befindet sich jetzt im Stadtmuseum  Melk. Bei der Anlage befindet sich auch ein sogenannter „Erdstall“ (ehemalige Fluchthöhlen?). Beim Zutritt zu diesem, wahrscheinlich mittelalterlichen Ganglabyrinth, gab es einen (inzwischen eingestürzten) Felsensaal; möglicherweise ein zur Grabanlage gehörender Kultraum (Häusler, * Seite 24).

Übrigens erzählte man mir in St. Leonhard auch von einem (wahrscheinlichen) Postmeilenstein, auf dem die Entfernung bis Ulmerfeld ausgewiesen war! In St.Leonhard weiß man noch von einem weiteren Römerweg, welcher wohl bei Winden seinen Anfang nimmt, über Großweichselbach, Wegscheid und Kleinweichselbach am „Hubhof“ (Hofname der Familie Etlinger) vorbeikommt und über Straß weiter nach Süden zieht. An diesem Weg (ca. 2.000 Schritte nördlich von St. Leonhard) kann man beim „Hubhof“ an der Ostfassade mehrere Römersteine bewundern. Beim (zum Hof gehörigen) Presshaus soll (nach Häusler) ca. um 1880 in den im Gemäuer befindliche Nischen in denen Aschenkrüge standen, entdeckt worden sein; auch wurde eine vergoldete Statuette (**) und römische Münzen gefunden. In dem westlichen, am Hof  anschliessenden Feld konnte bei einer – vermutlichen Raubgrabung (die oftmals zitierte wissenschaftliche Grabung scheint in keiner Literatur auf!) das Areal einer größeren villa rusticana (römischer Gutshof) entdeckt werden.

Wenn auch bisher nur wenige Standorte von römischen Gutshöfen bekannt sind, war der fruchtbare Landstrich zwischen Donau und den Voralpenbergen sicher auch für die Römer ein begehrtes Siedlungsland; so kamen Spuren von solchen villae rusticae beim Bau des Autobahndurchlasses bei Inning zum Vorschein und auf einem Feld südwestlich eines Durchlasses. Bei Roggendorf sind ebenfalls solche Relikte bekannt, wie die auch aus Großaigen bei Mank.

Mit dem süd- nördlich durch St. Leonhard verlaufenden Römerweg kommen wir nun auch in den Mündungsbereich des Melkflusses. Erst in den letzten Jahren konnte Anton Harrer, Kustos des Melker Stadtmuseums, in Großpriel, westlich eines hier der Melk zustrebenden Baches, durch intensive Beobachtung anhand von zu Tage tretenden Streufunden ein ausgedehntes Siedlungsareal, ausgehend von der Keltenzeit bis zur späten Römerzeit feststellen. Nun spricht aber nichts dagegen, die Stelle für das in der Tabula Peutingeriana  genannte Namare hier zu suchen; auch für die Bezeichnung des von Harrer entdeckten Römerortes, wie für den Melkfluss in Anspruch zu nehmen.  In: „Wo Römerräder rollten“ wollte ich denn auch die Tabulastation Namare eher bei Großpriel sehen!

Nach weiteren, aufwändigen Geländestudien für mein neues Buch: „Römerräder in Rätien und Noricum“, lassen mich die Station doch näher bei Winden festlegen!

So, wie auch heute noch der Melker Donauarm näher an Winden herankommt und der Melkfluss in diesen mündet, lassen die topographischen Verhältnisse im nordwestlichen Nahbereich von Winden erahnen, dass wohl auch zur Römerzeit der Donaustrom hier seinen Lauf nahm und der Melkfluss hier mündete! Zudem kommt sowohl die im Itinerarium Antonini verzeichnete via juxta amnem Danuvii, wie auch die Tabulalinie hier vorbei und der über St. Leonhard in den Süden führend Römerweg nimmt hier seinen Anfang, folglich ergibt sich hier auch ein strategisch guter Platz für eine Anlegestelle.

Die via juxta amnem Danuvii („Straße entlang des Ufers der Donau“) – ich nenne diesen Weg „Donaulinie“ – verläuft von Tulln über Traismauer, zieht westlich an St. Pölten vorbei und kommt über Loosdorf, Roggendorf, Schrattenbruck in dem Ziegelgraben. Weiter führt dieser Weg hart nördlich am „Römerort“ Namare vorbei; übersetzt in Matzleinsdorf den Melkfluss, gelangt über den Schluchtenweg nach Ornding und schließlich in Pöchlarn-Brunn, in den Mündungsbereich der Erlauf zum römischen Donauhafen Arelape (Pöchlarn).

Die Tabulastraße nimmt ihren Weg vom Traisenübergang Tragisamum (bei Angern, nördlich von Herzogenburg), umläuft den Dunkelsteinerwald und gelangt über Hafnerbach, die Römerbrücke bei Lanzing, Ursprung, Spielberg, Melk (Pionierkaserne), Winden zur Melkflußmündung, zieht von hier zur Melkquerung mit der Donaulinie auf gemeinsamer Trasse, steigt dann auf zur Hart (Flurbezeichnung an der Grenze Stadtgemeinde Pöchlarn/Gemeinde Zelking-Matzleinsdorf. Diese befindet sich aber noch auf dem Gemeindegebiet von Zelking-Matzleinsdorf), lässt sich gleich mit der „Zelkinger-Hochstraße“ (teils im Wald noch sichtbar) gut verfolgen, zieht südlich am Hochgreding vorbei und kommt in Wohlfahrtsbrunn nach Arelate, dem logischen Standort für die Tabulastation an der Erlauf.

Die Linien der Tabula Peutingeriana von Wien bis Chur.

Die sogenannte „Tabula Peutingeriana“ abgekürzt T. P., ist eine gezeichnete Straßenkarte mit Beschriftung, somit ein  Itinerarium pictum  (gemaltes bzw. illustriertes Verzeichnis). Im Gegensatz dazu ist das „Itinerarium Antonini“ eine rein schriftliche Auflistung von Stationsnamen mit entsprechenden Entfernungsangaben zur nächstfolgenden Station (Itinerarium adnodatum).Durch persönliche Gespräche mit Anton Harrer Melk, Rupert Hell und Anton Linsberger Großpriel sowie Herbert Lagler Schrattenbruck konnten dankenswerterweise wertvolle Informationen erhalten werden.

Der Verlauf der Bernsteinstraße
(Die Tabula Peutingeriana überprüft durch eigene Begehungen von Josef Stern)

In seinem Kommentar zur Faksimile-Ausgabe der Tabula Peutingeriana lässt Ekkehard Weber (Tabula Peutingeriana. Codex Vindobonensis 324. Vollständige Faksimileausgabe im Originalformat; Kommentar von Ekkehard Weber 1976) deren „Ahnenreihe“ mit der Erstausgabe von 1598 beginnen. Das zugrunde liegende Manuskript wurde jedoch schon von Konrad Celtis (14591508) entdeckt, kam 1508 in den Besitz von Konrad Peutinger (14651547), später in den Besitz von Prinz Eugen und gelangte 1738 in die Wiener Hofbibliothek. Bereits 15 Jahre später veröffentlichte Franz Christoph Scheyb (1704–1777) eine bedeutsame Neubearbeitung. Mit dieser lag erstmals eine Ausgabe in Originalgröße vor, welche von Salomon Kleiner mit Hilfe eines besonderen Pausverfahrens hergestellt wurde. Scheyb widmete sein Werk Maria Theresia, der von ihm hochgeschätzten Regentin des Habsburgerreiches. In der Einleitung preist er ihre Tugenden, vor allem ihre intensive Förderung von Kunst und Wissenschaft. Er singt auch ein Loblied auf den hohen Wert der Geografie und deren engen Verbundenheit mit der Geschichtsschreibung – und die Tabula könne man zu Recht als hellstes Licht der antiken Geografie bezeichnen. Daraus sei die außerordentliche Bedeutung der Tabula Theodosiana (wie er die Peutinger’sche Tafel bezeichnet) abzuleiten. Er bringt sie mit den geografischen Interessen Theodosius des Großen (* 347; reg. 379395) in Verbindung; folglich vermutet er ihre Entstehung erst im 4. Jahrhundert. Als Beispiel für die Bedeutung der Geografie führt Scheyb die Niederlage des Crassus (11553 v.Chr.) gegen die Parther auf mangelnde Ortskenntnisse zurück. Umgekehrt hätten sich erfolgreiche römische Feldherren von Cäsar Agrippa bis Theodosius sehr zu ihrem Vorteil intensiv mit der Geografie befasst.


Conrad Celtis
 

Conrad Celtis (aus dem Internet)

Conrad Celtis (Konrad Celtes), erblickte als Sohn eines Winzers am 1. Februar 1459 in Wipfeld bei Schweinfurt das Licht der Welt und verstarb am 4. Februar 1508 in Wien. Celtis war ein deutscher Humanist und Dichter. Sein Familienname lautet eigentlich Pickel/Bickel; sein humanistischer Beiname war Protucius.

Konrad Peutinger


(Entnommen aus dem Internet – AEIOU; © Copyright Konrad Peutinger, Zeichnung von S. Kleiner)

Die Peutingersche Tafel (Tabula Peutingeriana), aus 1507 war eine vom Wiener Humanisten K. Celtis dem Ratsschreiber Konrad Peutinger (daher der Name) in Augsburg zur Veröffentlichung übergebene römische Landkarte. Die aus dem 11. oder 12. Jahrhundert stammende "Tabula" ist eine Kopie einer zuletzt in der 1. Hälfte des 5. Jahrhunderts (Theodosius II., 435?) redigierten Straßenkarte des Römischen Reichs und der Handelswege in den Osten bis Indien und China. Die erhaltene Karte, eine 6,82 m lange und 34 cm breite Pergamentrolle, wurde nach Peutingers Tod veröffentlicht, 1720 vom Prinzen Eugen angekauft und nach dessen Tod von der Wiener Hofbibliothek (Nationalbibliothek) erworben. 1863 wurde die Peutingersche Tafel aufgrund der Zerstörung des Äußeren in 11 Blätter zerlegt. Auf den Segmenten III und IV ist das Gebiet von Österreich eingezeichnet. Die Peutingersche Tafel stellt eine einzigartige Quelle der historischen Verkehrs- und Siedlungsgeographie Österreichs mit rund 3900 Ortsnamen dar.